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Eckernförder Zeitung

11. Dezember 2016 | 09:00 Uhr

Naturschutz : Eisvogel unter die Flügel greifen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Ehepaar Herda aus Loose lässt UNB Eisvogelnahrungsteich auf Privatkoppel erstellen / 245 Meter Knick werden neu angelegt

Loose | Es soll ein Paradies für Eisvögel entstehen. Zurzeit aber wühlt sich noch ein Bagger durch das nasse Erdreich auf einer rund zwei Hektar großen Koppel in Loose. Auf der Fläche von Margit Herda entsteht ein von der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) des Kreises finanziell geförderter 1000 Quadratmeter großer Eisvogelnahrungsteich.

Eisvögel gibt es an der Koholmer Au einige, berichtet Wolfgang Herda. Immer wieder sieht der Naturfreund die farbenprächtigen Kleinvögel. Auch auf einer benachbarten Fläche, auf der er vor drei Jahren mit dem Verein Froschland spezielle Amphibienteiche anlegte. Was den gefährdeten Vögeln aber für eine erfolgreiche und dauerhafte Brut fehle, sei ausreichend Nahrung. Sie würden zwar auch Kaulquappen und kleine Molche verfüttern, aber kleine Fischchen seien einfach besser. Und die dürfen nicht in die Amphibienteiche, so Herda.

Margit und Wolfgang Herda überlegten nicht lange. Auf einer Koppel gleich hinter dem Haus hatten sie schon lange in Senken Wassereinstau beobachtet. „Da kam uns die Idee für den Nahrungsteich“, sagt Wolfgang Herda. „Wir wollen der Natur etwas zurückgeben“, ergänzt Margit Herda. Hatten sie zunächst erwogen, das Vorhaben in Eigenregie zu stemmen, so wurde schließlich Dr. Ulf Schauser ins Boot geholt. Der Landschaftsingenieur kümmerte sich um die Mittel des Kreises, plante das Vorhaben und schrieb die Leistungen aus. Schauser schätzt, dass der Kreis rund 34  000 Euro aus dem recht neuen Programm zum Artenschutz speziell für den Eisvogel zur Verfügung stellen wird. Die Mittel aus dem Fördertopf stammen aus den Ersatzzahlungen, die Windkraftanlagenbetreiber für den Eingriff in das Landschaftsbild an den Kreis zahlen müssen, erklärt Kristina Achilles, Mitarbeiterin der UNB. Sie lobt das Projekt, das in der Art im Kreis erstmalig realisiert wird.

Anfang dieser Woche hatten die Erdarbeiten durch die Firma Rüdiger Bahr aus Holzdorf begonnen. Schätzungsweise 1000 Kubikmeter Erde werden für den Ernährungsteich ausgebaggert. Das Material wird für einen 245 Meter langen, neu aufgebauten Knick an der Koppelgrenze verwendet, erklärt Schauser. Der Knick wird rund drei Meter breit und 1,3 Meter hoch, ergänzt Wolfgang Herda. Er soll nicht nur als Biotopbrücke fungieren, sondern auch den oberirdischen Eintrag von der benachbarten Grasfläche verhindern, so Herda.

Im Frühjahr wird der Knick mit kleinen Sträuchern und alle 30 Meter mit einem größeren Baum (Überhälter) bepflanzt. Schließlich muss der Knick noch eingezäunt werden, um zu starken Wildverbiss zu verhindern. Der Teichboden wird durch anstehenden Lehm abgedichtet, so dass sich schnell Wasser einstauen wird, vermutet der Landschaftsingenieur. Sobald ausreichend Wasser vorhanden ist, sollen Fische, idealerweise Moderlieschen, eingesetzt werden. Wenn alles gut läuft, hoffen Margit und Wolfgang Herda, dass die Eisvögel im kommenden Jahr ihr neues Reich entdecken. Dort lässt die UNB außerdem noch eine Eisvogelbrutkiste installieren und baut in eine Steilwand am Teich mehrere Brutröhren ein.

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erstellt am 19.Nov.2016 | 06:32 Uhr

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