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Eckernförder Zeitung

25. Juni 2016 | 10:50 Uhr

Jugendliche helfen Jugendlichen : Flüchtlingsbeirat: Wie Jugendliche helfen können

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Flüchtlingsbeirat hatte Gäste aus Bad Segeberg eingeladen. Tipps für die Gettorfer Jugendlichen.

Gettorf | Seit über drei Jahren existiert der Flüchtlingsbeirat in Gettorf. Um auf die neuen Anforderungen reagieren zu können, lud der Beirat zu einer Informationsveranstaltung im Gemeindehaus. Als Gäste waren Serpil Midyatli, die integrationspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, sowie Leon Flucke und Janny Lucke von „alleineinboot“ aus Bad Segeberg vor Ort.

Die Veranstaltung war dazu gedacht die Gemeinde, besonders die Jugendlichen zu informieren und auch anzuwerben für die Arbeit mit jugendlichen Flüchtlingen. Norbert Koch, Mitglied des Flüchtlingsbeirates, freute sich über die rege Beteiligung. Nach einer kurzen Begrüßung seinerseits berichtete er von den Aufgaben, die die Jugendlichen übernehmen könnten. Vieles hat mit schulischer Bildung zu tun: Hausaufgabenhilfe und Begleitung in der Schule sind dabei besonders wichtig. Aber auch gemeinsame Spaziergänge zum Vertiefen der deutschen Sprache sind hilfreich. „Generell bleibt euch selber überlassen, wie ihr arbeitet, wir möchten nur Tipps geben“, sagte Norbert Koch.

Anna Rodriguez ist ebenfalls Mitglied des Flüchtlingsbeirates und hilft seit längerem ihren Nachbarn, die vor dem Krieg in ihrer Heimat geflohen sind. „Durch die lange Flucht fehlt ihnen oft Bildung und hier werden sie ihrem Alter entsprechend in die Schule geschickt. Dadurch haben sie hin und wieder Probleme mit zu kommen“, sagte Anna Rodriguez. Sie glaubt, dass Jugendliche die Integrationsarbeit in einigen Aspekten besser machen können, da sie etwa im gleichen Alter sind und so oft auch einen besseren Draht zu den Zuwanderern entwickeln können.

Anschließend hielt Serpil Midyatli eine kurze Rede. Sie betonte, dass das Projekt „Jugendliche helfen Jugendlichen“ im Kreis Rendsburg- Eckernförde ein Novum sein, über das sie sich besonders freut. Sie berichtete, dass gerade im letzten halben Jahr viele Familien nach Deutschland gekommen sind. „Und auch diese Kinder sind schulpflichtig“, sagte Midyatli. Um sich in Deutschland und mit dem deutschen Bildungssystem vertraut zu machen, bräuchten sie dringend Hilfe.
Als letztes stellten Leon Flucke und Janny Lucke ihr Projekt aus Bad Segeberg vor. Die beiden wurden eingeladen, um Tipps zu geben, was man in Gettorf machen könnte um den Flüchtlingen, besonders den jugendlichen Flüchtlingen, zu helfen. Das Projekt „alleineinboot“ wurde schon vom Land und vom Bund mit dem Deutschen Bürgerpreis ausgezeichnet. Die beiden stellten das Projekt und viele Aktionen vor, die sie auf den Weg gebracht haben, um Flüchtlingen das Leben in Deutschland zu erleichtern. Besonders wurde die „Mischbar“ hervorgehoben, bei der man sich mit Flüchtlingen trifft, etwas isst und sich unterhält. „Es ist wichtig, sie aus ihrem tristen, alltäglichen Trott herauszuholen“, sagte Janny Lucke.

Für jugendliche Flüchtlinge wurden auch Ausflüge organisiert. So wurde die Kieler Woche und eine nahe gelegene Moschee besucht. Die Gettorfer Jugendlichen nahmen die Tipps dazu, wie sie helfen können, gerne an. Leon Flucke und Janny Lucke freuten sich über den angeregten Austausch.

Abschließend wurde ein „Wordcafe“ aufgebaut. Die Gäste sollten an den vier Stationen Ideen zu den Themen „Begleitung in der Schule, Sport und Freizeit, Gestaltung von Begegnung und Materielle Hilfe“ sammeln. Die Ideen sollten dann in Zukunft benutzt werden, um Flüchtlingen in Gettorf zu helfen.

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