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Eckernförder Zeitung

09. Dezember 2016 | 01:05 Uhr

Dr. Hermann Dittrich : Ein Leben zum Wohle der Patienten

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Mit Prof. Dr. Hermann Dittrich verabschiedet sich einer der angesehensten Ärzte Schleswig-Holsteins aus den Imland-Kliniken.

Eckernförde | Es waren ehrliche Worte zum eigenen Abschied. „Fragen Sie mich nicht, ob ich ein Hobby habe. Ich habe keines.“ Und: „Fragen Sie mich nicht, ob ich mich auf den Ruhestand freue. Ich freue mich nicht.“ Prof. Hermann Dittrich ist mit Leib und Seele Arzt. Nach mehr als 22 Jahren äußerst erfolgreicher medizinischer Tätigkeit wurde der Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie an den Imland Kliniken Rendsburg und Eckernförde im Rahmen eines Festaktes in den Ruhestand verabschiedet. Dittrichs Leben war die Klinik. Tagsüber, nachts, auch am Wochenende.

Ein langjähriger Patient von Prof. Dittrich brachte es am Rande der Feierstunde auf den Punkt: „Wären alle Patienten, denen Prof. Dittrich mit Wissen, chirurgischem OP-Können, aber auch mit menschlicher Hinwendung geholfen hat, heute gekommen, hätte die Nordmarkhalle für diesen Abschiedsempfang nicht gereicht.“ Prof. Dittrich, der 1989 mit Ehefrau Inge und seinen damals beiden kleinen Töchtern aus der DDR unter abenteuerlichen Umständen geflohen war, hat sich im Land als „brillanter Arzt“ einen überaus guten Ruf gemacht. „Der Ruf eines Chirurgen entscheidet sich im OP. Dort hat Hermann Dittrich Karriere gemacht“, sagte Prof. Dr. Klaus-Peter Schmitz von der Universitätsmedizin Rostock in seiner launigen Laudatio. Seit 1993 hält Prof. Dittrich Vorlesungen an der Universität Rostock. Dittrich sei ein begeisterter akademischer Lehrer, der Studenten ernst nehme und sie auf die Praxis, aber auch auf das Leben, vorbereite. Seine Veröffentlichungsliste enthalte 65 wissenschaftliche Originalarbeiten und Buchbeiträge, führte Schmitz aus.

Dittrichs Leben und Handeln seien von hoher Verantwortung gegenüber seinen Patienten geprägt. Nicht nur in seinem Berufsleben ist er mit seiner Fachkompetenz als Chirurg hoch geschätzt bei Patienten und Fachkollegen, sondern vor allem auch wegen seiner Menschlichkeit, fügte Schmitz hinzu. Arroganz ist für den angesehenen Mediziner bis heute ein Fremdwort. Prof. Dittrich pflegte sowohl mit Kollegen, Mitarbeitern als auch mit den Patienten die freundschaftliche Kommunikation. „In der Sache, besonders am OP-Tisch, konnte er hart sein, danach aber war er wieder der freundliche Kollege,“ schilderte eine langjährige Mitarbeiterin die Zusammenarbeit mit ihrem Chef und meinte: „Wir alle haben viel von ihm gelernt.“ Prof. Dittrich hat die Krebstherapie in der Region entscheidend geprägt, hieß es seitens der Klinik.

Im Festvortrag hatte Prof. Thomas Becker, Klinikdirektor am UKSH Kiel, über „Herausforderungen und technische Innovationen in der Chirurgie“ referiert. Bis 2020 gehe die Hälfte der heutigen Chirurgen in den Ruhestand, wir brauchen dringend neue Chirurgen, sagte Prof. Becker. Darauf folgte eine leise Bemerkung aus den Gästereihen: „Aber bitte solche wie Hermann Dittrich.“ Auch Klinik-Geschäftsführer Dr. Hans-Markus Johannsen, Dr. Andreas Crusius, Präsident der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Peter Thomsen, Leitender Arzt an der Imland-Klinik Eckernförde, und die Leitende Oberärztin Bärbel Hoffmann aus der Rendsburger Klinik stellten die Fachkompetenz und die menschlichen Stärken Dittrichs in ihren Wortbeiträgen heraus.

Nachfolger Dr. Papachrysanthou war langjährig als Oberarzt in der Uniklinik Kiel und seit 2009 als leitender Arzt in der Imland-Klinik tätig. Er gilt als Spezialist für bösartige Erkrankungen der Leber und Gallenwege.


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erstellt am 29.Okt.2016 | 06:27 Uhr

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