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Kleines Jubiläum : Ein Ort zum Tauschen und Teilen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Umsonstladen in Schinkel besteht heute genau 10 Jahre lang. Am Sonnabend, 16. April, wird ab 9.30 Uhr in der Schinkeler Möhl gefeiert.

Gettorf | In einfachen Holzregalen stapeln sich Bettwäsche, Kleidung für Männer, Frauen und Kinder, Gesellschaftsspiele und Bücher in deutscher und englischer Sprache. Es gibt Geschirr, Gläser, Vasen und Lampen. In Kisten lagern Kuscheltiere und anderes Spielzeug. Die Leute kommen mit Taschen voller Bücher oder gut erhaltener Kleidung, aus denen ihre Kinder herausgewachsen sind, suchen sich dafür etwas anderes aus. Hier gibt es alles umsonst. Manche kommen auch nur zum Stöbern, andere zum Plaudern. „Wir denken schon seit einiger Zeit darüber nach, den Laden zu einem Treffpunkt auszubauen“, sagt Uwe von Ahlften. Er ist der Vorsitzende des Vereins Ökologische Aktion Schinkel, dem Träger des Umsonstladens in Schinkel. Heute besteht der Laden im Obergeschoss der Möhl seit genau zehn Jahren. Das Jubiläum soll am Sonnabend, 16. April, ab 9.30 Uhr mit einer Präsentation, Kaffee und Kuchen in der Möhl gefeiert werden.

„Ich freue mich unheimlich, dass es sich so durchgesetzt hat“, gesteht Gebhard von Reibnitz, der Initiator des Ladens. Nach dem Krieg habe es sogenannte Tauschzentralen gegeben, wo gezielt getauscht wurde, erzählt er. Jemand stellte einen Toaster hin und schrieb dazu auf einen Zettel: Ich brauche Schuhe Größe 44. „Ich wollte auch, dass vor allem auch ärmere Menschen sich hier etwas holen können, was andere vielleicht loswerden wollen.“ Er weiß noch, wie die Leute im Dorf gesagt haben: „Ihr müsst doch Geld nehmen.“ Aber er sagte Nein, fragte im Gemeinderat an und erhielt die finanzielle Unterstützung der Gemeinde durch den damaligen Bürgermeisters Georg Güttler. Und die Zusage für den Raum im Obergeschoss der Möhl. In Hamburg, wo es einen solchen Laden gab, erfuhr er, dass dort Leute kamen und den halben Laden leer machten. Deshalb galt in Schinkel immer die Regel, nicht mehr als drei Teile mitzunehmen.

Erst wurde der Umsonstladen ehrenamtlich betrieben, dann vier Jahre in Zusammenarbeit mit der Arge Kieler Umland mit insgesamt 26 Ein-Euro-Kräften, seit fünf Jahren wieder ehrenamtlich mit einem Team von etwa 15 Leuten. Der Trägerverein, die Ökologische Aktion Schinkel, trägt mit 250 Euro im Monat zum Unterhalt bei. Jeder Euro ins Spendenschwein ist daher gern gesehen. „Wir haben bis auf eine Ausnahme nur positive Rückmeldungen bekommen“, blickt Uwe von Ahlften zufrieden zurück. „Die Leute finden es toll, dass alles so unkompliziert geht.“ Und auch der Umweltaspekt ist ihm wichtig zu betonen. Dass Sachen so lange wie möglich genutzt werden und nicht immer wieder neu produziert werden müssen, spare Geld und Ressourcen. Es liegt zudem voll im Trend, Dinge zu tauschen oder zu teilen. Die Kunden kommen aus dem Dänischen Wohld, aus Kiel, Hamburg, Schleswig und Bad Segeberg. So zehn bis 20 Leute pro Öffnungszeit sind es immer, weiß Uwe von Ahlften. Denn das wird notiert. Am begehrtesten sind Elektronik wie PCs, Bildschirme, kleine TV-Geräte, Bücher, Kleidung und Spielzeug. Aber auch Haushaltswaren und Nippes zum Hinstellen.

Auch die Schinklerin Svenja Moschner schaut öfter vorbei. „Ich komme ab und zu zum Stöbern“, verrät sie. Sie liest gern Romane und Krimis, die sie hier im Laden findet und bringt dafür etwas anderes von zu Hause mit. Heute gibt sie Bücher zurück und sucht sich im Gegenzug einen hellblauen Kinderpulli aus. Dass es den Umsonstladen in Schinkel gibt, findet sie gut. „Auch um Sachen herzubringen, die man zu Hause beim Ausmisten findet und die noch gut sind“, sagt sie.
>Der Umsonstladen in Schinkel ist Dienstag, Freitag und Sonnabend von 9.30 bis 12.30, Dienstag und Freitag auch von 15 bis 18 Uhr und in den Schulferien nur Sonnabend von 9.30 bis 12.30 Uhr geöffnet.

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