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Eckernförder Zeitung

07. Dezember 2016 | 19:31 Uhr

Ausstellung : Fische, Stühle und rote Häuser

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Falko Windhaus stellt in Zusammenarbeit mit der Kulturbeauftragten der Stadt, Andrea Stephan, Werke in den Vitrinen des Rathauses aus.

Eckernförde | Bunt schwimmen die Fische auf dem hellbraunen Packpapier, nicht immer in eine Richtung. Unter ihnen tauchen kleinere Exemplare, ebenfalls auf Papier von Einkaufstüten, in die Tiefe. Sie erinnern den Betrachter an die goldenen Sprotten. „Die Fische sind eine Hommage an die Stadt Eckernförde“, erklärt Falko Windhaus. Seit gestern stellt der bekannte Eckernförder Künstler Werke aus unterschiedlichen Schaffensperioden in den Vitrinen des Rathauses aus.

Für die Fische hat Windhaus kräftige Farbstifte benutzt. Realistisch mutet der Fisch an, den er auf Holz gemalt hat. Seine grün-blaue Umgebung lässt den Betrachter sofort an die Ostsee vor der Haustür denken. „Manchmal fange ich einfach an, und dann ergibt sich etwas“, sagt Falko Windhaus zu seiner Motivwahl. So sei es auch bei der Stuhl-Themenreihe gewesen, die er schon seit einigen Jahren verfolge. Der Stuhl sei stets das gleiche Modell, einfach und schwarz. Mit einem schwarzen Stift auf Karton und Holz gezeichnet, setzt er den Stuhl verschiedenen Situationen aus. Mal er ist auf schwarzem Untergrund zu sehen, mal auf weißem – der Stuhl bleibt Stuhl.

Striche könnten die verrinnenden Tage darstellen. „Ich überlasse die Deutung meiner Bilder dem Betrachter“, so Windhaus. Und der rote Strich über die weißen Tagesstriche? Falko lächelt. Seine Stühle nehmen menschliche Züge an, zeigen Zuneigung, lehnen sich an. Oder sie kommen angesichts einer dicken schwarzen Wand im Hintergrund ins Stolpern und kippen um. Wie Menschen, die durch besondere Lebenssituationen ins Straucheln geraten. Rote Häuser begleiten den Künstler seit seinem Studium in Bielefeld. Inspiriert von Erich Heckels Zyklus „Die roten Häuser“ sind seine roten Häuser aus seinem Werk nicht mehr wegzudenken. Mal pausieren sie, um sich doch immer wieder einzuschleichen und in irgendeiner Form bearbeitet zu werden. In einer Vitrine ist eine mögliche Form zu sehen. Mit Acrylfarben hat Windhaus die Spiegelung seiner roten Häuser auf dicke Wellpappe, die im Alltag für Verpackungen verwendet wird, gemalt.

Der Körper eines Mannes ist zu sehen, schwarz, athletisch. Sein Kopf ist verdeckt mit eine Art Behälter, in der neun rostige Nägel stecken. Über dem Werk ist ein Bild zu sehen, das einen Turm – oder ist es eine Freitreppe? – mit einer kleinen Dose zeigt, die getrocknete rote Farbe enthält. „Den Rest der Sonne“, sagt Windhaus. Der Titel des Werks lautet Grund A. Eine Vitrine zeigt Bücher, die fest verschlossen in Zeitungspapier eingewickelt sind. Sie bilden untrennbar einen Block. „Es ist in Ordnung, dass sie verschlossen sind“, so der Künstler, „der Text ist ja erhalten geblieben.“ In Zeitungspapier mit chinesischen Schriftzeichen eingewickelt finden sich auch Tasse und Gabel – sie stammen aus der Reihe Verständigung am Tisch zwischen Deutschland, Russland und China.

>Die Ausstellung läuft bis 31. August im Rathaus.

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erstellt am 11.Aug.2016 | 12:20 Uhr

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