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Eckernförder Zeitung

05. Dezember 2016 | 15:43 Uhr

Neuer Besitzer : Eckernförder Bank kauft die Alte Post

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Übernahme zum 1. Januar 2017 – die Mietverträge sollen weitergeführt werden. Das Kreditinstitut möchte das historische Erbe bewahren.

Eckernförde | Eines der markantesten Großimmobilien der Stadt ist verkauft. Die Eckernförder Bank ist ab 1. Januar 2017 neuer Besitzer der Alten Post. Der 79-jährige Noch-Eigentümer Günter Haß hat die zentral in der Fußgängerzone gelegene Gewerbeimmobilie aus Altersgründen verkauft und hat dabei großen Wert auf den Erhalt und die Weiterentwicklung des Gebäudes gelegt. Beides sieht er bei der Eckernförder Bank in den besten Händen. Der Kaufpreis wurde nicht genannt.

Die beiden Bank-Vorstände Sönke Saß und Frank Nissen kündigten gestern an, die bestehenden Mietverträge zu übernehmen. Das heißt, die bestehende Nutzung wird nicht verändert. In der Alten Post sind ein Restaurant, die Hauptpost, eine große Zahnarztpraxis, eine große ärztliche Gemeinschaftspraxis, eine sozialtherapeutische Einrichtung sowie im hinteren Gebäudeteil ein privates Mäusemuseum („Mauseum“) untergebracht. Der Optiker wird die Alte Post zum 1. November Richtung Schulweg verlassen. Die frei werden Fläche in der Alten Post wird die Zahnarztpraxis übernehmen. Derzeit nicht vermietet ist eine 420 Quadratmeter große Bürofläche im mittleren Geschoss. Es gibt nach Auskunft der Eckernförder Bank jedoch Interessenten, so dass demnächst mit einer Neuvermietung zu rechnen ist. Insgesamt verfügt die Alte Post über eine Nutzfläche von 3000 Quadratmetern. Wechsel habe es immer wieder gegeben, vor allem im Restaurantbereich, „aber wir hatten fast immer eine Vollvermietung“, sagte Haß. Nicht funktioniert habe das shop-in-shop-System, das man nach mehreren erfolglosen Versuchen wieder aufgegeben habe. „Die Idee wurde nicht angenommen“, so Haß.

Die Eckernförder Bank ergänzt mit diesem gezielten Zukauf ihr Anlageportfolio von sechs Gewerbeimmobilien einschließlich der eigenen Geschäftsstellen um eine „interessante, historische und schöne Immobilie“, freute sich Sönke Saß. Er und sein Vorstandskollege sehen darin auch ein „Bekenntnis zum Standort Eckernförde“. Die Eckernförder Bank fühle sich der Stadt als letztes eigenständiges Kreditinstituts in besonderer Weise verbunden und habe daher auch ein großes Interesse, zum Erhalt wertvoller Bausubstanz und zur wirtschaftlichen Entwicklung in der Stadt beizutragen. Der Erwerb des 1902 erbauten ehemaligen Postamtes sei auch als „strategisches Investment“ in zinsschwacher Zeit zu verstehen, sagte Frank Nissen, „Eckernförde ist ein sehr interessanter Markt.“ Beim Kauf hätten aber auch Emotionen eine Rolle gespielt, räumte Nissen ein. Die Alte Post verkörpere nicht nur einen Teil der Geschichte, sondern „passt auch zur Eckernförder Bank“. Grundsätzlich sei die Bank nicht abgeneigt, weitere interessante Objekte zu erwerben. „Wir sind offen für alles, es muss zu uns passen“, gibt Sönke Saß die Richtung vor.

Günter Haß hätte seine Alte Post auch an Investoren aus Dänemark oder Hamburg verkaufen können, die eine zentrale, qualitativ hochwertige Immobilie gesucht hätten. Er habe diese Kontakte nicht weiter verfolgt, weil das nur die klassischen Investorengeschäfte gewesen wären. Ihm sei vielmehr daran gelegen gewesen, einen Käufer zu finden, der ebenso wie er Herzblut einbringe und ein Interesse daran habe, die Alte Post zu erhalten und weiterzuentwickeln. „Wir sind uns nach wenigen Gesprächen einig geworden.“ Haß wird der Eckernförder Bank weiterhin als Berater für die Alte Post zur Seite stehen.

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erstellt am 17.Sep.2016 | 06:17 Uhr

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