zur Navigation springen

Eckernförder Zeitung

09. Dezember 2016 | 06:51 Uhr

Straßensanierung : „Eine der schlechtesten Kreisstraßen“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

4,1 Kilometer lang,1,1 Millionen Euro teuer – die „dringend notwendige“ Sanierung der K 77 ist Routine-Arbeit für die Männer der Schleswiger Asphalt-Werke

Winnemark | Dampfend gleitet der frisch aus dem Mischwerk angelieferte Asphalt vom Lkw-Anhänger in den Fertiger, läuft durch die metallene Schnecke, die ihn gleichmäßig auf der Straße verteilt. Ein Klopfwerk im dahinter liegenden Boden des Fahrzeugs verdichtet die 170 Grad heiße Masse. Gleich dahinter fahren zwei Vibrationswalzen, um den Asphalt weiter zu verdichten und zu glätten. „Mit dem Asphaltieren sind wir gut davor“, beurteilt Arno Sachau, Leiter der Straßenmeisterei Eckernförde, den aktuellen Stand der Sanierung der K 77 zwischen Winnemark und Eckernförder Straße/Ostseestraße. Seit Mitte des Monats sind die Arbeiter der Schleswiger Asphalt-Werke hier zu Gange. Der Radweg ist seit Montag fertig gestellt. Gestern wurde die abschließende Schicht auf den ersten Fahrbahnabschnitt, zwischen Winnemark bis mittig der Kreuzung Sundsacker, aufgetragen. „Wir werden wohl rechtzeitig fertig werden, aber nicht viel früher“, so Sachau.

Zu Beginn der Fahrbahnerneuerung wurde die gesamte Strecke zunächst abgefräst. Teilweise musste auch die alte Tragschicht – die untere von zwei Schichten – entfernt werden. „Die K 77 gehörte zu den schlechtesten Kreisstraßen im Kreis Rendsburg Eckernförde“, so Matthias Paraknewitz vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr in Rendsburg. „Die Sanierung war dringend notwendig. Wir sind froh, dass der Kreis jetzt verstärkt anfängt, in den Erhalt der Kreisstraßen zu investieren.“ Warum der Aufwand des Abtragens, und nicht einfach eine neue Straße über die alte? „Die obere Schicht ist zu weich“, erklärt Sachau. „Es würden sich bald Aushöhlungen bilden, dort, wo die Autoreifen laufen.“

Die erste, fünf Zentimeter dicke Tragschicht, enthält gröbere Steine und ist damit stabiler als die Deckschicht, die gestern aufgetragen wurde. Mit drei bis vier Metern pro Minute kroch der Fertiger voran, „wie ein Uhrwerk“, so Paraknewitz, Zentimeter für Zentimeter, Kilometer weit. In einer Stunde schafft die Maschine 200 bis 250 Meter und verbaut dabei 150 Tonnen Asphalt. „Durch die feinere Struktur der zweiten Schicht ist die Straße am Ende glatter“, so Sachau. Gäbe es nur die untere Schicht, würde die Straße einer Schotterpiste ähneln. Beide Belage verbindet ein Spezialkleber.

Das langsame Voranschreiten des Fertigers erklärt laut Paraknewitz auch den Eindruck der Untätigkeit, den ein Autofahrer gewinnen kann, wenn er an einer Straßenbaustelle vorbei fährt. „Man sieht während der Zeit der Asphaltierung auf der kilometerlangen Baustelle nur die fünf bis sieben Leute, die an der Maschine arbeiten.“ Ein weiterer Grund: „Wenn einmal eine Teilaufgabe schneller als eingeplant abgeschlossen wird, kann nicht einfach vorzeitig mit dem nächsten Schritt begonnen werden. Alle Termine sind vorher festgelegt und aufeinander abgestimmt.“ Auch schwankendes Wetter kann laut Paraknewitz schnell zu Verzögerungen führen. Spezialkleber und Asphaltschichten müssen bei Trockenheit aufgetragen werden und dann bis zu einem halben Tag trocknen. Paraknewitz: „Regnet es zwischenzeitlich, verschiebt sich die gesamte Planung schnell um einen ganzen Tag.“

Neben Bankettarbeiten müssen beim ersten Bauabschnitt noch die Schächte fürs Abwasser aufgebrochen und die Markierungen angebracht werden. Auch hier gilt wieder: Nur wenn es trocken ist, löst sich die Farbe später nicht. „Deshalb bauen wir nur in der warmen Jahreszeit“, sagt Sachau. Mit Ende September sei früher in der Regel Schluss gewesen. Doch das habe sich in den letzten Jahren mit ihren ungewöhnlich hohen Temperaturen geändert. „Jetzt kann man auch im Oktober manchmal noch bauen“, so Sachau.

Letzter Schritt der Arbeiten: Das Auftragen einer Splittschicht. Denn ohne diese wäre die wunderbar glatte Fahrbahn zu rutschig zum Befahren. Der Splitt stellt die nötige Griffigkeit für die Fahrzeugreifen her. Weil diese einen Teil des Materials wieder abtragen, gilt für etwa eine Woche nach Freigabe einer Strecke ein Tempolimit zwischen 40 und 60 Stundenkilometer. Andernfalls könnten von den Reifen hoch geschleuderte Steine nicht nur Autoscheiben, sondern auch Fußgänger gefährden. „Für die K 77 werden 40 Stundenkilometer gelten“, so Sachau.

Geschätzte 1,1 Millionen Euro kosten die 4,1 zu sanierenden Kilometer. Die Tragschicht des zweiten Abschnitts wurde bereits am Donnerstag aufgetragen. Am Sonnabend, 3. September, sollen die letzten Arbeiten an der K 77 abgeschlossen werden.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 27.Aug.2016 | 06:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen