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Eckernförder Zeitung

07. Dezember 2016 | 21:17 Uhr

Interview : „Ein Bürgermeister zum Anfassen“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Bürgermeisterkandidaten für Altenholz im Interview Teil 1: Raoul Steckel tritt für die CDU an und möchte gemeinsam mit den Bürgern gestalten

Altenholz | Im Dezember geht in Altenholz nach sechs Jahren die erste Amtszeit von Bürgermeister Carlo Ehrich (SPD) zu Ende. Er wird wieder kandidieren, aber auch die Christdemokraten schicken bei der Wahl im November einen Kandidaten ins Rennen: Raoul Steckel, Offizier und Abteilungsleiter im Sanitätsdienst der Bundeswehr, tritt gegen Ehrich an. Der 44-Jährige schätzt seine Chancen, den Bürgermeister abzulösen vorsichtig, aber optimistisch ein. „Wie es auch ausgeht, es wird ein knappes Ergebnis“, erklärt der Wahl-Altenholzer und beantwortet weitere Fragen im Interview mit Wohld-Redakteurin Doris Smit.

Sie kandidieren zum ersten Mal für das Amt des Bürgermeisters. Was hat Sie dazu bewogen, gegen Carlo Ehrich anzutreten?
Ich lebe jetzt seit Ende 2009 in Altenholz und war seit 2012 – erst stellvertretend – und seit 2013 als Bürgerliches Mitglied im Finanzausschuss tätig, dem ich seit Anfang des Jahres vorsitze. In dieser Zeit, aber auch durch meine Tätigkeit im Kreistag und im Hauptausschuss, habe ich einen starken Einblick in die Entwicklung des Kreises und seiner Gemeinden gewonnen. Wie alle Gemeinden im ländlichen Raum steht auch Altenholz vor großen Herausforderungen – bedingt durch den demografischen Wandel, mit dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), der Gestaltung der Bildungslandschaft mit Schule, Kitas, Freizeitangeboten sowie der Daseinsvorsorge in Verbindung mit Wohnen, Gewerbe und Haushalt. Zur Lösung all dieser Herausforderungen muss flexibel agiert, vor allem aber müssen die Bürger in ihrer Mehrheit mitgenommen werden. Abwarten und reagieren ist, meiner Ansicht nach, die falsche Vorgehensweise, denn wer zu spät kommt...(lacht).

Als Bürger möchte ich natürlich die Attraktivität und Wohnqualität von Altenholz steigern, um den älteren Mitbürgern das Leben zu erleichtern, und natürlich junge Familien einladen, sich hier niederzulassen.


Was steht, falls Sie gewählt werden, ganz oben auf Ihrer Agenda?
Sofern es bis dahin noch nicht erledigt ist, steht natürlich das Nahversorgungszentrum Stift mit Priorität an. Aber auch in Klausdorf sehe ich Nachholbedarf, was zum Beispiel den ÖPNV angeht. Jeder, der auf Busse angewiesen ist, weiß, dass es hier noch Verbesserungspotential gibt. Ebenso gibt es in der Gemeinde viele nicht optimal ausgeleuchtete Wege, die Parkplatzsituation an der Knooper Landstraße ist bescheiden, Grünflächen verwildern und soziale Treffpunkte fehlen. Wir müssen neuen Wohnraum, vor allem in Stift, schaffen, um das Nahversorgungszentrum tragfähig zu gestalten. Und wir müssen vor allem dafür sorgen, dass Altenholz als Gemeinde nicht wirtschaftlich abgehängt wird.


Wie sehen Sie die Entwicklung auf dem Gelände der abgebrannten Stifter Ladenzeile?
Bei der Entwicklung der Ladenzeile bin ich sehr positiv gestimmt, dass hier nun nach zwei Jahren etwas passiert. Das Fundament wurde durch Initiative aus der CDU-Fraktion gelegt und nach vielen Gesprächen bin ich fest überzeugt, dass es endlich vorangeht und Stift wieder eine angemessene Nahversorgung bekommt.


