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Eckernförder Zeitung

05. Dezember 2016 | 17:40 Uhr

Künstlertreffen : „Einfach mal den Stecker rausziehen“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Kreative Zeit auf dem Hof Papenwohld / Morgen Abschlusskonzert

Klein Wittensee | „Ein Ortswechsel ist gut für den Kopf“, sagt Jonathan Walter, der die Tage abseits seines Lebensmittelpunktes Berlin sichtlich genießt. Das Örtchen Papenwohld inmitten der Hüttener Berge haben es dem 30-jährigen Musiker angetan: „Die Natur schlägt dir hier ins Gesicht“, sagt er, man erhalte ganz neue Perspektiven, das inspiriere. In Berlin schreibt der 30-Jährige Lieder für andere Künstler, er singt aber auch selber. Jonathan Walter ist einer von 15 Musikern, Produzenten und Filmemachern, die in der paradiesischen Abgeschiedenheit am so genannten „Papenwohld Artist Residency“ teilnehmen. Viele der kreativen Köpfe aus der Musikszene sehen und hören sich hier zum ersten Mal. Doch Musik verbindet. Innerhalb weniger Tage wollen sie gemeinsam ein Album produzieren, einen Dokumentarfilm über das gemeinsame Erlebnis drehen und zum Abschluss, morgen, 1. Oktober, vor rund 200 Zuschauern ein Konzert auf dem Heuboden des Resthofes geben.

Jonathan Walther hatte gemeinsam mit Jörn Bielfeldt die Idee dazu. Bielfeldt ist in Papenwohld aufgewachsen. Mittlerweile lebt und arbeitet der 31-Jährige in New York als Schlagzeuger. Jonathan kennt er schon seit der Kindheit. „In einer Hotelbar in New York schmiedeten die beiden bei einem Wiedesehen die Pläne für das Treffen in Papenwohld. Aus einer Vision wurde Realität. Unterstützung fanden beide bei Jörns Eltern, Ute und Volker, die seit längerem immer wieder Musikern die Chance geben, auf Hof Papenwohld Musik zu machen. Kontakte zu ambitionierten Kollegen hatten sie genügend.

In verschiedenen Gruppen – Sänger, Instrumentalisten und Songwriter – wird täglich an neuen Stücken gearbeitet. Es werde Texte eingesungen, Musik gemacht, geschnitten, arrangiert und mit Klängen experimentiert. „Der Hof ist das Instrument, der Klangkörper“, sagt Jörn Bielfeldt. Das Blätterrauschen, selbst das Wiehern der Pferde – viele Töne finden sich in den Stücken des „Projektes Papenwohld“ wieder. „Hier geht es nicht um Einzelpersonen“, betont Jonathan Walter, gemeinsam werde etwas Großartiges geschaffen.

Für Howard Carpendale oder auch Beatrice Egli hat Mariana Wagner (37) schon Texte und Melodien geschrieben. Als „einzigartig“ beschreibt sie die Atmosphäre in Papenwohld. Hier werde deutlich, dass das Schreiben von Liedern ein Handwerk ist. Den Freiraum, der den Künstlern hier geboten werde, habe man sonst im Studio, wo zielgerichtet auf einen Hit hingearbeitet werde, nicht.

„Die Erwartungshaltung ist bei diesem Treffen nicht hoch“, betont auch Jörn Bielfeldt. Jede genieße die Zeit. Gerade die, die nur Großstädte gewohnt seien, würden hier einfach mal ganz entspannt „den Stecker rausziehen“.

Jörn Bielfeldt will es nicht bei der Papenwohld Artist Residency No. 1 bleiben lassen. „Mein Wunsch wäre es, die deutsche und amerikanische Musikszene gemeinsam auftreten zu lassen“, sagt er. Er könne sich aber auch vorstellen, anderen Künstlern, nicht nur Musikern, in Papenwohld die besondere Atmosphäre zu bieten.

Unterstützt wird die Veranstaltung von regionalen Anbietern, die sich am Sonnabend bei einem Tag der offenen Tür ab 14 Uhr auf dem Hof präsentieren. Außerdem hat Ministerpräsident Torsten Albig die Schirmherrschaft übernommen.

Das Abschlusskonzert beginnt um 20 Uhr (Einlass 19 Uhr). Die Tickets kosten 15 Euro, ermäßigt 8 Euro).

 
>www.papenwohld.com

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erstellt am 30.Sep.2016 | 06:55 Uhr

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