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Das Herrenhaus Borghorst : Eine Frau lebt ihren Traum

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Eigentümerin des Herrenhauses Borghorst, Caroline Hatlapa, betreibt ein Hotel mit Reitstall auf dem 275 Jahre alten Anwesen

Etwas versteckt im Herzen des Dänischen Wohld liegt das Herrenhaus Borghorst. Im Wind wehen zwei Fahnen, die Österreich- und die Schleswig-Holstein Flagge. Sie hängen an der Fassade des Herrenhauses, dem Anwesen von Caroline Hatlapa. Die gebürtige Österreicherin bezog das Anwesen 1997 mit ihrem damaligen Ehemann Hubertus Hatlapa und ihrer siebenjährigen Tochter Helena. Mittlerweile betreibt die 58-Jährige hier ein Fünf-Sterne- Landgasthaus und einen Reitstall.

Hatlapa wurde das Organisationstalent mit in die Wiege gelegt. Nach dem Abitur machte sie eine Ausbildung zur Protokollreferentin und war für die Düsseldorfer Messe und die Landesregierung tätig. Mit 22 Jahren machte sie sich selbstständig und arbeitete für verschiedene Unternehmen. Nebenbei ging die begeisterte Reiterin stets ihrem Hobby nach und nimmt bis zum heutigen Tage an diversen Turnieren und Meisterschaften teil. Mit zehn Jahren bekam sie ihr erstes Pony. Mit 37 war die Dressurreiterin Teilnehmerin der Olympischen Spiele, die 1996 in Atlanta stattfanden, mit 38 das erste Mal österreichische Staatsmeisterin, mit 39 das zweite Mal.

Mit 25 Jahren heiratete Hatlapa und lebte mit ihrem Ehemann in Brüssel. „Mein Mann arbeitete dort als Unternehmensberater und ich weiterhin in Düsseldorf“, so Hatlapa. Anschließend verschlug es die Familie nach Frankfurt und 1991 dann schließlich nach Uetersen. Damit war die Familie endgültig in Schleswig-Holstein angekommen. Die kleine Familie war auf der Suche nach einem neuen Wohnsitz, als Caroline Hatlapa in einer Zeitung auf eine für sie hoch interessante, aber auch sündhaft teure Immobilie stieß, das Herrenhaus Borghorst. „Mein Mann wollte gern in die Elbchaussee und ich aufs Land, und da er sich kaum umgesehen hat, war ich schneller und habe mich gleich in dieses Anwesen verliebt“, erzählt sie.

Damit begann das Mammutprojekt – zehn Jahre lang wurde das Herrenhaus renoviert. „Unsere Freunde dachten, wir wären verrückt geworden, als wir ihnen Fotos des Anwesens zeigten“, erzählt Hatlapa. Selbst hatte sie auch ihre schwachen Momente, aufgeben kam aber nie in Frage. „Eines morgens bin ich aufgewacht und habe aus dem Fenster geschaut und musste heulen“, erzählt die Gutsbesitzerin. Das sei während der Bauphase gewesen, im Winter. Im Frühjahr sah die Sache schon wieder ganz anders aus.

Die Ehe zerbrach, aber Caroline Hatlapas Liebe zu dem Anwesen war stärker denn je. Seit 2004 ist sie die Alleinunterhalterin des Herrenhauses. Sie stellte es auf eigene Beine, wobei ihr das Organisationstalent und die jahrelange Erfahrung als Protokollreferentin zugute kamen. „Meine Tochter war damals alt genug und besuchte die Schule in Louisenlund“, so Hatlapa. In der Woche nutzte die Gutsbesitzerin die Zeit, weitere Renovierungen durchzuführen und baute einen Hotelbetrieb auf, den sie seitdem sehr erfolgreich führt. Sie veranstaltet Hochzeiten mit Trauungen im prächtigen Gartensaal. Ein Restaurant gibt es nicht, aber ein üppiges Brunchbuffet. Das 1742 erbaute Herrenhaus verfügt über acht individuell eingerichtete Zimmer, eine Sauna und zwei Säle, die von den Gästen genutzt werden können.

Dass die Besitzerin des Herrenhauses große Freunde an ihrem Job hat, ist ihr beim Erzählen anzumerken: „Ich konnte mein Hobby zum Beruf machen“, schwärmt Hatlapa, die neben dem Hotelbetrieb Pferde ausbildet und selber reitet. Ihren Ehrgeiz hat sie an ihre Tochter weitergegeben, die Hotelmanagement studiert hat und seit Januar als Marketing Managerin in Sydney tätig ist. „Wenn meine Tochter eines Tages Lust hat den Betrieb zu übernehmen, dann steht ihr das offen, aber ich würde sie dazu nicht drängen.“ Momentan glaube sie aber, dass diese Art des Lebens für eine 26-Jährige noch zu langweilig sei.

Caroline Hatlapa hat sich ihr eigenes, kleines, großes Paradies geschaffen, wo sie mithilfe von acht Angestellten in einer familiären Atmosphäre arbeitet. „Für mich ist das hier eine Spielwiese, ich kann mich hier austoben und Neues ausprobieren, was mir riesige Freude macht.“ Zur Unterstützung stehen ihr Stallmeister Fette und Gärtner Olaf zur Seite. Barbara Möller ist seit langem ihre rechte Hand. Zusätzlich beschäftigt sie drei Hausdamen. „Meine Mitarbeiter arbeiten hier zum Teil seit 15 Jahren und wir empfinden uns als eine große Familie, einer steht für den anderen ein.“ Das mache auch die Seele des Hauses aus und übertrage sich auf die Gäste.

Und dann ist dort seit acht Jahren ein weiteres Familienmitglied, das Caroline Hatlapa großen Rückhalt gibt – ihr Lebensgefährte Andreas Odefey. Der Hamburger Unternehmer ist seit acht Jahren an der Seite der Gutsbesitzerin. „Wir pendeln, in der Woche macht jeder seinen Job und an den Wochenenden besuchen wir uns und haben eine schöne Zeit.“ Odefey hat in Reinbek ein wunderschönes Haus am See. Im Sommer, wenn viele Hochzeitsgesellschaften im Herrenhaus gastieren, genießt sie dort die Ruhe mit ihrem Lebensgefährten. „Im Winter verbringen wir viel Zeit hier in Borghorst.“

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erstellt am 20.Apr.2017 | 18:16 Uhr

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