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Eckernförder Zeitung

08. Dezember 2016 | 16:59 Uhr

Großer Tümmler in der Ostsee : Eckernförde: Delfin „Freddy“ am Hals verletzt

vom

Der Tümmler, der in Kiel und Eckernförde zu Besuch ist, hat eine Fleischwunde. Doch eine Expertin kann beruhigen.

Eckernförde | Der Große Tümmler „Freddy“, der sich seit über einer Woche im Ostseebad aufhält, ist verletzt. Deutlich ist bei ihm eine Wunde am Hals zu erkennen. Thorsten Peuster, Inhaber der Taucherschule Tauchen & Meer, erklärte, er habe die Verletzung das erste Mal am Sonnabend gesehen, als er mit dem Meeressäuger zum wiederholten Mal schwimmen war. Einem anderen Taucher sei sie wohl schon einige Tage vorher aufgefallen.

Bei besorgten Delfinfans kursieren nicht nur im Internet viele Vermutungen über die Ursache seiner Verletzung. Eine dieser Fans ist Barbara Nissen. Die Borbyerin beobachtet bei ihren vielen Spaziergängen an der Wasserkante seit Tagen den Delfin, den der Walexperte Dr. Andreas Pfander bei dessen erstem Auftauchen „Ecki“ genannt hat.

Es ist nicht der erste Delfin, der in diesem Jahr die Kieler entzückt: Die beiden Großen Tümmler Selfie und Delfie ließen sich im Februar und März an verschiedenen Stellen der deutschen Ostseeküste blicken. Ein Zeichen dafür, dass sie sich hier wohlfühlen - und genügend Nahrung finden.

Die 52-jährige Nissen ist empört über den Umgang der Menschen mit dem Großen Tümmler: „Ich habe  gesehen, dass vier Motorboote den Delfin regelrecht eingekreist haben.“ Zwischen Marinestützpunkt und WTD 71 hätten die Bootsführer ihn „regelrecht in die Mangel genommen“. Sogar nachts habe sie beobachtet, wie Taucher mit einer Unterwassertaschenlampe ins Wasser gegangen seien, um den Delfin zu finden. „Natürlich ist der Delfin eine Sensation. Aber das geht einfach zu weit.“

Viele Delfinfreunde sind besorgt. Bei Peter Klink aus Altenhof steht seit Tagen das Telefon nicht mehr still. Die Anrufer erhoffen sich eine Einschätzung des Seehundjägers hinsichtlich der Verletzung des Meeressäugers. Ein Kontakt zur Fachärztin für Wildtiere (Certified Specialist in Wild Animals) an der tierärztlichen Uni Hannover, Prof. Ursula Siebert, gibt Anlass zur Beruhigung.

Anhand der Unterwasserfotos, die Klink ihr geschickt hat, kommt die Expertin zu dem Schluss, dass die Wunde zwar durch die Haut und das Fettgewebe gehe, aber kein Loch in der Muskulatur zu sehen sei. „Die Ränder sind zum Teil etwas dicker, was darauf hindeutet, dass die Wunde zugranuliert, das heißt am Abheilen ist“, so die Ferndiagnose von Prof. Siebert. „Eine Wunde dieser Größe, oberflächlich gelegen, dürfte kein großes Problem für den Delfin sein“, so die Expertin. Über die Ursache der Verletzung macht sie keine Angaben.

Seit dem 2. Oktober hält sich der Tümmler vor Eckernförde auf. Vorher war das Tier bereits in Kiel aufgetaucht und sorgte dort für eine Delfin-Euphorie. Gleichzeitig warnten Experten davor, mit den Tieren schwimmen zu gehen.

Das Tier sucht gezielt die Nähe zu Menschen. Viele Leser haben Fotos und Videos des Tümmlers gemacht. Eine der Beobachterinnen war Janine Ruser. Sie filmte den Delfin vom Eckernförder Strand aus:

Tauchlehrer Thorsten Peuster und sein Kollegen Philipp Hoy wurden von dem Delfin schon in zwei Metern Wassertiefe begrüßt.

 
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erstellt am 10.Okt.2016 | 15:06 Uhr

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