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Eckernförder Zeitung

06. Dezember 2016 | 11:10 Uhr

akute PLATZNOT : Eine Schule läuft über

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Peter-Ustinov-Schule hat einen großen Raumbedarf: Für 38 Klassen gibt es nur 33 Klassenräume. Die Schülerzahl ist in 13 Jahren um 200 gestiegen.

Eckernförde | Der Umzug der Gorch-Fock- Schule vom Schulzentrum Süd an den Wulfsteert wirft seine Schatten voraus: Im Sommer 2017 soll sie dort mit der Grund- und Gemeinschaftsschule, Standort Süd (ehemals Albert-Schweitzer-Schule) zu einem neuen Grundschulzentrum verschmelzen. 3,4 Millionen Euro hat die Stadt dafür veranschlagt.

Ihre alten Räumlichkeiten sollen der benachbarten Peter-Ustinov-Schule zugeschlagen werden. Sie „platzt aus allen Nähten“, sagt Schulleiter Dirk Söhren. Das ist angesichts allgemein sinkender Schülerzahlen allerdings bemerkenswert.

98 Schüler nimmt die Gemeinschaftsschule nach wie vor jedes Jahr in die 5. Klasse auf, dennoch ist ihre Schülerzahl in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. „Als ich vor 13 Jahren hier anfing, waren es 720 Schüler, im kommenden Schuljahr werden es 930 sein“, sagt Dirk Söhren. Als Grund nennt er unter anderem die durch ein besseres Fördersystem gestiegene Zahl an „erheblich leistungsfähigeren Schülern“. 70 Prozent aller Schüler in der 10. Klasse erhalten eine Übergangsberechtigung für die Oberstufe. „Und kaum ein Schüler geht heute noch mit einem Hauptschulabschluss ab.“ Hinzu komme die Kooperation mit der Grund- und Gemeinschaftsschule, deren ältere Schüler in Ermangelung einer eigenen Oberstufe an die Peter-Ustinov-Schule wechseln können. Nicht zu vergessen die 45 Flüchtlinge, die hier beschult werden. Söhren: „Ursprünglich war die Oberstufe auf 50 Schüler ausgelegt, jetzt haben wir dort 120.“ Und auch das Kollegium ist gewachsen – von 58 im Jahr 2003 auf heute 82.

Für den Schulleiter ist das zu einem wohlvertrauten Problem geworden. „Wir haben zurzeit 38 Klassen mit bis zu 28 Schülern, aber nur 33 Klassenräume.“ Deshalb wurden andere Räume umfunktioniert: die Bibliothek, Textilraum, Nebenräume. Zwei Räume hat die Jungmannschule abgetreten.

Nichtsdestotrotz reicht das Platzangebot nicht mehr für eine zeitgemäße Pädagogik. Die Schüler sollen durch ein differenziertes Angebot individuell gefördert werden, zu ihnen gehören Hochbegabte und Integrationskinder. „Dafür brauchen wir Nebenräume, in denen Schüler auch in Gruppen arbeiten können“, sagt Dirk Söhren. Zurzeit weicht man dafür auf die Flure aus.

Die Erweiterung durch die 12 Klassen- und mehrere Nebenräume der Gorch-Fock-Schule wäre ein Befreiungsschlag. „Nach den im Klemm-Gutachten zugrunde gelegten Kieler Raumprogramm-Richtwerten haben wir allerdings selbst dann nicht genügend Räume“, so Söhren. Er hätte sich einen Anbau gewünscht, kann aber nach eigenen Angaben das Vorgehen der Stadt mit einem Umzug der Gorch-Fock-Schule aus Gründen der optimalen Nutzung der vorhandenen Gebäude nachvollziehen. Über die Nutzung der Räume in der Gorch-Fock-Schule hat sich eine Arbeitsgruppe schon Gedanken gemacht: Eine Bibliothek soll aufgebaut werden, und immer vier Klassen sollen sich einen Nebenraum teilen, um differenzierten Unterricht anbieten zu können. Söhren: „Dann werden wir auch Elterngespräche nicht mehr auf den Fluren führen müssen.“

Die Kosten dafür werden seiner Meinung nach gering sein: Die Gorch-Fock-Schule werde ihr Mobiliar mitnehmen, neues müsste angeschafft werden. „Und die Toiletten müssten in ihrer Höhe an die größeren Schüler angepasst werden.“

> Der Umzug der Gorch-Fock-Schule ist morgen auch Thema im Ausschusss für Jugend, Kultur, Bildung und Sport um 17.45 Uhr im Rathaus.

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erstellt am 16.Nov.2016 | 06:39 Uhr

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