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Eckernförder Zeitung

04. Dezember 2016 | 11:13 Uhr

Eyla und Nieke vermitteln Freude und Glücksgefühle

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Besuchshundedienst im Sankt Martin Altenhilfe-Diakonie-Zentrum kommt bei den Bewohnern gut an

Eyla und Nieke kommen gerne in den die Wohnanlage des Sankt Martin Altenhilfe-Diakonie-Zentrums in Eckernförde. Jeden Dienstag besuchen sie hilfsbedürftige, ältere Menschen, die sowohl ambulant als auch teil- und ganz stationär betreut werden. Und die Bewohner freuen sich auf Eyla und Nieke – handelt es sich doch um zwei Hündinnen, die sich nur zu gern von den Heimbewohnern streicheln lassen.

Es ist ein besonderes Angebot, das einige Bewohner jeden Dienstag gern annehmen, wenn Marika Jensen mit ihren beiden Besuchshündinnen Eyla und Nieke für zwei Stunden vorbeikommt. Marika Jensen, die diesen Service bei St. Martin bereits seit vier Jahren leistet, sagte dazu: „Die Tiere sind oft ein sehr einfacher Weg, sich die Welt der demenzkranken Heimbewohner zu erschließen, ohne dabei ihre Defizite hervorzuheben. Der Umgang mit Tieren macht Spaß und gestaltet den Alltag von Menschen mit Demenz freudiger.“

Diese positive Wirkung war auch zu spüren, als sie mit den Hunden den Raum betrat, wo an diesem Dienstagvormittag acht an Demenz erkrankte Heimbewohner die Besuchshunde bereits erwarteten. Labrador-Retriever Eyla und Labradoodle (Kreuzung zwischen Labrador und Großpudel) Nieke hatten dieses Mal Verstärkung mitgebracht, denn auch Lydia Borgers von der Hundeschule Eckernförde war mit zwei ihrer Hunde dabei. Der fünfjährige Rüde Hagrid (benannt nach dem Halbriesen in der Harry Potter-Saga) und die siebenjährige Adele haben bereits gute Erfahrungen als Besuchshunde in der Imland-Klinik. Adele ist außerdem als Rettungshund ausgebildet.

Nach einer sehr herzlichen und persönlichen Begrüßung startete auch sofort das „tierische“ Besuchsprogramm. Es galt, Hunde-Leckerli zu verteilen. Die Heimbewohner wurden sofort in das Verteilen der Leckerli einbezogen, indem sie damit kleine Futterspender füllten oder die Hundekekse anderweitig versteckten. Wer es mochte, konnte den Hunden auch ganz nah kommen – das Kuscheln mit den erfahrenen Hunden war ausdrücklich erlaubt. Die Senioren unterhielten sich dabei nicht nur mit den Tieren, sondern auch miteinander über die Hunde. Auf diese Weise wird die Kommunikation und die Sprachfähigkeit gefördert.

Allerdings wurden auch Unterschiede im Verhalten deutlich – während ein Senior ausgesprochen liebevoll mit Labradoodlehündin Nieke umging, hatten andere Heimbewohner eher Berührungsängste – aber niemand wurde genötigt, mehr Kontakt zu den Hunden aufzunehmen als er wollte.

Dennoch überwogen in dieser „Hunde-Besuchsstunde“ die Freude und die Glücksgefühle bei den an Demenz Erkrankten. Die erfahrenen Hundebesitzerinnen Jensen und Borgers verstanden es , alle Beteiligten liebevoll in die „Trainingsstunde“ einzubeziehen und schufen damit eine ausgesprochen entspannte und fröhliche Atmosphäre.

Der langjährige Kontakt zwischen Marika Jensen und der Hundeschule Eckernförde soll künftig weiter ausgebaut werden. Ab Juni wird über die Hundeschule eine sechs- bis achtwöchige Besuchshundeausbildung als Gemeinschaftsprojekt angeboten. „Wir wollen erreichen, dass noch mehr wesensfeste, geduldige und vor allem gehorsame Hunde für ein Besuchshunde-Angebot an Senioren- und Pflegeeinrichtungen zur Verfügung stehen. Schließlich bereitet die Beziehung zwischen Mensch und Tier gerade den Älteren und an Demenz erkrankten Menschen Freude“, so Marika Jensen.


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erstellt am 28.Apr.2016 | 06:43 Uhr

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