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Eckernförder Zeitung

05. Dezember 2016 | 13:39 Uhr

Louisenlunder Spitzenkaffee : Edler Muntermacher aus Ruanda

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Von der Kaffee-Ernte bis zum Verkauf – Louisenlunder Schüler lernen nachhaltige Entwicklungshilfe / Kaffeeverkauf auf dem Weihnachtsmarkt

Louisenlund | Starke Röstaromen, aber dennoch mild und keine Spur von unliebsamen Bitterstoffen – den Kaffee, den die Schüler der Ruanda-Gilde der Internatsstiftung Louisenlund für den Weihnachtsmarkt vom 2. bis 4. Dezember in den vergangenen Wochen gemahlen und abgefüllt haben, hat es in sich. „Das ist ein Spitzenkaffee“, verspricht Gildenleiter Hauke Nagel. Im Sommer waren er, seine Kollegin Anna Helm und acht Schüler der Gilde nach Ruanda gereist und haben den Weg der Kaffeebohne von der Ernte bis zum fertigen Getränk verfolgt und das Luxusprodukt Kaffee wertgeschätzt. Die Schüler sollten so eine sinnvolle und nachhaltige Entwicklungshilfe kennenlernen. Die Kaffeebauern sind dabei nicht Hilfsempfänger, sondern Wirtschaftspartner auf Augenhöhe.

Vor Ort besuchten sie die Plantage „Gitesi“, etwas größer als ein Fußballfeld mit rund 250 Bäumen. „Auf Wunsch werden die Kaffeebohnen handgepflückt und handsortiert“, sagte Hauke Nagel, der selbst viele Jahre als Entwicklungshelfer in Mali und Ruanda tätig war, bevor er vor zwei Jahren als Lehrer in Louisenlund anfing und die Ruanda-Gilde ins Leben rief. Die Gilde lernte die Anbaumethoden kennen, sprach mit den Bauern und kaufte letztlich 300 Kilogramm des Kaffees ein, der dann über Kenia per Schiff nach Hamburg geliefert wurde. „Wir wollten die höchste Qualität einkaufen“, betont Nagel. Dafür habe man auch 15 Prozent über dem Handelspreis bezahlt, insgesamt rund 2000 Euro. Dadurch, dass die Importfirma, Rösterei und ein Designböro das Projekt der Louisenlunder unterstützten, kann die Gilde den Kaffee mit gutem Gewinn verkaufen.

In einer Rösterei in Quern wurde der Kaffee ganz speziell geröstet. „Für viele Sorten werden die Bohnen nur kurz geröstet“, so Nagel. In Quern waren es bis zu 20 Minuten bei 200 Grad Celsius. „So gehen die Bitterstoffen verloren“, erläutert er. Durch die Handsortierung war gewährleistet, dass die Bohnen allesamt nahezu gleich groß waren, so neun bis zehn Millimeter. Kleinere Bohnen würden sonst bei dem langen Röstvorgang verbrennen, die großen ihre Bitterstoffe nicht verlieren.

In der Teeküche auf dem Hof mussten dann die Schüler, die im nächsten Jahr nach Ruanda fahren, anpacken. Ihre Vorgänger haben nach dem Sommer die Stiftung verlassen, einige wollen aber dennoch 2017 wieder dabei sein.

Der Kaffee wurde gemahlen, gewogen, abgefüllt und die Verpackung mit einem Logo versehen. Rund 520 Packungen. „Für den Spitzenkaffee wollten wir einen schlichten Stempel“, sagt Nagel. So ziert der Schriftzug „Gitesi-Ruanda“ und Louisenlunder Nummer 1“ sowie das Louisenlund-Logo die Verpackung.

Für 15 Euro wird das Pfund Kaffee auf dem Weihnachtmarkt an den zwei Ständen der Internatsstiftung verkauft, zehn Euro davon fließen in ein Schulbauprojekt in Ruanda. Es werden sowohl gemahlener Kaffee als auch ganze Bohnen verkauft, ein Drittel als Espresso-Röstung.  

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erstellt am 23.Nov.2016 | 06:27 Uhr

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