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Eckernförder Zeitung

07. Dezember 2016 | 17:23 Uhr

Integrationspreis 2016 : Erster Preis für die Inklusionspiraten

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Verein „Meer bewegen“ erhält Integrationspreis 2016 des Sozialverbands / Die Olympiaklasse 2.4 erweitert die Flotte der „Inklusionspiraten“

Für ihr Engagement, den Segelsport auch für Menschen mit Behinderung erlebbar zu machen und Barrieren auf Booten abzuschaffen, hat der Verein „Meer bewegen“ am Sonnabend auf seinem Sommerfest vom Landesverband des Sozialverbands Deutschland (SoVD) den Integrationspreis 2016 verliehen bekommen. Der SoVD-Landesvorsitzende Wolfgang Schneider hat gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft der Hauptschwerbehindertenvertretungen, Mario Eggers, den Preis an die Vorsitzenden der „Inklusionspiraten“, Eike Ketzler (31) und Thomas Preuhsler (30), überreicht.

Im Sommer 2014 hat sich der Verein gegründet und ermöglicht seitdem auf dem Gelände des Wassersportclubs am Wittensee, dass Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam segeln (wir berichteten). Flaggschiff des Vereins ist die RS Venture „White Pearl“, die aufgrund einer Spezialkonstruktion von Behinderten manövriert werden kann. „Segeln gehört zur Identität Schleswig-Holsteins“, sagte Schneider bei der Übergabe des Preises. Diese Erfahrungen, Wind und Wellen hautnah auf dem Wasser zu spüren, auch Menschen mit Behinderung zugänglich zu machen, ist eine großartige Leistung des Vereins“, betonte er. Vor allem, dass der Sport gemeinsam von Menschen mit und ohne Behinderung ausgeübt werden könne, sei beeindruckend. „Die Inklusion macht nicht einmal vor dem Meer Halt“, lobte auch Mario Eggers, der Verein praktiziere es vorbildlich. „Allein der Wind bestimmt das Tempo, die Behinderung des Einzelnen tritt in den Hintergrund“, so Eike Ketzler.

Diese Erfahrungen können die Segler jetzt auch mit ihrem neuen Boot machen, der 2.4mR, einer Klasse, in der Segler mit und ohne Behinderung sogar chancengleich gegeneinander antreten können. Gesteuert werden kann das rund 240 Kilogramm schwere Boot, das aufgrund seines Bleikiels und den Schwimmkörpern im Bug und Heck unsinkbar ist, per Fuß- oder Handsteuerung. Die Lenkung verlangt wenige Kraft, dafür aber Fingerspitzengefühl. Seit 2000 ist das Boot auch eine offizielle Klasse bei den Paralympics. In Sydney wurde Heiko Kröger darin Olympiasieger. Geschenkt bekommen hat der Verein „Meer bewegen“ das Boot vom dem Flensburger Michael Adam, der die 2.4. selber auch gesegelt hat. „Ich habe den Verein auf der Hanse-Boot-Messe kennen gelernt“, erzählte er. Die Idee dahinter habe ihn beeindruckt. Das Boot wurde auf den Namen „Kalle Wirsch“ getauft, benannt nach einer Figur aus der Augsburger Puppenkiste“.

Olympia-Erfahrung hat auch Dirk Thalheim. Der 45 Jahre alte Hamburger spielte elf Jahre lang für die deutsche Rollstuhlbasketball-Nationalmannschaft. 2000 und 2004 war er mit dem Team in Sydney und Athen dabei. Thalheim hat auf der Alster seinen Segelschein gemacht und kennt die 2.4-Klasse daher als ein optimales Schulboot. Mit der „Kalle Wirsch“ drehte er am Sonnabend schon ein paar Runden auf dem Wittensee und hatte anschließend noch ein paar Verbesserungstipps, um das Boot noch besser einsetzen zu können. „Letztlich stellt jeder Segler die Schoten aber individuell auf sich ein“, sagte Thalheim. 

>www.meer-bewegen.de

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erstellt am 12.Sep.2016 | 06:49 Uhr

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