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Eckernförder Zeitung

10. Dezember 2016 | 02:19 Uhr

BAUMFÄLLUNG : Eine Buche sorgt für Verwirrung

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Wegen Bauarbeiten in der Sehestedter Straße musste vor kurzem ein Baum auf öffentlichem Grund gefällt werden. Das Bauamt möchte Ersatz, der Bauherr sieht sich im Recht.

Für einige Stunden waren Teile der Sehestedter Straße am Dienstag von der Stromversorgung abgeschnitten. Bei einer Baumfällung durch die Stadtgärtnerei war ein Ast auf einen Stromkasten gefallen und hatte diesen beschädigt. „Die Mitarbeiter der Stadtwerke waren aber sehr schnell und hatten den Schaden bald im Griff“, sagt Anwohner Heiko Rosenkranz.

Die etwa 65 Jahre alte und 18 Meter hohe Buche hat die Stadtgärtnerei im Zuge der Verkehrssicherungspflicht gefällt. Bei den Bauarbeiten für eine Doppelgarage hat der private Bauherr Erdreich und Sand an einem Hang auf seinem Grundstück abtragen lassen, wodurch die Wurzel des Baumes teilweise freigelegt wurde. „Die Standsicherheit des Baumes war dadurch nicht mehr gegeben“, so die Leiterin der Stadtgärtnerei Sylvia Bent, die vor Ort die Fällung entschied.

Die Bauarbeiten fanden auf einem Privatgrundstück statt, der Baum stand direkt daneben auf öffentlichem Grund, seine Wurzeln aber wuchsen auf das Privatgrundstück hinüber. Der Bauherr hatte sein Vorhaben im Bauamt bekanntgemacht. Eine Baugenehmigung war aufgrund der Größe des Vorhabens aber nicht erforderlich. Im Nachhinein stellt sich die Frage nach der rechtlichen Bewertung. „Der Baum hätte eigentlich nicht gefällt werden dürfen“, sagt Michael Packschies, Abteilungsleiter für Naturschutz und Landschaftsplanung der Stadt Eckernförde, der allerdings während der Bearbeitung des Vorgangs zunächst krank und dann im Urlaub war. Auch Bauamtsleiter Roy Köppen möchte den Baum wiederhaben: „Das Vorhaben ist nicht baugenehmigungspflichtig. Das heißt aber nicht, dass man einen Baum beschädigen darf, der auf einem benachbarten Grundstück steht.“ Er möchte Ersatz, und zwar an der selben Stelle. „Wir werden alle Mittel in Anspruch nehmen, die uns zur Verfügung stehen, um für Ersatz zu sorgen.“

Für den Bauherren Heiko Rosenkranz ist das nicht nachzuvollziehen. Seine Geschichte klingt anders. „Ich hatte schon früh von einer Baumfällung gesprochen, denn dass die Wurzeln beschädigt würden, war abzusehen. Bei einem Ortstermin hat Sylvia Bent dem widersprochen. Dennoch habe ich einen offiziellen Antrag gestellt und meine Sicht der Dinge dargestellt und diesen an Sylvia Bent, Michael Packschies und das Bauamt geschickt. Trotz mehrmaliger Versuche, Frau Bent zu erreichen, habe ich keine Antwort erhalten.“ Also entschied er, den Bau zu beginnen. „Die gesamte Behörde war die ganze Zeit über alles informiert, auch über den Baubeginn“, so Heiko Rosenkranz. Sylvia Bent war schließlich vor Ort und entschied, den Baum fällen zu lassen.

Vor einer gerichtlichen Auseinandersetzung mit der Stadt hat der Bauherr keine Angst. „Der gesamte Schriftverkehr ist belegbar.“ Zudem habe er schon von vornherein eine Ersatzpflanzung angeboten.

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