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Eckernförder Zeitung

26. September 2016 | 05:39 Uhr

Green Screen : Faszinierendes Land am Ende der Welt

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das Filmteam von Robert Morgenstern drehte über zwei Jahren auf der Südinsel Neuseelands und zeigten ihren Film als Deutschlandpremiere bei der Green-Screen-Eröffnung.

Eckernförde | Neuseeland muss ein faszinierendes Land sein. Die Bilder, die Regisseur Robert Morgenstern und sein Filmteam nach mehr als zweijähriger Dreh- und Produktionszeit von der Südinsel mitgebracht haben, zeigen urwüchsige Landschaften mit atemberaubender Natur. Auf der Eröffnungsfeier des Internationalen Naturfilmfestivals Green Screen in der Eckernförder Stadthalle wurden die Aufnahmen der Episode 2 „Die Südinsel: Im Reich der Extreme“ der dreiteiligen Doku-Reihe „Wildes Neuseeland“ erstmals in Deutschland gezeigt.

Der Kiwi, Neuseelands Wappentier, lebt nur dort und ist mit seinem gekrümmten Gang und den dicken Beinen eine skurrile Erscheinung. Wenn die riesigen Seelöwen Nachwuchs bekommen, wird dieser auch schon mal im Wald versteckt, freche Keas trotzen allen klimatischen Widrigkeiten, kommen im Schnee klar und suchen auch die Nähe der Menschen. Heuschrecken überstehen tiefgekühlt mehrere Wochen und erwachen bei Tauwetter wieder zum Leben, Riesenschnecken haben es auf Regenwürmer abgesehen und leuchtende Mückenlarven lassen nachts einen „Sternenhimmel“ entstehen, der Insekten anlockt und in die tödliche Giftfalle ihrer Netze lockt – Faszination pur und mit großem zeitlichen, technischen und körperlichem Aufwand herausragend gefilmt. Die knapp 500 Premierengäste spendeten reichlich Beifall für die NDR/BBC-Produktion.

Neuseelands Landschaft ist in ihrer Vielfalt unvergleichlich und verfügt wegen der geografischen Lage und Evolutionsgeschichte über eine weltweit einzigartige Flora und Fauna. Brodelnde Geysire grenzen an tropisch anmutende Strände, verwunschene Urwälder umschließen stille Fjorde und werden von eisigen Gletschern durchbrochen. In völliger Abgeschiedenheit vom Rest der Welt haben sich dort in über 80 Millionen Jahre flugunfähige Vögel wie Kiwi, fleischfressende Schnecken und schleimspeiende riesige Stummelfüßer entwickelt. Extrem auch das Wetter. „Früh scheint die subtropische Sonne und man startet in kurzen Hosen in den Tag, gegen Nachmittag kann dann schon mal Schneefall einsetzen – mitten im Sommer. Nicht umsonst sprechen die Neuseeländer von vier Jahreszeiten an einem Tag. Dazu kommt der ständige Regen – vor allem im Süden regnet es an zwei von drei Tagen“, sagte Robert Morgenstern. Diese landschaftlichen und klimatischen Extreme haben den Dreh extrem anstrengend gemacht. Bemerkenswert und faszinierend zugleich sind die Zeitrafferaufnahmen der Gletscher in den südlichen Alpen Neuseelands, die pro Tag bis zu sieben Metern wandern. Der eisige Fluß der Eismassen verliert jedoch aufgrund des Klimawandels an Kraft – in den vergangenen 40 Jahren ist ein Drittel der Eismasse abgeschmolzen.

Robert Morgenstern, Christina Karliczek und Kilian Helmbrecht schilderten anschließend im Gespräch mit Moderator Michael van Bürk ihre persönlichen Erlebnisse, Eindrücke und Begegnungen mit den Tieren, lange Wartezeiten und körperlich anstrengende Expeditionen inklusive. In einem „Making of“ konnten die Gäste die Schilderungen dann auch bildlich nachempfinden.


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erstellt am 16.Sep.2016 | 06:51 Uhr

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