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Eckernförder Zeitung

04. Dezember 2016 | 21:33 Uhr

Spendenprojekt : Eierverkauf für Lehmöfen in Nepal

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Ute und Peter Furck aus Haby lassen ihre Suntheimer und Vorwerk-Hühner jetzt für Küchenöfen in Nepal Eier legen

Haby | Ihren Lebensunterhalt können Ute und Peter Furck allein durch ihren Hof nicht bestreiten. Dafür reichen die rund 80 Schafe und Böcke sowie 20 Hühner und Hähne nicht aus. Das Ehepaar aus Haby sieht sich da eher als Selbstversorger. „Wir wollen uns ernähren und wenn etwas übrig ist, andere auch“, sagt der 62-Jährige, der mit seiner Frau seit 2008 den Schafhof an der Wittenseer Straße in Haby betreibt. Auch Obst, Gemüse und die Früchte für Marmelade kommen vom eigenen Grundstück. Die Furcks setzen in ihrem rund sechs Hektar großen Hof auf die natürlichen Kreisläufe der Landwirtschaft, in denen nichts verdirbt und alles verwertet wird.

Doch die Furcks schauen auch über ihre Hofgrenzen und haben sich seit diesem Jahr einem ganz besonderen Projekt verschrieben und lassen für dieses ihre Hühner arbeiten. Sie sind sie per Zufall auf das Projekt der „Ofenmacher“ aufmerksam geworden. Eine Ärztin aus Deutschland arbeitete in einer Klinik in Nepal und musste zahlreiche Patienten, darunter viele Kinder, mit Brandverletzungen behandeln. Diese hatten sie sich an offenen Feuerstellen, wo traditionell gekocht wird, zugezogen. Sie litten auch an Atemwegerkrankungen aufgrund der giftigen Rauchgase, die sich durch den fehlenden Abzug bildeten. 2010 gründete sich schließlich in München der Verein „Die Ofenmacher“, der die Verbreitung rauchfreier Öfen in den ländlichen Haushalten Nepals, mittlerweile aber auch in anderen Ländern, zum Ziel hat. „Dieses Hilfsprojekt passt genau zu uns“, fand Peter Furck. Zudem war er sich sicher, dass 100 Prozent der Spenden auch wirklich an Ort und Stelle landeten. Mit dem Geld werden ausgebildete Ofenbauer in die Regionen geschickt, um zu informieren und zu zeigen, wie denkbar einfach der Bau von sauberen und sicheren Lehmöfen ist. Die Ziegel werden aus Lehm, Dung und Reisschalen geformt. Nach dem Trocknen wird der Ofen gemauert
– und zwar mit einem Rauchabzug nach außen.

Neben den gesundheitlichen Vorteilen, hat auch die Umwelt etwas davon. Es wird weniger Brennholz benötigt, der Raubbau an der Natur verringert und erhebliche Mengen an CO2 eingespart. Auch Arbeitsplätze werden geschaffen. In den vergangenen fünf Jahren wurden so rund 50  000 Lehmöfen in Nepal gebaut. Alles in allem kostet so ein Lehmofen etwa zehn Euro.

„Der gesamte Erlös aus unserem Eierverkauf geht an das Projekt“, sagt Peter Furck. 400 Euro haben die Habyer jetzt gespendet. Dafür könnten wieder 40 Öfen gebaut werden. „Auf unserem Hoffest im Mai haben wir über das Projekt informiert“, berichtet Ute Furck. Und es sei tatsächlich eine Besucherin da gewesen, die in Nepal war und die Lehmöfen in den Häusern gesehen hat.

Mehr Druck bekommen die Hühner nun aber nicht zu spüren. Gut 20 sind es derzeit. Das Ehepaar Furck züchtet Vorwerk- und Suntheimer Hühner – beides vom Aussterben bedrohte Landtierrassen. An manchen Tagen sind es 15 bis 18 Eier, derzeit aber auch mal nur eins. Der „Produktion“ nachhelfen wollen die Furcks nicht. Die Hühner bekommen nur gehäckseltes Getreide und das, was sie beim Picken und Scharren auf der Wiese finden. „Durch das stetige Picken fallen auch weniger Schädlinge bei uns auf dem Hof an“, sagt Peter Furck und erinnert an die alten Kreisläufe, die auf dem Schafhof noch intakt sind.  

>www.schafhof-haby.de

>www. ofenmacher.org

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erstellt am 07.Okt.2016 | 06:08 Uhr

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