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Eckernförder Zeitung

08. Dezember 2016 | 09:03 Uhr

Solidarische Landwirtschaft : Ein Abo auf gesunde Lebensmittel

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Nach fast einem Jahr der Probephase nimmt die Solidarische Landwirtschaft die nächsten Kunden an. Abholung an fünf verschiedenen Depots.

Altenholz | Saisonales Gemüse vom Wurzelhof Pansegrau, Milch und Fleisch vom Hof Rzehak, Brot, Brötchen und Kuchen von der Vollkornbäckerei KornKraft, Ziegenkäse und -fleisch sowie Eier, Kartoffeln und Zwiebeln vom Hof Mevs – und das alles wie die Tageszeitung im Abo.

Solidarische Landwirtschaft nennt sich das Konzept der Versorgung, das in den 1960er Jahren in Japan entstand, wo heute bereits etwa ein Viertel der Haushalte an einer solchen Partnerschaft beteiligt sind. Das Prinzip ist eigentlich einfach: Verbraucher schließen sich zu einer Initiative zusammen, garantieren den beteiligten Landwirten für einen bestimmten Zeitraum die Abnahme von Lebensmitteln zu einem festen Preis und werden regelmäßig versorgt. Und was woanders auf der Welt geht, geht hier auch. Also schlossen sich knapp zehn Leute, unter ihnen Wiebke Freudenberg aus Altenholz, zu einer solchen Initiative zusammen und luden, nachdem sie sich vorher andernorts schlau gemacht hatten, Landwirte aus der Umgebung zu einem „Bauernfrühstück“ ein und erläuterten ihre Idee. „Nach dem Frühstück kamen die vier Höfe aus Schinkel auf uns zu und fragten, wann wir uns wieder treffen“, beschreibt Wiebke Freudenberg die Begeisterung der vier Hofbesitzer, die alle biologisch wirtschaften. Seit Oktober vergangenen Jahres lief die Testphase. Überaus positiv, wie Freudenberg berichtete. Etwa 100 Personen machten mit. Und jetzt ist man soweit, dass weitere Mitglieder aufgenommen werden können. Ziel sind rund 200 Teilnehmer, wobei sich der Bereich auf das Gebiet von Kiel bis Eckernförde beschränkt. „Es soll so regional wie möglich sein und wir wollen ja auch einen Anreiz schaffen, dass sich weitere Initiativen in anderen Gegenden gründen“, so Freudenberg.

Einmal wöchentlich fährt die Initiative die Höfe an, holt die Lebensmittel ab und verteilt sie auf die zurzeit fünf Depots, bei denen die Verbraucher ihren Anteil abholen. Und wenn etwas dabei sein sollte, was man partout nicht mag, findet sich immer jemand zum Tauschen. „Ich brauchte eine Eingewöhnungsphase“, sagte Bärbel Mewis, die seit Anbeginn dabei ist und die in der Garage von Wiebke Freudenberg ihren Warenkorb zusammenstellte. „Anfangs mochte ich absolut keine Rote Bete. Aber entsprechend verarbeitet mag ich sie heute sogar gern“, so die Altenholzerin.

Solidarische Landwirtschaft ist eine typische Win-Win-Geschichte: Die Höfe haben Planungssicherheit und ein garantiertes Einkommen übers Jahr, können sich einem vielfältigen Anbau und einer verantwortungsvollen Tierhaltung widmen und sind Teil einer Gemeinschaft, die sie unterstützt. Die Mitglieder erhalten qualitativ hochwertige, frische saisonale Lebensmittel, wissen, woher ihr Essen kommt, unterstützen eine regionale Lebensmittelversorgung und sichern Ackerland in der Region. „Es ist ein Projekt, das in die Zukunft gedacht ist“, betont Wiebke Freudenberg, die auch hervorhob, dass das Konzept selbstverständlich nicht nur mit Bio-Betrieben funktioniert, sondern auch mit konventionell arbeitenden Landwirten. Natürlich können die Mitglieder die Höfe auch besuchen. Denn dadurch, so Freudenberg, lernt man viel über den Ablauf auf den Höfen und den Lauf des Jahres hinsichtlich der Nahrungsmittel. „Das Einzige, was noch fehlt, ist Obst“, stellte Wiebke Freudenberg fest. Aber das, da ist sie sich sicher, kommt auch noch.

Wer jetzt Appetit auf Möhren, Porree, Spinat oder Wilde Rauke, auf Ziegenfrischkäse oder auch frisches Brot bekommen hat, kann sich unter www.schinkeler-hoefe.de informieren oder nimmt Kontakt über info@schinkeler-hoefe.de oder Telefon 04354/9  96   05  20 auf. Beginn neuer Mitgliedschaften ist zum nächsten Wirtschaftsjahr am 1. Juli möglich. Kosten: 150 Euro monatlich plus 10 Euro für die Auslieferung an die Depots.

>Nächste Infoveranstaltungen: Sonntag, 24. April, „Alte Mu“, Lorentzendamm 6-8, Kiel und Dienstag, 26. April, in der „Pumpe“, Haßstraße 22, Kiel. Genaue Uhrzeiten unter www.schinkeler–hoefe.de

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