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Eckernförder Zeitung

05. Dezember 2016 | 03:32 Uhr

„Ein Ort der Glückseligkeit“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Zahl der Straftaten in Eckernförde ist in den vergangenen fünf Jahren von 2700 auf 1720 gesunken / 61 Prozent Aufklärungsquote

„Die Kriminalität in Eckernförde ist auf einem Niveau, über das wir uns freuen können.“ Frank Röckendorf, Leiter der Kriminalpolizeistelle in der Schleswiger Straße, hatte im Hauptausschuss am Mittwochabend allen Grund zur guten Laune. Er stellte die Kriminalstatistik für das Jahr 2015 vor.

1720 Straftaten verzeichnete die Kripo insgesamt. Das sind knapp 1000 Taten weniger als noch fünf Jahre zuvor (2700). Als Erklärung nannte Röckendorf unter anderem die Festnahme von Verbrecherbanden. Von diesen 1720 Straftaten konnten 1035 aufgeklärt werden. „Das ist eine Aufklärungsquote von 61,2 Prozent. Ein echter Spitzenwert für uns.“ Im Kreis liege diese Quote bei 52 Prozent.

Den größten Teil der Straftaten bilden die 443 Diebstähle (26 Prozent). Auf Platz zwei liegen die 285 Rohheitsdelikte (16,6 Prozent). Es folgen 240 schwere Diebstähle (Fahrzeuge oder Einbrüche), 230 Vermögensfälschungsdelikte wie Urkundenfälschungen oder ebay-Betrügereien und 208 Fälle von Sachbeschädigung. 149 Rauschgiftdelikte verzeichnete die Kripo – im Vergleich zu 2014 eine Steigerung um 100 Prozent. „Das liegt an mehreren großen Fahndungserfolgen und daran, dass die Schutzpolizei dem Fahren unter Drogeneinfluss immer größere Aufmerksamkeit widmet“, so Röckendorf. Es wurden der Kriminalpolizei zwölf Sexualdelikte im Jahr 2015 bekannt, ebenso eine versuchte Tötung.

Bei den Wohnungseinbrüchen beruhigte Frank Röckendorf: 2015 habe es 16 Einbrüche in Eckernförde gegeben, davon blieb es in neun Fällen beim Versuch. In diesem Jahr liegt die Zahl ebenfalls bislang bei 16 Einbrüchen, davon sieben Versuche. „Da müssen wir uns nicht wirklich Sorgen machen“, so der Kripo-Leiter.

Auch zu den ermittelten Tatverdächtigen hatte er eine Statistik: Während im ganzen Land 13,4 Prozent von ihnen Jugendliche sind, beträgt die Zahl in Eckernförde 20,1 Prozent. Röckendorf erklärte das mit der hohen Dichte an Jugendeinrichtungen in Eckernförde und Umgebung. Der Ausländeranteil hat von 8,8 Prozent im Jahr 2014 auf 13,2 Prozent im Jahr 2015 zugenommen. Das jedoch liege nicht an den Flüchtlingen. „In erster Linie sind das Diebesbanden.“

Wie Röckendorf konnte auch der Leiter der Polizeistation in der Gerichtsstraße, Ralf Lohmeyer, verkünden: „Auch für uns ist es in Eckernförde recht ruhig.“ Dafür komme es im Umland vermehrt zu Einsätzen wie zum Beispiel zu Einbrüchen in der Nähe von Kiel, so dass die Polizei ihre Kräfte teilweise umdisponieren wird. In Eckernförde selbst gebe es keine Kriminalitätsschwerpunkte mehr. Vor einigen Jahren seien das noch Skaterpark, Großdiskotheken, die Gaehtjestraße sowie Freiluftveranstaltungen und Stadtfeste gewesen. Insgesamt sei das jedoch stark rückläufig.

Die Verkehrslage sei insgesamt unauffällig, nichtsdestotrotz stellte Lohmeyer drei Unfallhäufungspunkte vor:

1) Gaehtjestraße/ Pferdemarkt: Hier gab es 2015 sechs Abbiegeunfälle. Mehrere Begehungen hätten keine Lösungen gebracht, die Unübersichtlichkeit lasse sich nicht ändern.

2) Lornsenplatz: 2015 gab es sieben Verkehrsunfälle, davon sechs Rotlicht-Vergehen.

3) Der gefährlichste Punkt ist die B 76/ Noorstraße. Fünf Unfälle gab es dort 2015, alle mit Verletzten als Folge. Lohmeyer: „Wir sehen nur die Möglichkeit, dass eine eigene Linksabbiegespur eingerichtet wird und stehen in Verbindung mit Stadt und Landesbetrieb.“

In der Sauerstraße habe es 2015 einen Unfall mit einem Radfahrer gegeben. Allerdings nicht auf dem neuen Schutzstreifen, sondern auf dem Radweg, wobei ein abbiegender Autofahrer den Radfahrer übersah. Lohmeyer: „Es ist genau das, was alle Statistiken aussagen: Auch wenn man sich auf dem Schutzstreifen unsicher fühlt, passieren dort weniger Unfälle als auf Radwegen.“ Auffällig sei, dass es in letzter Zeit sehr viele Radfahrunfälle gebe. 42 waren es allein im laufenden Jahr, unter anderem in der Unterführung am Lornsenplatz und am Zob. Der Erklärungsversuch: „Früher gab es keine E-Bikes und keine Stöpsel im Ohr.“

Zu guter Letzt bestätigte auch die Wasserschutzpolizei, dass in Eckernförde eine „relativ entspannte Situation“ herrsche. Die statistischen Zahlen seien so niedrig, dass er sie gar nicht erst mitgenommen habe, sagte der stellvertretende Leiter der Wasserschutzpolizei in Flensburg. „Eckernförde ist ein Ort der Glückseligkeit.“

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erstellt am 25.Nov.2016 | 06:30 Uhr

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