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Eckernförder Zeitung

29. Juli 2016 | 23:40 Uhr

Premiere : Erste Tour mit dem Bürgerbus

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Jungfernfahrt für den ersten Bürgerbus im Kreis Rendsburg-Eckernförde / Gestern fuhr „Hüttis Marktbus“ um 9 Uhr von Bünsdorf nach Eckernförde

Pünktlich um 9 Uhr gab Jens-Peter Frank gestern in Bünsdorf an der Haltestelle Gas und startete die erste Fahrt des neuen Bürgerbusses, die Linie 3069, in Richtung Eckernförde. 40 Minuten, 27 Kilometer und 17 Haltestellen später erreichte „Hüttis Marktbus“ Eckernförde. Mit an Bord: fünf Fahrgäste, ein weiterer sollte noch in Holtsee einsteigen. „Für die anderen Touren um 10.30 Uhr und um 12.45 Uhr lagen allerdings keine Anmeldungen vor. „Der Bus fährt aber trotzdem“, betonte Susanne Guth. Die Mitarbeiterin des Amtes Hüttener Berge leitete die Arbeitsgruppe Mobilität/ÖPNV, durch dessen Engagement das Projekt Bürgerbus realisiert werden konnte. „Der Bus ist eine offizielle Linie der Autokraft, wir sind vertraglich verpflichtet, zu verfahren“. Daher könne es auch durchaus Leerfahrten geben. Doch die soll es natürlich kaum geben, so die Hoffnung der Initiatoren. Die telefonischen Anmeldungen bei Hannes Benn würden lediglich die Mitnahme in dem Neunsitzer an der jeweiligen Haltestelle garantieren. Die Kosten pro Fahrt betragen 2 Euro, ermäßigt 1 Euro. Mittwochs und sonnabends fährt er, dreimal am Tag und hält dabei in Bünsdorf, Borgstedt, Sehestedt, Haby und Holtsee.

Rechtzeitig angerufen hatte Ilse Kühne. „Ich kann in Eckernförde auf den Markt, zur Bank oder einfach nur auf der Promenade bummeln“, sagte die Bünsdorferin gestern vor dem Einsteigen. Für die Fahrt ins Ostseebad verabredet hatte sie sich mit Erika Hirsch und Tilly Lorenzen. Um 12 Uhr wollten sie dann den Bus wieder zurück nehmen. Auch Harald Dittrich aus Haby und Inge Römer aus Kiel, die seit fünf Jahren immer gerne in der Region Hüttener Berge unterwegs sind, begrüßten das neue Mobilitätsangebot im ländlichen Raum.

„Der Bürgerbus ist unserer erster großer Wurf“, sagte Amtsdirektor Andreas Betz. Eine Bedarfsanalyse in den Hüttener Bergen hätte klar aufgezeigt, dass die Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr desolat sei. Weitere Projekte sollen daher folgen. Da sei aber auch der Kreis, als Verantwortlicher für den ÖPNV gefragt. Bereits im vergangenen Jahr hatte das Amt gemeinsam mit der Autokraft ein Konzept für den so genannten Kulturbus dem Regionalentwicklungsausschuss zur Beratung vorgelegt. Der Kreis sollte sich mit rund 40  000 Euro für ein halbes Jahr an diesem „Versuchsballon“ beteiligen. Dabei ging es um die Anbindung an die Städte Rendsburg und Eckernförde, gerade in den Abendstunden. Vorgesehen waren zwei parallele Touren an den Sonnabenden von Rendsburg nach Eckernförde zum ZOB und zum „K7“ über die Dörfer der Hüttener Berge und wieder zurück. Auch weit nach Mitternacht sollten Fahrten möglich sein. „Aus Eckernförde fährt gegen 19 Uhr der letzte Bus in Richtung Rendsburg“, ergänzt Sven Thomsen, Niederlassungsleiter der Autokraft in Kiel.

„Das Amt hatte dafür auch Eigenmittel eingeworben“, betont Andreas Betz. Die Gemeinden, die Eckernförde Touristik sowie Eckernförder Gastronomiebetriebe waren mit im Boot. Doch letztlich stieß das Projekt im Kreisausschuss auf keine Zustimmung.

„Jetzt haben sich die Bürger selbst geholfen“, so Betz. Ehrenamtler haben es zum Laufen gebracht. Mit der ersten Fahrt hat der Amtsdirektor nun auch offiziell den Bürgerbus in die Hände des Ehrenamtes übergeben. Jens-Peter Frank, Bürgermeister aus Holtsee, ist einer von mehreren Fahrern. Die Koordinierung übernehmen Hannes Benn und Uwe Gietzelt.

5000 Flyer sind in den Dörfern Bünsdorf, Sehestedt, Haby und Holtsee verteilt worden. Die Zeiten, wann der Bus die 17 Haltestellen anfährt, stehen auf der Internetseite der Autokraft (www.autokraft.de) und auf der Amtshomepage (www.amt-huettener-berge.de.)

 

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erstellt am 09.Jul.2015 | 06:07 Uhr

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