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Eckernförder Zeitung

08. Dezember 2016 | 05:03 Uhr

Seebataillon : Eckernförder Soldaten in internationaler Kooperation

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das Seebataillon aus Eckernförde und das niederländische Korps Mariniers arbeiten immer enger zusammen.

Eckernförde | Schon lange agiert die deutsche Marine bei internationalen Einsätzen nur noch in Zusammenarbeit mit ihren Bündnispartnern. Eine Konsequenz daraus ist die Absichtserklärung, die die deutsche und niederländische Verteidigungsministerinnen im Februar unterzeichnet haben. Darin ist von einem regen Austausch von Personal und Kenntnissen sowie gemeinsamen Übungen die Rede. Besonders amphibische Fähigkeiten wie gesicherte militärische Transporte über See zur Evakuierung von Staatsbürgern oder für humanitäre Hilfeleistungen stehen im Mittelpunkt. Die Niederländer stellen dafür unter anderem ihr Docklandungsschiff, die „Karel Doorman“ mit Hubschrauberlandeplatz und einer Rampe für Landungsboote, zur Verfügung – ein Schiff, wie es die Deutsche Marine nicht hat.

Neun Monate nach der Unterzeichnung der Absichtserklärung schreitet die Zusammenarbeit weiter fort. Das deutsche Seebataillon aus Eckernförde und das niederländische Korps Mariniers haben jetzt eine zweite gemeinsame Übung absolviert, weitere sollen folgen. „Kooperation ist sehr wichtig. Heute führt kein Land mehr Operationen alleine durch“, sagte Kapitän zur See Frank Boots, Kommandeur des „Strategic Command“ der Königlich Niederländischen Marine.

Das Szenario der Übung: Die Urlaubsinsel Texel sagt sich von den Niederlanden los. Daher müssen niederländische Bürger in Sicherheit gebracht werden. Die deutschen Soldaten kontrollierten die Ausweise der zu rettenden Bürger, während niederländische und deutsche Marineinfanteristen zusammen das Gelände gegen aufkommende Unruhen absicherten. Auf dem Weg zur Abholstation von der Insel konnte auch eine Straßenblockade von Aufständischen den Evakuierungskonvoi nicht aufhalten. Deutsche Fahrzeuge vom Typ „Eagle“ und „Dingo“ nagelten die Angreifer fest, während niederländische Soldaten sie durch die Nordseedünen umgingen und von der Seite angriffen. Zum Abschluss der Übung erstürmten die deutschen Boardingsoldaten von niederländischen Schnellbooten aus ein Schiff, das den Landungsbooten zu nah kam. „Diese Übung dient dazu, zu zeigen, wie nah wir einander sind“, sagte Fregattenkapitän Axel Meißel, neuer Kommandeur des Seebataillons. Die Kooperation der beiden Einheiten sei durch ein „immenses Vertrauen“ geprägt. Auch Vizeadmiral Andreas Krause, Inspekteur der Deutschen Marine, zeigte sich beeindruckt von dem bisher Erreichten.

Beide Nationen unterstützen sich mit ihren Fähigkeiten. Die Niederländer bringen sehr viel Erfahrung im Bereich der amphibischen Operationen ein. Das Seebataillon trägt wiederum mit Spezialisten, wie den Minentauchern und den Aufklärungskräften, bei. Für beide Verbände ist der gemeinsame Weg jedoch noch nicht vorbei. Bis zum jährlich stattfindenden Großmanöver Northern Coasts 2017 soll die grundsätzliche gemeinsame Einsatzfähigkeit durch weitere gemeinsame Übungen erreicht werden. Darauf aufbauend streben Korps Mariniers und Seebataillon die volle gemeinsame Einsatzfähigkeit an.

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erstellt am 14.Nov.2016 | 06:20 Uhr

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