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Eckernförder Zeitung

09. Dezember 2016 | 12:44 Uhr

Stadtmarketing : Ein Aufkleber für die Öffnungszeiten

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Stadtmarketing Gettorf: cima-Mitarbeiter verteilen in einem ersten Schritt Aufkleber mit den Kernöffnungszeiten in der Innenstadt.

Gettorf | Nach der doch harschen Kritik im Ausschuss für Wirtschaft, Verkehr, Bauwesen und Umwelt der Gemeinde Gettorf vergangene Woche geht die Cima in die Offensive. Ihr war vorgeworfen worden, bisher zu wenig sichtbare Ergebnisse geliefert zu haben. Denn die Beratungs- und Management GmbH mit Sitz unter anderem in Lübeck war mit Geldern der Gemeinde im Auftrag des Handels- und Gewerbevereins (HGV) Gettorf und Umgebung für zwei Jahre mit der Erstellung und Umsetzung eines Stadtmarketingkonzepts für Gettorf betraut worden.

„Wir nehmen die Herausforderung an“, erklärt nun Regina Schroeder, die mit Lisa Scheer bei der cima für das Stadtmarketingkonzept für Gettorf zuständig ist. Das Thema „Gemeinsame Öffnungszeiten“ erschien ihnen in der Diskussion zuletzt als ein wichtiger Punkt auch bei der Frage, ob das Stadtmarketing über 2016 hinaus unterstützt werden sollte.

Am Freitag waren sie gemeinsam mit dem HGV-Vorsitzenden Thomas Grötsch im Gettorfer Ortskern unterwegs, um allen Geschäften ihren für Gettorf entworfenen Aufkleber anzubieten, der die Kernöffnungszeiten für Kunden sichtbar machen soll. Die sind von Montag bis Sonnabend von 9 bis 12.30 Uhr und von Montag bis Freitag von 15 bis 18 Uhr. Auch sie halten Kernöffnungszeiten in einer Einkaufsstraße für wichtig. „Man kann nicht erwarten, dass Kunden durch die Einkaufsstraße bummeln, wenn sie dabei immer wieder vor verschlossen Türen stehen“, betont Regina Schroeder. 23 der 30 Einzelhandelsgeschäfte im Ortskern machen mit. Viele, wie Männersachen, Rossmann, Balloon oder die Apotheke haben sogar länger geöffnet. „Wir hoffen, dass unsere Aktion die, die noch nicht dabei sind, zum Nachdenken anregt“, sagt sie weiter. Die Kunden sollten künftig sicher sein, dass ihnen innerhalb dieser Zeiten alle Geschäfte offen stehen.

Im Frühjahr 2015 ist das Gettorfer Stadtmarketing gestartet. Vieles sei ausprobiert und angestoßen worden, um in der praktischen Umsetzung herauszufinden, warum so viele Initiativen bisher nicht nachhaltig waren, führt Regina Schroeder aus. Wunder hätten sie bewusst nicht versprochen. Doch sie wollten spürbare Impulse setzen. Hier gingen die Erwartungen von Politik und Verwaltung und die Vorstellungen der Wirtschaft von einem Stadtmarketing offenbar auseinander, vermutet Lisa Scheer. Sie hätten die Bevölkerung nach ihren Wünschen befragt, auf Händler- und Eigentümerrunden Themen wie Öffnungszeiten, Leerstände und Shopping-Events angestoßen, sich am Rapsblütenfest und Halloween-Shopping beteiligt.

Das große Problem sehen beide darin, dass in Gettorf nicht gemeinsam agiert werde. Die Politik sieht die Wirtschaft in der Verantwortung, die Wirtschaft fühlt sich alleingelassen. Deshalb will die cima in den verbleibenden Monaten eine Lenkungsgruppe mit Vertretern aus Verwaltung, Politik und Wirtschaft einrichten und dort ihre Vorschläge für das künftige Stadtmarketing als Grundlage zur Fortführung ab 2017 vorstellen. Sie werden weitere Empfehlungen geben, Organisations- und Finanzierungs-modelle vorstellen. „Es müssen sich alle an einen Tisch setzen und verbindlich auf Ziele, Prioritäten und Vorhaben einigen“, fordert Regina Schroeder. „Und auch gemeinsam dazu stehen, auch wenn es mal schwierig wird.“ Auch Thomas Grötsch ist sicher: „Die Belebung des Gettorfer Ortskerns wird nur gemeinsam gelingen.“




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