In den vergangenen Wochen gab es eine emotionale Auseinandersetzung mit den Bürgern über die geplante Bebauung des Geländes am Stifter Herrenhaus. Wie sehen Sie die Situation?
Was da passiert, ist tragisch. Ich kann die Bürger verstehen und bin selbst ein großer Fan des Herrenhauses und des Parks, den ich am liebsten als Streuobst- und Gemeindewiese sähe. Die Realität sieht jedoch so aus, dass die Gemeinde sich weder das Grundstück mit dem Haus, noch den Unterhalt leisten kann. Somit liegt die Priorität auf der Wahrung des prägenden Ortsbildes. Mit dem Eintritt in das Bauleitverfahren sind die Gemeindevertreter und vor allem die Bürger in der Lage, ihre Bedenken zu äußern und prüfen zu lassen. So können wir zu einem Kompromiss kommen, um endlich festzulegen, was auf diesem Grundstück möglich und durch die Gemeinde gewollt ist. Danach haben alle Beteiligten Klarheit, was dort passieren kann.


Wie könnten Sie sich eine Lösung vorstellen, falls Altenholz weitere Asylsuchende zugewiesen bekommt? Wo könnten sie untergebracht werden?
So ein großer Schwung, wie im Winter 2014, wird nicht wieder kommen. Wir können Wohnungen für Familien anmieten und Verhandlungen mit anderen Gemeinden führen, die zur Zeit Leerstände haben. Die größere Herausforderung sehe ich in der Integration der neuen Mitbürger. Es muss gelingen, dass sie sich in unser Wertesystem einfügen und sich ihm anpassen. In diesem Zusammenhang müssen wir das Ehrenamt stützen – neben Freundeskreis Asyl auch die Freiwillige Feuerwehr, den TSV Altenholz und die vielen anderen Vereine.

Der THW Kiel wird Stammgast in Altenholz. Wie sehen Sie diese Entwicklung für die Gemeinde?
Diese Entwicklung sehe ich äußerst positiv und bin – ehrlich gesagt – sehr erstaunt, dass die Landeshauptstadt es nicht geschafft hat, dem THW ein adäquates Gelände zur Verfügung zu stellen. Von dieser Entwicklung wird auch der TSV Altenholz profitieren – und das nicht nur durch die Mitbenutzungsmöglichkeit.


Sind Sie THW-Fan? Gucken Sie sich die Olympiade an? Interessieren Sie sich generell für Sport und wenn ja, für welchen?
Früher war ich aktiv in der Leichtathletik und im Basketball, aber ich begeistere mich auch für Handball und Fußball. Leider fehlt mir im Moment die Zeit, viele Spiele des THW zu besuchen. Aber wenn möglich, versuche ich beim TSV vorbeizuschauen, da ich gerade die unteren Ligen, in denen keine riesigen Sponsorensummen fließen, für unterstützenswert halte.


Treiben Sie Sport? Haben Sie andere Hobbys?
Momentan beschränkt es sich auf Dienstsport, Radeln und Wandern. Ansonsten bin ich begeisterter Motorradfahrer und wir haben Katzen.

Wie auch Carlo Ehrich haben Sie im Juli geheiratet. Das hat aber nichts mit der Wahl zu tun, oder?

(Lacht) Nein, das ist schon länger geplant gewesen – bevor ich wusste, dass ich Kandidat werden sollte.


Waren Sie bereits im Urlaub? Wenn Sie die freie Auswahl hätten, wo würden Sie gern mal hinreisen?
In diesem Jahr sind Flitterwochen und der Urlaub durch die Kandidatur gestrichen, aber im nächsten Jahr wollen wir das nachholen. Da meine Frau aus Schwaben kommt und wir gemeinsame Freunde in der Schweiz haben, nutzen wir die Gelegenheit und verbringen gern ruhige Tage im Allgäu, am Bodensee und im Stuttgarter Raum. Aber wir reisen auch sehr gern nach Italien, Norwegen, Schweden und Dänemark. Wohin die Flitterwochen nächstes Jahr führen, haben wir noch nicht entschieden.

Warum sollten die Bürger der Gemeinde Altenholz Sie wählen?
Weil ich ein Bürgermeister zu Anfassen sein möchte. Ich halte es für das Wichtigste, den direkten Kontakt zu den Mitbürgerinnen und Mitbürgern zu halten, um die Gemeinde gemeinsam zu gestalten.

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erstellt am 10.Aug.2016 | 06:38 Uhr

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