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Eckernförder Zeitung

06. Dezember 2016 | 09:21 Uhr

Reaktionen auf die Filialschließungen : Enttäuschte Bürgermeister und entsetzte Bürger

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Eckernförder Bürgermeister Jörg Sibbel hat Sitz und Stimme im Verwaltungsrat der Förde Sparkasse. Er beurteilte die Schließung der ausgewählten Filialen kritisch und verwies auf die besondere Verantwortung des öffentlich-rechtlichen Kreditinstituts für den ländlichen Raum. Der Vorstandsvorschlag zur Schließung von acht Filialen treffe in erster Linie die Kreise Rendsburg-Eckernförde und Plön, sagte Sibbel.

Ebenfalls im 21-köpfigen Verwaltungsrat sitzt Landrat Dr. Rolf-Oliver Schwemer. Er sieht es als Problem, dass es im Kreis vielfach nur noch Kleinstfilialen gibt. Das Netz von Außenstellen mit einem umfassenden Beratungsangebot erscheine in Rendsburg-Eckernförde dünner als in Kiel oder im Kreis Plön. Deshalb fordert Schwemer eine klare Position des Vorstandes der Förde Sparkasse, wie deren öffentlicher Auftrag im Kreis künftig erfüllt werden soll.

„Mit großer Enttäuschung und Entsetzen nehme ich die Entscheidung des Verwaltungsrates der Förde Sparkasse zur Kenntnis, acht Filialen im Verbandsgebiet zu schließen“, erklärte der Vorsitzende des Kreis-Hauptausschusses und CDU-Kreistagsabgeordnete Jörg Hollmann aus Eckernförde. Die Auswahl der Filialen stimme nicht, sieben Filialen im ländlichen Raum und nur eine im Stadtgebiet von Kiel. „Da fehlt mir auch die Ausgewogenheit – der ländliche Raum wird eindeutig benachteiligt“, kritisiert er. Schon in der Verbandsversammlung am 30. August 2016 sei deutlich geworden, dass der Vorschlag des Vorstandes der Sparkasse zur Schließung der acht Filialen „aufgrund der mangelnden und vergleichbaren Faktenlage nicht nachvollziehbar und wenig transparent ist“. Die Entscheidung im Verwaltungsrat sei nur „mehrheitlich“ gefallen. Die Mitglieder, die zugestimmt haben, sollten den betroffenen Menschen erklären, auf welcher Grundlage sie diese weitreichende Entscheidung getroffen haben. Habe es die geforderte Nachvollziehbarkeit und Vergleichbarkeit aller Filialen gegeben? Sind die Kieler Filialen und die Filialen in der Fläche gleich behandelt worden? „Es ist schon beachtlich, dass ein Verwaltungsrat sich so über das Votum der Verbandsversammlung hinwegsetzt. Das ist eine neue Qualität in der Zusammenarbeit des Zweckverbandes der Förde Sparkasse, die es gilt aufzuarbeiten. Es muss dringend über die Ausrichtung der Sparkasse gesprochen werden. Entscheidungen zu Filialschließungen und die Erhöhung von Kontoführungsgebühren passen nicht zusammen. Die Förde Sparkasse steht in kommunaler Trägerschaft, gerade deshalb darf der eigentliche Geschäftszweck nicht verloren gehen.“

Klaus-Dieter Möse, Bürgermeister von Karby, ist sehr enttäuscht über die Filialschließung und Umstellung auf den Automatenbetrieb. „Ich bin total geschockt, auch wenn ich damit gerechnet habe.“ Er befürchtet, dass auf lange Sicht auch die Automaten wegfallen werden. Die nächste Filiale in Vogelsang-Grünholz ist mehr als acht Kilometer entfernt. Möse kündigte einen öffentlichen Beschwerdebrief an die Förde Sparkasse an.

„Das war ein Schock“, erklärte Bürgermeister Joachim Iwers, dessen Gemeinde mit einem Neubaugebiet mit mehr als 60 Bauplätzen gerade weiter wächst. „Ich bin überrascht und sehr enttäuscht darüber, dass nicht im Vorfeld mit der Kommune kommuniziert wurde“, so Iwers. Über Jahrzehnte habe es die Filiale in Osdorf gegeben, 2015 wurde noch ein Klima-Baum zum 50-jährigen Bestehen gepflanzt. Die Sparkasse ziehe sich immer weiter aus der Kundenbetreuung in der Fläche zurück. Zu behaupten, dass die Kunden mobil genug seien, nach Gettorf zu kommen, sei ihm zu einfach.

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erstellt am 24.Sep.2016 | 06:09 Uhr

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