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Eckernförder Sportverein : „Es geht um euren Verein“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Äußerst geringe Resonanz beim ersten Workshop des ESV zum Thema „zukunftskonzept“ / Nur vier Mitglieder und zwei Anwohner nehmen teil

Eckernförde | Der Eckernförder SV steht am Scheideweg. Will man auf der alten Anlage am Bystenredder bleiben oder doch lieber umziehen? Aus diesem Grund soll ein Konzept erstellt werden, das die Weichen für die Zukunft stellt. „Wir wollen diese Frage nicht alleine im Vorstand besprechen, sondern mit allen Betroffenen“, betonte Jörg Meyer, der erste Vorsitzende des Sportvereins. Deshalb veranstaltet der Vorstand Workshops, in denen sich die Mitglieder aktiv einbringen können. Am Freitag fand der erste statt. Angesprochen waren alle 570 Mitglieder, die direkten Anwohner und alle Interessierten. Jedoch kamen ins Vereinsheim „Abseits“ nur vier Mitglieder und zwei Anwohner. „Das ist schon enttäuschend. Wir brauchen aktive Mitarbeit, sonst muss der Vorstand alleine entscheiden“, betonte Meyer.

Da die Entscheidungen, die in Kürze getroffen werden müssen, einen deutlichen Einfluss auf die nächsten Generationen haben werden, hatte sich Meyer deutlich mehr Resonanz versprochen. „Überall wird Mitspracherecht gefordert – wenn man es dann anbietet kommt keiner. In der Gaststätte nebenan sitzen mehr Leute als hier“, sagte ein sichtlich enttäuschter Vorsitzender. Meyer hätte gerne mit den Mitgliedern über aktuelle Probleme und Schwierigkeiten auf der Anlage am Bystedtredder gesprochen. Der erste Workshop sollte der Informationsvermittlung und des Austausches dienen, – und davon ließ sich Meyer durch die geringe Resonanz auch nicht abbringen. So trug er vor den sechs Anwesenden seine Idee vor. „Wenn wir hier bleiben, muss etwas passieren. Wir werden hier durch die Bebauung eingeengt“, sagte er. Es gebe auch Beschwerden der Anwohner über die Lautstärke. Auch deshalb wolle man diese mit „ins Boot holen“. Denn die endgültige Entscheidung solle „von allen Seiten getragen“ werden, so Meyer. Das gilt auch für Felix und Anja Rolf. Die beiden wohnen direkt am Sportplatz und würden sich freuen, wenn der Verein in der Nachbarschaft bleibt. „Eigentlich wollten wir Herrn Meyer das nur mitteilen, da wir gedacht haben, dass wir hier keinen Platz mehr bekommen heute“, sagte Anja Rolf. Felix Rolf war negativ überrascht von der äußerst dürftigen Resonanz.

Laut einer Umfrage des ESV sind 90 Prozent der Anwohner Anja Rolfs Meinung und wollen, dass der Verein bleibt. „Es reicht jedoch, wenn einer dagegen ist“, erklärte Meyer. Er legt großen Wert auf die Fußballkultur. „Ein Torjubel muss auch sonntags erlaubt sein“. Der Vorsitzende weiß, das etwas getan werden muss, wenn der Verein am Bystedtredder bleiben wolle – auch in struktureller Hinsicht. „Die Kabinen reichen nicht mehr aus, das Vereinsheim entspricht nicht dem modernen Anspruch“.

Entscheidend sei jedoch die Einrichtung eines Kunstrasenplatzes. „In diesem Punkt rennt uns die Konkurrenz davon“, mahnte Meyer. Die Kosten dafür liegen zwischen 400  000 bis 850  000 Euro. Langfristig will der ESV in der Schleswig-Holstein Liga spielen. „Dafür benötigen wir einen entsprechenden Platz“, bekräftige der Vorsitzende.

Er stellte Alternativstandorte vor. Die „Preußerkaserne“ ist noch bis 2025 besetzt. Auch der „Borbyer Hof“ entfällt, da es eine Renaturierungsfläche sei. Somit bleibt noch das Schulzentrum Süd. „Wir sind ein Stadtteilverein mit der Heimat Borby. Das Schulzentrum ist nicht in Borby“, betonte Meyer. Auch über eine Kooperation mit dem EMTV oder dem VfR wurde gesprochen. „Unser Name wird jedoch auf keinen Fall aufgegeben“, sagte Meyer. Beim Workshop am 28. April hofft Jörg Meyer auf die Teilnahme von wesentlich mehr Mitgliedern im „Abseits“. „Es geht um euren Verein. Tut etwas dafür“, forderte er Nichtanwesende indirekt auf. Für den 16. Juni ist ein Mitgliedervotum geplant. Bis dahin sollen verschiedene Modelle erarbeitet sein.



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