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Eckernförder Zeitung

03. Dezember 2016 | 20:49 Uhr

Agrar Oldtimer Club dänischer Wohld : Faszination für die alte Technik

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Stoppelfest des Agrar Oldtimer Clubs lockte hunderte Treckerfans nach Lindau.

Lindau | Laut und gleichmäßig tuckernd holpern sie über den Acker. Hinter den Oldtimer-Treckern lockern und wenden alte Pflüge den vom nächtlichen Gewitter schweren Boden. Diesel liegt in der Luft. Hier und da hält einer an, justiert den Pflug nach. Fynn-Lasse (6) und Jacob (4) dürfen ein paar Runden auf einem Deutz, Baujahr 1959, mitfahren. „Wie war´s?“, fragt der Vater, als sie vom Trecker absteigen. Die Jungs strahlen, heben die Daumen.

Auf der Koppel nebenan wird begutachtet und gefachsimpelt. Überhaupt, Männer sind hier deutlich in der Überzahl. Hunderte Traktorenfans und Freunde historischer landwirtschaftlicher Geräte besuchten am Sonntag das traditionelle Stoppelfest des Agrar-Oldtimer-Clubs Dänischer Wohld bei Kai-Günther Werner auf dem Hof Hein in Revensdorf. Schon am Vormittag sind um die 50 Trecker da. „Und es werden noch mehr“, weiß Uwe Karstens, Vorsitzender des Agrar-Oldtimer-Clubs Dänischer Wohld. „Wir haben immer um die 80 bis 100 alte Trecker da.“ Viele davon Raritäten, wie der Lanz Bulldog aus den 30er-, 40er-Jahren von Thorsten Pastwa aus Kaltenhof mit einem Zylinder und viel Hubraum.

„Mit dem Stoppelfest möchten wir unseren Mitgliedern die Gelegenheit geben, ihre Oldtimer in Betrieb zu nehmen“, sagt Karstens. Er sei immer sehr dankbar, wenn jemand seine Koppel dafür zur Verfügung stellt. Das Stoppelfest gibt es seit 1998, seit es den Club für die Freunde von alten Treckern und Landmaschinen im Wohld gibt. Mit sechs Mann im Freundeskreis auf der Koppel fing das Fest an. Später traf man sich bei Uwe Karstens, um vier Hektar Acker zu pflügen. Drei Jahre später auf dem Augustenhof in Osdorf waren es schon 15 Hektar. Heute sind es noch etwas mehr. Der Club zählt mittlerweile 200 Mitglieder. Nicht alle sind Landwirte. Da braucht es schon mal Hilfe, wenn der Trecker in der Furche steht und der Pflug dahinter nicht gerade ist. Aber das sei auch das Schöne im Club, findet Karstens. Man hilft sich, Jung und Alt kommen zusammen. Und Opa erzählt den Enkeln, wie es früher war.

Wenn es um Oldtimer-Trecker geht, kommt auch der Vereinsvorsitzende ins Schwärmen. „Das sind noch Trecker mit Charakter, mit einer Technik, die beherrschbar und zu reparieren ist“, hebt er hervor. Der eine schwöre auf Hanomag, der andere auf Lanz Bulldog, der nächste auf Deutz. Damals erforderte das Treckerfahren noch Gefühl. Heute sei bei den Traktoren zunehmend alles computergesteuert. Karstens lacht und räumt ein: „Für das alles hier muss man schon ein bisschen verrückt sein.“ So wie Hendrik Jobst aus Krück und Christoph Mißfeldt aus Tüttendorf. Die beiden sind mit ihrem Deutz, Baujahr 1951, und einem Pflug aus den 50er-Jahren zum Stoppelfest gekommen. Der Traktor sei ein Familienerbstück, verrät Hendrik Jobst bevor sie auf den Acker fahren. „Der Tag heute ist der eine Tag im Jahr, den mir keiner nehmen kann“, erzählt er. „Da freue ich mich das ganze Jahr drauf.“ Auch bei ihm ist es die alte Technik, die fasziniert. Und das Zeitlose der alten Trecker. „Wenn ich über das Land fahre mit 16, 17 Stundenkilometern, dann kann ich abschalten“, sagt er. „Das ist für mich wie Urlaub.“

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