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Eckernförder Zeitung

03. Dezember 2016 | 14:38 Uhr

Großes Programm vom 13. bis 18. August : Eckernförder Wal-Woche am 250. Jahrestag der Waltötung

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

1766 wurde im Hafen ein Buckelwal erlegt. Das Ostsee Info-Center organisiert aus diesem Anlass ein großes Wal-Programm mit Vorträgen, Filmen und Ausstellungen.

Eckernförde | Am 17. August 1766 überschlugen sich im Eckernförder Hafen die Ereignisse. Ein Buckelwal von „34 Fuß 7 Zoll“ Länge (entspricht 10,5 Meter) war den Herings- und Sprottenschwärmen gefolgt und in den Hafen geraten. Das sollte ihm zum Verhängnis werden. Die Fischer witterten ihre Chance: Sie versperrten den Ausweg in die Bucht und machten Jagd auf den „Fisch von ganz besonderer und merkwürdiger Größe“, wie es im städtischen Protokoll vom 21. August 1766 zu lesen ist. Die Schilderung der sieben Stunden dauernden „Jagd“ auf den eingeschlossenen Buckelwal, die von unzähligen Schaulustigen an den Ufern verfolgt wurde, zeigt die allmähliche Ermattung des Meeressäugers durch die Stiche der Harpunen, Lanzen und Bootshaken, die die Fischer ihm in den Leib stießen, und die Kugeln der Schützen. Der Wal soll mehrfach „so schnell wie ein Pfeil“ durchs Wasser geschossen sein und „schlepte die Böte, worin die Fischer, welche ihn harpuniert hatten, sich befanden, mit gleicher Geschwindigkeit hinter sich drein. Bey einer jeden Tour, die er machte kam er etliche Mahl ein paar Ellen hoch übers Wasser in die Höhe, um Luft zu schöpfen, da er denn aus seinem Blase-Loch das Wasser in die Höhe blies, und dabey, so lange er noch nicht matt war, ein Getöhn fast wie das Brüllen eines Ochsen von sich hören ließe.“ Und jedesmal, wenn sich der Buckelwal blicken ließ, bekam er die Harpunen und Kugeln zu spüren. Um 12 Uhr schließlich gab der erschöpfte und tödlich verwundete Buckelwal auf. „Die Fische haben ihn bis auf den dritten Tag für Geld sehen lassen und wohl 100 Mark damit verdient .... Es ist fast unglaublich, was für eine Menge Menschen von Sleswig, Rendsburg, Kiel und den umliegenden Güthern hierher gekommen sind, um den Fisch zu sehen; allein viele derselben kamen zu spät, weil er wegen des Gestankes nicht länger als 3 Tage conservieret werden konnte.“ Der in Eckernförde und Krieseby tätige Fayencen-Maler Johann Leihamer hat den erlegten Buckelwal dann auf Veranlassung des Bürgermeisters Classen verewigt.

Dramatische Ereignisse, die Anlass für Hannah Sliwka vom Ostsee Info-Center (OIC) waren, exakt 250 Jahre später die Eckernförder Wal-Woche zu organisieren. Vom 13. bis 18. August gibt es jeden Tag eine Veranstaltung im OIC oder in den Räumlichkeiten der Kooperationspartner Museum Eckernförde und Alte Fischräucherei (siehe Info-Kasten).

Eine solche kollektive, öffentliche Waljagd wäre heute – zumindest an der Ostsee – undenkbar. Großwale, die nach wie vor als „Gäste“ in die Ostsee kommen, werden heute fasziniert beobachtet. Und der Schweinswal ist hier Zuhause. Um die kleinsten Meeressäuger zu schützen, arbeiten das OIC und die Fischer zusammen. Eckernförde spielt somit eine wichtige Rolle beim Schutz der heimischen Wale.
 

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erstellt am 10.Aug.2016 | 06:50 Uhr

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