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Eckernförder Zeitung

01. Oktober 2016 | 17:29 Uhr

Erste Zweifel am Sky-Kino

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

CDU fordert Fortschritte in Sky-Planung / Stadt hat Kinobau in B-Planung für Bahnhofsumfeld aufgenommen

Es klang so gut, das Kino auf dem Sky-Markt in der Reeperbahn. Doch so langsam kommen bei einigen Lokalpolitikern offenbar Zweifel auf, ob das Projekt so ohne Weiteres umgesetzt wird. Im Bauausschuss sagte Ausschussvorsitzender Matthias Huber (Bürger-Forum) während einer längeren Diskussion: „Ich persönlich glaube nicht an das Projekt.“

Anlass der Diskussion war der Antrag der CDU, das Thema „Kino“ erneut auf die Tagesordnung setzen zu lassen. Matthias Huber hatte jedoch Zweifel an der Sinnhaftigkeit geäußert: Ein Telefonat mit den Verantwortlichen bei Coop habe ergeben, dass es keine neuen Erkenntnisse gebe. „Von Anfang an hieß es, dass ein Jahr für die Planung benötigt wird“, so Huber. „Im Moment ist noch nicht einmal klar, wie man von der Reeperbahn künftig an das Gebäude heranfahren soll.“ Die Investoren hätten gesagt, dass sie dankbar wären, nicht erscheinen zu müssen, nur um zu bestätigen, dass es nichts Neues gibt.

Das fand die CDU-Fraktionsvorsitzende Katharina Heldt bemerkenswert. Immerhin hätten sie sich im Frühjahr mit einer Bauvoranfrage „weit aus dem Fenster gelehnt“. Die Fusion zwischen Rewe und Coop werde sich noch hinziehen. „Wollen wir uns hinhalten lassen wie in den letzten vier Jahren? Wollen wir Sky weiterverfolgen oder beerdigen?“

Bürgermeister Jörg Sibbel bestätigte, dass es seit dem Bauausschuss am 8. Juni keinen neuen Sachstand gebe. Es habe seither ein, zwei Gespräche mit dem Planer gegeben, unter anderem, um die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes zu erörtern, weil die neue Ortsgestaltungssatzung dem Kino entgegenstehen würde. Weiterhin sei über die Verkehrsführung inklusive einem eventuellen Abriss des im Besitz von Coop befindlichen Gebäudes in der Reeperbahn 43 gesprochen worden, um von dort eine verkehrliche Anbindung zu schaffen. Die Bauvoranfrage gelte mittlerweile als zurückgenommen, weil Fristen, in denen Unterlagen hätten eingereicht werden müssen, nicht eingehalten wurden.

Hubi: „Ich bin der Letzte, der sich vor einen Investor schmeißt, um ihn zu schützen, aber es wurde von Anfang an gesagt, dass sie ein Jahr für die Planung benötigen.“ Jetzt seien dreieinhalb Monate vorbei und man sollte nicht bei jeder Sitzung nach Fortschritten rufen. „Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.“

Die aktuelle Beschlusslage erläuterte Jörg Sibbel wie folgt: Es besteht ein Ratsversammlungsbeschluss, der sich gegen ein Kino im Skaterpark ausspricht. Es gibt ein Baubegehren zur Aufstockung des Sky-Marktes, eine Bauvoranfrage wird nicht mehr bearbeitet. Zudem gibt es den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan 69 „Bahnhofsumfeld“ vom ZOB über den Grünen Weg bis zum Schulweg. Dort soll auch die Ansiedlung eines Kinos untersucht werden. Erste Ergebnisse der Machbarkeitsstudie wurden im nicht-öffentlichen Teil vorgestellt.

Genau darauf hatte Bauamtsleiter Roy Köppen die Coop-Verantwortlichen vor einiger Zeit auch hingewiesen. „Zudem hätten sie heute im nicht-öffentlichen Teil ihre bisherigen Planungen vorstellen und einen Antrag auf Aufstellung eines vorhabenbezogenen B-Plans stellen können“, so Köppen. „Sie hätten also zwei Gründe gehabt, hier aufzutauchen.“

Die Diskussion wurde schließlich mit dem Hinweis auf die Vorstellung der städtischen Planung beendet. „Wir haben Alternativen“, sagte Frauke Piechatzek (SPD). Wenn Coop nicht wolle, gehe die Planung eben in eine andere Richtung. Nur: „Der Skaterpark ist weiterhin keine Option für uns.“

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erstellt am 22.Sep.2016 | 06:00 Uhr

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