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Eckernförder Zeitung

03. Dezember 2016 | 12:49 Uhr

TÜV-Statistik : Fast die Hälfte aller Autos sind makellos

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Mängelquote in der Eckernförder TÜV-Station ist im dritten Jahr in Folge gesunken. Dennoch werden etwas mehr als ein Drittel der Pkw in die Werkstätten beordert.

Eckernförde | Wolfgang Zedlach steuert den Mercedes seiner Frau aufs TÜV-Gelände in der Marienthaler Straße. Ein 180er, Baujahr 1994, 233  000 Kilometer auf dem Tacho, sehr gepflegte Erscheinung. Eigentlich hatte der Stexwiger die Plakette fest eingeplant, aber die im Ansatz stark angerostete Bremsleitung hinten links macht ihm einen Strich durch die Rechnung. TÜV-Prüfer Ralf Tilly ist dieser Mangel nicht entgangen, glücklicherweise nicht, denn eine geplatzte Bremsleitung hat unter Umständen tödliche Folgen. Wolfgang Zedlach hat jetzt vier Wochen Zeit, den Mangel beheben zu lassen und den Benz seiner Frau erneut vorzuführen. Dann dürfte der Plakettenvergabe nichts mehr im Wege stehen, weil das Fahrzeug sonst einen sehr soliden Eindruck macht.

Maschinenbau-Ingenieur Ralf Tilly kennt natürlich die Schwachstellen sämtlicher Fahrzeuge. Seinem geschulten Blick und auch dem seines Kollegen Jens Mayer entgeht so gut wie nichts, vor allem keine sicherheitsrelevanten Mängel. Licht, Bremsen, Achsen – da muss alles stimmen. Und es stimmt offenbar zunehmend, wie aus der jetzt ausgewerteten TÜV-Statistik 2015 hervorgeht. Insgesamt 47,9 Prozent der Autos, die im vergangenen Jahr an der TÜV-Station in Eckernförde auf Herz und Handbremse gecheckt wurden, hatten überhaupt keine Mängel. Bei weiteren 14,3 Prozent der Fahrzeuge fanden die TÜV-Prüfer nur geringe Mängel, sodass 62,2 Prozent sofort eine neue TÜV-Plakette mit zwei Jahren Gültigkeit bekommen haben.

Bemerkenswert ist aber auch: Bei 37,8 Prozent wurden erhebliche Mängel festgestellt (Vorjahr 40,2 Prozent). Und diese müssen umgehend repariert werden, bevor nach einer Nachprüfung die Plakette auf das hintere Kennzeichen und das HU-Siegel in den Fahrzeugschein geklebt werden konnten. Als völlig verkehrsunsicher wurde 2015 nur ein Auto eingestuft. Sehr wenig bei einem Durchlauf von rund 5000 Fahrzeugen, die jährlich beim TÜV in Eckernförde untersucht werden – darunter befinden sich allerdings auch Abnahmen für umgebaute Fahrzeuge, Gasanlagen oder Anhänger.

Im gesamten Norden hat sich damit die Zahl der Fahrzeuge mit erheblichen Mängeln schon zum dritten Mal hintereinander verringert. Das Durchschnittsalter der in Eckernförde untersuchten Fahrzeuge betrug 9,9 Jahre, die durchschnittliche Fahrleistung lag bei 123  000 Kilometer. „Wir freuen uns über diese Entwicklung der Mängelquoten“, sagt der Eckernförder TÜV-Chef, der auf die gute Qualität der hergestellten Fahrzeuge verweist. „Zudem verstärken die Autohäuser und Werkstätten ihre Anstrengungen in Sachen Qualitätssteigerung. Die Autofahrer wiederum kümmern sich in Zeiten guter Wirtschaftslage mehr um Wartung und Pflege ihrer Fahrzeuge und nehmen fällige Termine zur Inspektion und Instandhaltung wahr. Besonders freuen würde es uns auch, wenn der kurze Check der Beleuchtungsanlage vor Fahrantritt zur Regel wird“, so Tilly gegenüber der EZ. Ein wichtiger Hinweis aus der Praxis, denn in der Mängelstatistik liegt „Licht, Elektrik“ wieder weit vorn. Und das, obwohl die Kontrolle der Beleuchtungsanlage und deren Reparatur in der Regel relativ einfach zu bewerkstelligen ist. Allerdings sei die Quote der erheblichen Mängel in diesem Bereich zurückgegangen, daran hätten auch die Hersteller mit der Entwicklung von zuverlässiger und langlebiger Technik wie LED ihren Anteil, betonte der TÜV. Die nächsthäufigsten Mängelgruppen sind „Umweltbelastung“ und „Bremse“.

Dabei gilt: Je älter die Fahrzeuge sind, desto höher ist die Zahl derjenigen, die im ersten Anlauf keine Plakette bekommen. Die aktuellen Zahlen: Bei der ersten Hauptuntersuchung im Alter von drei Jahren finden sich bei 6,6 Prozent der Autos erhebliche Mängel. Im Alter von fünf Jahren sind es schon 11,8 Prozent und so geht es weiter bis zu den Elfjährigen, von denen 31,9 Prozent zur Reparatur in die Werkstatt müssen. Die durchschnittliche Laufleistung, die neben dem Alter auch als Grund für den Verschleiß und somit für Mängel anzusehen ist, liegt jetzt bei den Dreijährigen bei 50  440 Kilometern und bei den Elfjährigen bei 135  963 Kilometern.

Wichtig: Wer noch mit einer braunen TÜV-Plakette für 2016 unterwegs ist, sollte sich bald einen Termin bei seinem TÜV geben lassen. Mit dem bevorstehenden Jahreswechsel ändert sich die Farbe der ‚fälligen‘ Plaketten von Braun auf Rosa, und so ist schon farblich erkennbar, dass der TÜV-Termin überzogen wurde. Dann ist nach mehr als zwei Monaten ein Verwarnungsgeld fällig, und ab dem 8. Monat kommt noch ein Punkt in Flensburg hinzu.

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erstellt am 03.Nov.2016 | 06:00 Uhr

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