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Kriminalität : Einbrecher haben immer Saison

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Polizei berät Haus- und Wohnungsbesitzer über Einbruchgefahren / Fenster und Terrassentüren sind die größten Schwachstellen

Owschlag | Wer glaubt, dass Einbrecher nur in der dunklen Jahreszeit aktiv sind, der irrt: Die Eindringlinge haben immer Saison. Die Polizei berät deshalb in dieser Woche Haus- und Wohnungsbesitzer im Kreis Rendsburg-Eckernförde in puncto Einbruchgefahren. Den Auftakt machten die Beamten gestern in Owschlag bei Edeka Haas.

„Fenster und Türen an den nicht einsehbaren Bereichen eines Hauses sind besonders gefährdet“, berichteten die beiden Präventionsbeamten Sandra Christian und Matthias Schladetsch. Das sei vor allem die rückwärtige Seite eines Gebäudes. „Da, wo man sich ungestört sonnt“, fasste es Schladetsch zusammen. Mit wenigen Handgriffen und einem Schraubendreher hebelte er unter den Augen von Bodo Oberjat zu Demonstrationszwecken ein Fenster auf. Der Brekendorfer informierte sich bei den beiden Polizisten über die Methoden der Kriminellen und was man vorbeugend dagegen tun kann. In einem Großteil der Fälle hebeln sich die Täter tatsächlich den Weg ins Innere des Hauses auf. In den anderen Fällen durchstechen sie den Kitt, um an den Fenster- oder Terrassentürgriff zu gelangen. Egal, mit welcher Methode: „Bei ungesicherten Türen und Fenstern brauchen Einbrecher etwa 30 Sekunden, bis sie drin sind.“

Effektiven Schutz bietet ein hochwertiger, abschließbarer Griff in Kombination mit einbruchhemmenden Verriegelungen, die auch bei älteren Türen und Fenstern nachgerüstet werden können. „Die Kosten pro Fenster betragen dann etwa 280 Euro, für eine Terrassentür liegen sie bei zirka 350 Euro“, so Schladetsch. Und wer Fenster oder Fenstertüren ganz austauscht oder ein Haus neu baut, sollte sich gleich für Produkte der Widerstandsklasse (oder auch Resistance Class) 2 entscheiden.

Dass Einbrecher ihr Unwesen das ganze Jahr über und nicht nur im Schutz der dunklen Jahreszeit treiben, liegt nach Meinung der Beamten daran, dass es sich um Serientäter handelt, die „immer wieder Geld brauchen“. Deshalb könne man sich nie sicher sein, dass kein Einbruch passiere. Für die meisten Opfer ist laut Matthias Schladetsch in einem solchen Fall jedoch weniger der materielle Schaden das Problem. „So ein Einbruch macht etwas mit dem Menschen. Für die meisten fühlt es sich an wie eine Vergewaltigung des Hauses“, so der Beamte. Das bestätigte auch eine Dame, die namentlich nicht genannt werden möchte. „Bei mir ist vor 30 Jahren einmal eingebrochen worden. Seitdem ist mein Haus immer gut gesichert.“ Sie schütze ihren Grund und Boden mit Bewegungsmeldern, Videokameras und Alarmanlage. „Ich habe außerdem keinen echten Schmuck und nie viel Geld zu Hause. Dafür steht bei mir immer eine Kiste mit Modeschmuck“, so die Frau. Obwohl sie schon gut gewappnet ist, möchte sie gern einen persönlichen Termin mit den Beamten vereinbaren, damit diese ihr weitere Tipps zur mechanischen Sicherung ihres Hauses geben können. „Ich finde es in jedem Fall toll, dass Sie sich jetzt hier hinstellen und die Leute beraten. So hat man das Gefühl, dass etwas passiert und die Ängste der Bevölkerung der Polizei nicht egal sind.“

Gern statten die Polizisten bei Interesse auch Hausbesuche ab. „Da geht es dann darum, was gut, aber auch, was zu viel ist. Ich kenne zum Beispiel jemanden, der sich nach einem Einbruch einen Panikraum bauen lassen wollte“, berichtete Schladetsch. Obwohl es durchaus Beratungsbedarf gebe – erst im Februar gab es eine Einbruchsserie in Felde und in Erfde, bei der sich die Täter in neun von elf Fällen erfolgreich Zugang verschafften –, müssten sie jedoch nach wie vor aktiv auf die Bürger zugehen. Das bestätigte auch Polizei-Sprecher Sönke Hinrichs: „Die Menschen lassen sich erst beraten, nachdem etwas passiert ist“, ist seine Erfahrung. Wer es soweit nicht kommen lassen möchte, hat in den nächsten Tagen noch weitere Möglichkeiten, sich kostenlos beraten zu lassen: Donnerstag sind sie bei Edeka Hoof in Osterrönfeld und am Freitag bei Edeka Hauschildt in Rendsburg. Die Beratungen finden jeweils von 10 bis 18 Uhr statt.

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Infos unter www.k-einbruch.de oder www.polizei-beratung.de > Themen und Tipps > Diebstahl und Einbruch

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erstellt am 21.Mär.2017 | 06:15 Uhr

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