zur Navigation springen

Eckernförder Zeitung

07. Dezember 2016 | 17:32 Uhr

Edvard Munchs Werk „Der Schrei“ wird lebendig

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Ausstellung des Kunst- und Kulturvereins im Foyer der Stadthalle / Namhafte Künstler neu interpretiert

Eckernförde | Die Idee von Björn Schreurs, erster Vorsitzender des Kunst- und Kulturvereins (K&K) Eckernförde, kam bei den Kreativen sofort gut an: Die Werke namhafter Künstler aller Genres als Vorbild für eine eigene Interpretation zu verwenden und in einer Ausstellung im Foyer der Stadthalle Eckernförde der Öffentlichkeit vorzustellen. Dabei sollten sowohl die Wahl des Vorbildes als auch die Möglichkeiten der Adaption den Künstlern selbst überlassen sein.

Die Kunstschaffenden stellten sich diesen Herausforderungen und schufen ungewöhnliche Werke. Bei der Vernissage informierte Björn Schreurs in seiner Begrüßung ausführlich über die Art der „Aneignungskunst“, die bereits in den Werken namhafter Künstler wie Picasso oder Duchamp Verwendung fand. Die Darstellungen in dieser Kunstform schwanken dabei von einfacher Kopie bis zur verhöhnenden Karikatur. Den Besuchern wird der Vergleich von Ausgangs-Kunstwerk und Neu-Interpretation einfach gemacht, da das Original als Reproduktion gleich neben dem Plagiat zu sehen ist. Dennoch bleibt genügend Raum für Phantasie und Entdeckung von Wortspielen.

Mario Kleinschmidt (52) fertigte in seinem Atelier in Scheggerot (bei Kappeln) beispielsweise ein Halbprofil aus Gips, das durch einen im Kunstwerk versteckten Bewegungsmelder einen Schrei ausstößt, wenn der Besucher das Werk passiert. „Es handelt sich um eine originelle Adaption des Gemäldes „Der Schrei“ von Edvard Munch“, erklärte Kleinschmidt. Weitere Werke entstanden in Kooperation mit Björn Schreurs und sind mit ihren hocherotischen Darstellungen durchaus vielsagend. Für die Umgestaltung der Vorlage-Kunstwerke wurden zahlreiche künstlerische Darstellungen gewählt. Dazu zählen Plastiken von Kleinschmidt oder auch die Malerei der Eckernförder Künstlerin Angelika Nissen, die sich ein Gemälde von Emil Nolde zum Vorbild genommen hat. Marion Bartels hat in ihrem Artelier Altenholz die „Punkte“ von Gerhard Richter, einem der bekanntesten deutschen Künstler des 20. und 21. Jahrhunderts, nach ihren Ideen mit 2304 bunten Punkten umgesetzt.

Der Wirtschaftsinformatik-Student Harald von Röthlin (20) wählte für seine Adaption das gesprochene Wort und interpretierte das Heidenröslein von Johann Wolfgang von Goethe. „Das Heidenröslein ist mein Lieblingsgedicht und Goethe mein großes Vorbild“, so der Student und verriet: „Ich habe in meiner Hommage an Goethe das Heidenröslein in „Weißes Röslein“ umbenannt und viele eigene Gedanken und Gefühle in meinem Gedicht verarbeitet.“ Deutlich ist auch die Botschaft der Künstlerin Brigitta Krause zu verstehen. Die gebürtige Schweizerin lebt seit 43 Jahren in Eckernförde und betreibt mit ihrem Mann und Künstler PeKa in der Gudewerdtstraße ihre Kunst-Werkstatt. Sie hat für die Ausstellung einen kleinen Liegestuhl mit unzähligen 100-Euro-Banknoten gestaltet und nannte diese Adaption des Rene-Magritte-Stuhls schlicht „Eine wundersame Mehrung“. „Schließlich“ sagte sie, „liegt das Geld der reichen Leute einfach nur herum und wird ohne Zutun mehr“. Ihre weiteren ausgestellten Kreationen sind ebenso sehenswert wie viele weitere Exponate der Ausstellung, die noch bis zum 28. August (sonnabends und sonntags von 15 bis 18 Uhr) geöffnet ist.

>

Sonderöffnungszeit in der Galerie- und Ateliernacht am 13. August von 19 Uhr bis Mitternacht

.

zur Startseite

von
erstellt am 05.Aug.2016 | 06:09 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen