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Eckernförder Zeitung

11. Dezember 2016 | 14:50 Uhr

Filialschließung : Förde Sparkasse will Filialen schließen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Bank stellt ihre Pläne dem Zweckverband hinter verschlossenen Türen vor / Auch Zweigstellen im Kreis betroffen

Die Förde-Sparkasse dünnt offenbar ihr Filialnetz aus – das hat der Vorstand dem Zweckverband als Träger der Bank in dessen jüngster Versammlung mitgeteilt. Von der Schließung sollen auch Außenstellen der Bank im Kreis Rendsburg-Eckernförde betroffen sein.

Die Beratung über den Tagesordnungspunkt „Filialangelegenheiten“ fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit vergangene Woche in der Kieler Hauptstelle des Geldinstituts statt. Deshalb hält sich die Förde Sparkasse mit Einzelheiten bedeckt. Doch Jörg Hollmann, der der Verbandsversammlung als Vertreter des Kreises Rendsburg-Eckernförde angehört, spricht aus, was bereits jeder weiß, wenn dieses Thema aufgerufen wird. „Während der Zweckverbandsversammlung ging es um die Struktur der Filialen und gegebenenfalls um Schließungen“, sagte er auf Zeitungsnachfrage. Er betonte, dass die Pläne sich noch im Prozess befinden. „Das Thema hat große Brisanz“, sagte er. Um welche oder wie viele Filialen es sich im großen Gebiet der Förde-Sparkasse handelt, verriet er mit Hinweis auf seine Pflicht zur Verschwiegenheit nicht. Nur so viel: „Die Pläne betreffen Außenstellen im gesamten Geschäftsgebiet der Sparkasse, also in der Landeshauptstadt Kiel, im Kreis Plön und im Kreis Rendsburg-Eckernförde gleichermaßen.“

Hollmann habe der Vorschlag des Sparkassen-Vorstandes so sehr bewegt, dass er deren Vertreter direkt im Anschluss der Versammlung zur Hauptausschuss-Sitzung des Kreises am morgigen Donnerstag um 17 Uhr (Sitzungsraum 169 im Rendsburger Kreishaus an der Kaiserstraße 8) eingeladen hat. „Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Ulrich Boike erklärt den Ausschussmitgliedern dann die Auswirkungen auf den Kreis Rendsburg-Eckernförde“, sagte Hollmann. Doch dabei soll es nicht bleiben. „Wir hoffen, noch Einfluss auf die Pläne nehmen zu können“, so Hollmann, der als CDU-Kreistagsmitglied auch Vorsitzender des Hauptausschusses ist. Er wolle die Gelegenheit durchaus dazu nutzen, Druck aufzubauen. Denn die Informationen der Förde-Sparkasse reichen ihm zufolge bislang nicht aus. „Der Vorschlag ist nicht nachvollziehbar“, sagte der Christdemokrat. Der Tagesordnungspunkt werde unter Ausschluss der Öffentlichkeit besprochen. Deshalb beginne der öffentliche Teil der Sitzung am Donnerstag erst um 17.30 Uhr.

Jörg Hollmann hat durchaus Verständnis für mögliche Filialschließungen. „Das Geschäft in der Sparkassen-Landschaft wird immer schwieriger, über Zinsen ist kaum noch etwas zu verdienen.“ Doch der Geschäftszweck dürfe dabei nicht verlorengehen. Dazu gehöre auch, dass die Bank in der Fläche präsent sei. Die Förde-Sparkasse äußerte sich gestern nicht zu den Plänen. Sprecher Caje Petersen wies darauf hin, dass die Zweckverbandsversammlung nicht das Entscheidungsgremium in Filialangelegenheiten ist, sondern der Verwaltungsrat. Der fällt am 22. September eine Entscheidung. Die will die Bank dann veröffentlichen, sofern das Ergebnis interessant sei, so Petersen.

Die Förde Sparkasse unterhält nach eigenen Angaben derzeit 83 Standorte, 30 davon sind Selbstbedienungsfilialen. Der Unternehmenssitz ist Kiel, daneben gibt es noch jeweils eine Hauptstelle in Eckernförde und in Plön. Das Geschäftsgebiet mit rund einer halben Million Einwohnern erstreckt sich über den Kreis Plön, die Stadt Kiel sowie den nördlichen und westlichen Rendsburg-Eckernfördes. Im Süden ist erst nach der jüngsten Fusion die Sparkasse Hohenwestedt mit drei Filialen hinzugekommen. Nur das Zentrum des Kreises wird von der Sparkasse Mittelholstein bedient. In den vergangenen drei Jahren hat die Förde-Sparkasse bereits sieben ihrer Filialen geschlossen, unter anderem in den Gemeinden Borgstedt und Groß Wittensee.

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erstellt am 07.Sep.2016 | 06:09 Uhr

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