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Eckernförder Zeitung

16. April 2014 | 09:41 Uhr

Marie Alix Herzogin zu Schleswig-Holstein - Ein langes Leben als Vorbild

vom

Feierstunde aus Anlass des 90. Geburtstags von Marie Alix Herzogin zu Schleswig-Holstein in der Kunst- und Kulturhalle Louisenlund.

Louisenlund | Hätte man versucht, für den Ehrengast, die Hauptperson des Tages, einen roten Teppich auszurollen, wäre er, so Professor Dr. Werner Esser, niemals lang und breit genug gewesen, um würdig zu sein. Gewürdigt wurde am Sonnabend in der Stiftung Louisenlund Marie Alix Herzogin zu Schleswig-Holstein, Sonderburg, Glücksburg, die Anfang April ihren 90. Geburtstag feierte. Anlässlich dieses Datums ließ es sich die von ihr und ihrem Mann gegründete Privatschule nicht nehmen, ein ganz besonderes Ereignis vorzubereiten und damit ihre "Zeremonienmeistern" zu würdigen und zu ehren.

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Dabei wussten sich alle Organisatoren und Mitwirkende an zwei wesentliche Säulen zu halten, die die Hoheit selbst ein Leben lang vorgibt: Stolz, gelebt in vornehmer Zurückhaltung und ein hohes Maß an bescheidenem Stolz auf die eigene Leistung. Schulleiter Professor Esser fiel es in seinen Begrüßungsworten nach eigener Aussage schwer, sich in Bescheidenheit an diese Vorgaben zuhalten, so groß seien die Verdienste der Jubilarin, ohne dass man an diesem Tag ohne würdigen Referenzen hätte auskommen können. "Hätte ich gedurft, hätte ich an diesem Tag über Vorbilder gesprochen", so Esser, der mit seinen Worten den Reigen anspruchsvoller, sorgsam ausgewählter Programmpunkte eröffnete, die die Herzogin in ihrer Person und Lebensleistung würdigen sollten.

Und sie alle - von den Schülern bis zum Alt Louisenlunder Bund kamen ohne imposante Wortarrangements aus. Mit leichter Hand und frohem Geist waren die Beiträge vorbereitet und vorgetragen, kam jedes Wort von Herzen und wurde vor allem klar, dass jedes Wort des Respekts und der Anerkennung getragen war von ehrlicher Zuneigung und aufrichtigem, herzlichen Dank.

Die Herzogin, sichtbar gerührt, gab sich, wie sie ist. Eine auch im Alter noch schöne Frau von zurückhaltender Eleganz, mit viel Esprit, einem unerschütterlichen Wertesystem und einer Lebensgeschichte, die immer wieder neu erzählt werden kann. Vorbild, das wurde deutlich, war Marie Alix zu Schleswig-Holstein immer. In einem kleinen Interview, das von Fabian Becker für die Schülerschaft, und Nikolaus W. Schüess, Schüler der ersten Stunde des Internats, geführt wurde, wurde munter geplaudert und die Herzogin tat das, was sie so wunderbar kann - sie erzählte lebensnah und mit pointiertem Witz über Episoden aus ihrem Leben. Als Diplomantenkind in aller Welt daheim, verbrachte sie viele Jugendjahre in Südamerika und sehnte sie schon damals nach einem Zuhause in Schleswig-Holstein. "Wenn ich heute an der Schlei spazieren gehe, erfüllt mich eine große Dankbarkeit dafür, dass so vieles in meinem Leben Wirklichkeit geworden ist", sagte sie. Sie erinnerte sich an die ersten Jahre nach dem Krieg, als Herzog Friedrich zu Schleswig-Holstein die Stiftung Louisenlund gründete. Eine Stiftung, die sich besonders auch um die Hoffnungen einer desillusionierten Generation kümmern sollte, denn Hoffnung zu schenken, sei damals schon Prinzip in Louisenlund gewesen. "Wir hatten wirklich nichts", erinnerte sich die Herzogin. Gefragt nach einer zweiten Waschschüssel - eine für Schüler und eine für Lehrer - musste sie sich entschuldigen. "Ich hatte sie nicht!". Aber jede Menge Kreativität und Fantasie hatte sie. So erklärt sich auch der legendäre Schulpullover, den die Schüler nach ihrer Probephase erhalten. Die eigene rote Socke an den blauen Marinepullover des Vaters gesteckt und schon war der heute noch so begehrte Schulpullover fertig. Dieses "Opfer" der eigenen Socke, wurde nun zum 90. Geburtstag zurückgegeben. Für Schülerverwaltung und Schülerparlament überreichten Oscar Fürsen und Douglas Dahlhoff eine eingerahmte rote Socke: ein sehr persönliches, ein geistreiches und in Louisenlunder Kreisen prominentes Geschenk, das im ganzen Saal gefeiert wurde. Auf die Bedeutung des Kleidungsstücks wies die Herzogin selbst hin.

Louisenlund verleihe durch Bildung und Erziehung das Bewusstsein, eine selbstständige, leistungsbereite und weltoffene Persönlichkeit zu sein, die in der Lage sei, für sich und andere Verantwortung zu übernehmen. Diese Chance ernst zu nehmen, sei die Botschaft des Zusammengehörigkeitsgefühls in Louisenlund. "Ich bitte euch, den Pullover auszuziehen, wenn ihr etwas Dummes tut", scherzte die Jubilarin, denn schließlich seien Rot und Blau die Wappenfarben ihrer Familie.

Kurzweilig war das Gespräch mit der Herzogin, die sich in bester Laune präsentierte und auch die kulturellen Darbietungen von Schülerseite genießen konnte. Auf hohem Niveau wurde Musik präsentiert und rührten Theaterszenen das Publikum. Ehrende Worte und angemessene Würdigung gingen einher mit Fröhlichkeit und Feierfreude. Eine Mischung, die nicht nur schön, sondern vor allem angemessen und würdig war.

Die Louisenlunder hatten eine wunderbare Feier arrangiert mit Liebe, Dank und Ehrerbietung für eine Persönlichkeit, die mit ihre Herzensbildung, ihrer Charakterstärke und ihrem vorbildlichen Auftreten für jeden einzelnen eine eigene Geschichte, ein gemeinsames, prägendes Erlebnis bereit hält. Marie Alix Herzogin zu Schleswig-Holstein, für ihr Lebenswerk und ihren unermüdlichen humanitären Einsatz, zum Beispiel im Dienste für das Deutsche Rote Kreuz, vielfach geehrt und ausgezeichnet, wird diesen Tag zu den vielen unvergesslichen Ereignissen in ihrem Leben hinzufügen können. Ein Tag, über den sie in Zukunft berichten kann, wenn man der schönen Louisenlunder Idee folgt, nicht über die Herzogin, sondern mit ihr zu reden.

von Iris Haulsen
erstellt am 15.Apr.2013 | 07:22 Uhr

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