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Eckernförder Zeitung

09. Dezember 2016 | 18:24 Uhr

neue Ausstellung : Ein Zuhause für die 50er-Jahre

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Heimatmuseum eröffnet. neue Ausstellung / 50er Jahre sind für ein Jahr Thema / Organisatorinnen sind Margarita Büttner und Barbara Kemnitz

Gettorf | Die 1950er-Jahre stehen für eine Zeit des Aufbruchs und der Hoffnung nach der Katastrophe des zweiten Weltkriegs. Um dieser Zeit einen gebührenden Rahmen zu bieten, haben Dr. Dieter Kolbe, Margarita Büttner und Barbara Kemnitz ein Jahr lang die Sonderausstellung im Heimatmuseum geplant und nach Exponaten gesucht. „Dabei hat uns vor allem Andreas Schulze vom Museumsverein Nortorf geholfen“, sagte Margarita Büttner bei der feierlichen Eröffnung am Sonnabend.

Schulze hatte viele Exponate zusammengesucht und an das Heimatmuseum verliehen. Darunter auch ein originaler Plattenspieler aus der Zeit. Generell wurden viele Stücke aus Museen oder von Privatleuten geliehen, um eine bunte Ausstellung auf die Beine zu stellen. „Die 50er waren die Zeit des Radios und der Familie“, betonte Büttner. Um diese Einstellung herauszustellen, bildete das Zentrum der Ausstellung ein voll eingerichtetes Wohnzimmer. „Man muss aber beachten, dass ein so hergerichtetes Wohnzimmer der Wunschtraum der Leute war“, sagte Büttner. Die 50er standen auch für eine Zeit der Sparsamkeit und zugleich für den wirtschaftlichen Aufschwung eines ganzen Landes. Zeitlich beginnt die Ausstellung allerdings im Jahre 1948. Das ist die Zeit der Währungsreform, die den Aufschwung erst möglich gemacht hatte.

Die geladenen Gäste fühlten sich in ihre Kindheit zurückversetzt. In Glasvitrinen waren zum Teil seltene Exponate ausgestellt, die damals kaum erschwinglich waren. Auf einem Fernseher lief Werbung aus der Zeit. „Die Figuren und die Darstellung würden heute nicht mehr funktionieren, aber es ist wie ein Stück Kindheit“, sagte Büttner lachend.

Bewundert wurde der Auftritt von Julia Maag (12). Die Gettorfer Schülerin hatte sich verkleidet und sah aus, als käme sie direkt aus den 1950-ern zur Ausstellung. Das Outfit war originalgetreu der Zeit nachempfunden. „Es macht schon viel Spaß mit dem Kleid herumzulaufen. Man fühlt sich sehr edel“, sagte Julia und lächelte. Margarita Büttner, die sich als Expertin herausstellte, zeigte den Gästen anhand des Models Julia, wie die Kleider geschnitten wurden. „Man muss bedenken, dass die Frauen gerne elegant aussehen wollten. Allerdings waren die Kleider noch zum großen Teil selbst geschneidert“, sagte sie.

Auch eine Oberstufenklasse der Isarnwohld-Schule hatte sich im Vorfeld mit der Zeit beschäftigt und präsentierten ihre Ergebnisse in einer Sonderausstellung. „Es gibt noch Zeitzeugen. Für die Schüler war das Projekt Geschichte zum Anfassen“, sagte Lehrer Simon Voß. So wurden unter anderem berühmte Musiker, wie Johny Cash, vorgestellt.

Die Ausstellung ist ab Donnerstag, 4. August für die Öffentlichkeit zugänglich. An jedem Donnerstag bis Frühjahr 2017 erleben die Gäste zwischen 14 und 17 Uhr eine Zeitreise. Auch Sonderführungen sind möglich. Absprache unter Tel: 04346/ 6164.

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