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Eckernförder Zeitung

07. Dezember 2016 | 19:27 Uhr

Whisky-Messe in Holzbunge : Eine Messe für ein edles Getränk

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Holzbunge | Viel internationales Flair war am Wochenende im traditionsreichen „Redderhus“ zu spüren. Zur ersten Whisky-Messe nach der Eröffnung des umgebauten Kroges konnte Inhaber Thomas Krüger Experten aus der ganzen Welt in den Hüttener Bergen begrüßen. So auch seinen Freud Hideo Yamaoka aus Tokio. Der Kenner aus Japan sammelt seit über 30 Jahren Whisky und besitzt wie Krüger eine Privatsammlung mit mehr als 2000 Flaschen. „Es gibt so viele Charakteristiken“, schwärmt Yamaoka von dem „flüssigen Sonnenlicht“. „Ich interessiere mich sehr für die Diversität von Whisky“, erklärte der Experte weiter. Der Japaner, der schon viele Tasting-Wettbewerbe nur durch Riechen gewonnen hat, ist extra zur Messe nach Holzbunge angereist. „Hier trifft man alte Whisky-Freunde“, freute sich Yamaoka. „Wir lieben es, alte Flaschen zu öffnen. Das ist wie eine Zeitreise“, schwärmte Thomas Krüger von den gemeinsamen Treffen. „Er ist sozusagen mein Doktorvater und gemeinsam studieren wir den Whisky“, scherze Krüger.

Doch nicht nur Gäste aus weiter Ferne, auch aus Europa waren Aussteller in den Norden gekommen. Gemeinsam mit seiner Frau Eva und seinem Sohn Ilie präsentierte Giovanni Giuliani aus Forlì in Italien viele Duplikate seiner mehr als 5000 Flaschen umfassenden Whisky-Sammlung. „Ich verkaufe hier einige Flaschen, die ich doppelt habe“, berichtete der Italiener. Nach dem Verkauf der Bar seines Vaters widmete sich der Musiker seiner Leidenschaft und ist mittlerweile einer der ältesten Whisky-Kenner in Europa. Natürlich durften die eigene Gitarre und ein Ständchen von „O sole mio“ auf der Messe in Holzbunge nicht fehlen. „Das ist ein fantastischer Platz hier“, sagte Giovanni Giuliani über den ehemaligen Krog. „Man muss jedoch viele Jahre hart arbeiten, um es weiter bekannt zu halten“, erklärte der Italiener mit Hinblick auf die etwas angelegene Lage.

Fasshändler Hendrik Baumgart sieht sich als Kommunikationsknoten zwischen Lieferanten und Endkunden. „Wenn jemand ein Fass in Schottland kauft, ist er Besitzer dieses Fasses, jedoch nicht der Eigentümer“, verweist Baumgart auf das britische Steuerrecht. Er empfiehlt Besitzern, ihren Whisky regelmäßig durch Proben kontrollieren zu lassen. „Dadurch kann man sehen, wie er sich entwickelt und dann abfüllen lassen oder notfalls gegensteuern“, so der Kieler, der in Schottland lebt. Die Preise bemessen sich entweder nach der Menge an Alkohol, die sich zum Befüllen im Fass befindet oder zum Zeitpunkt des Verkaufes laut Probe im Fass festgestellt wird. „Seltene Fässer liegen durchaus im Bereich von Einfamilienhäusern“, berichte Baumgart.

Was man aus den geleerten Whisky-Flaschen zaubern kann, darüber hat sich Hans Hermann Kynast Gedanken gemacht. Der Mitarbeiter von Krüger verschönert die leeren Glaskörper mit Tiffany-Schirmen zu Lampen. „Den Spaß beim Leeren der Flasche kann ich so in einem zweiten Leben erhalten“, erläuterte er „Man muss gute Ideen haben und dann das passende Glas finden“, hat Kynast einfach losgelegt und einige seiner Kunstwerke zur Messe mitgebracht.
 

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