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Eckernförder Zeitung

03. Dezember 2016 | 16:37 Uhr

Makoben im Domstag : Eine Bäcker-Tradition endet

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Bäcker-Filiale am Domstag ist seit Dienstagmittag geschlossen. An dem Standort war seit 1930 durchgehend ein Bäckereigeschäft.

Eckernförde | Hier gab es belegte Brote und die Zeitung, Getränke und Süßigkeiten – und vor allen Dingen immer einen Schnack: Die Bäckerei-Filiale der Stadtbäckerei Makoben am Domstag 25 hatte gestern zum letzten Mal geöffnet. Über die Schließung wurden die Kunden kurzfristig mit einem Plakat an der Tür informiert.

Eigentümer der Makoben-Bäckerei mit mehreren Filialen ist der Immobilienhändler Arno Busch, der die Firma vor drei Jahren vom Vorbesitzer übernahm. Inhaberin ist Monika Busch.

Das Ehepaar Busch war in den vergangenen Tagen für ein Gespräch nicht zu erreichen, jedoch wurde aus dem Unternehmen bestätigt, dass die Bäckerei am Domstag zwar schließt, künftig aber die Vortagsbäckerei an der Kreuzung Rendsburger Straße/ Wulfsteert neben ihren Backwaren vom Vortag auch frische Ware verkaufen wird. Die Mitarbeiterin soll weiterhin im Unternehmen beschäftigt werden. Momentan herrscht viel Bewegung im Unternehmen: Mehrere Filialen wurden in der Vergangenheit geschlossen, unter anderem in der Prinzenstraße und erst am 16. Juli in Barkelsby. Dafür wurde im April eine Filiale in Kiel-Holtenau eröffnet. Geplant ist eine neue Filiale an der Hafenspitze.

Die Bäckereifiliale am Domstag hat allerdings die wohl traditionsreichste Geschichte von allen. Die letzte Inhaberin der familiengeführten Bäckerei, Dorle Meewes (83), erzählt: Peter Meewes übernahm 1864 die Bäckerei Hübner in der Fischerstraße 32. Von den vier Söhnen des Bäckers lernte der zweite, Wilhelm Meewes, das Handwerk. Er übernahm 1889 den väterlichen Betrieb.

Die Verlegung der Bäckerei und Konditorei 1930 an den Domstag erwies sich als erfolgreicher Schritt. Oberhalb des ständig größer werdenden Rüstungsbetriebes wuchs von 1929 bis 1936 ein Neubauviertel heran für die Bediensteten der damaligen Torpedoversuchsanstalt, heute WTD 71.

Den Betrieb überließ der Altmeister Meewes in dritter Generation seinem Junior, wiederum einem Wilhelm, der im II. Weltkrieg fiel. Seine Witwe fand nach dem Krieg Unterstützung durch einen Bäckermeister, den sie 1949 heiratete. Der Sohn aus erster Ehe, auch ein Wilhelm Meewes, übernahm die Bäckerei 1955.

Der 23-jährige Inhaber sah sich mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Die Bevölkerung um den Domstag herum war weniger und älter geworden. Der Junior musste umstellen und übernahm Lieferungen an Jugendherbergen, Großküchen und an Schiffe der Marine. Mit seiner Frau Dorle führte er den Betrieb, den er 1995 an Bäcker Herzig verkaufte. 1999 übernahm Makoben die „Bäckerei Meewes“, bis dessen Betrieb vom Immobilienhändler Busch gekauft wurde.



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erstellt am 27.Jul.2016 | 05:50 Uhr

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