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Eckernförder Zeitung

25. Mai 2016 | 07:17 Uhr

Fraktionen äußern sich : Eckernförde auf der Suche nach Kino-Standort

vom

Drei Vorschläge für ein neues Kino in Eckernförde liegen auf dem Tisch, ein viertes Modell will die SPD noch vorstellen. Wie beurteilen die Fraktionen die Pläne? Wir haben nachgefragt.

Eckernförde |

CDU: Eine Frage der Finanzierung

"Wir brauchen ein Kino, das zu Eckernförde und den Eckernfördern passt", sagt Katharina Heldt, Vorsitzende der CDU-Fraktion, die sich für eine schnelle Lösung stark macht. Einem Entwurf erteilt die CDU schon jetzt eine Absage: "Der Standort Skaterpark soll nicht realisiert werden. Ein so hohes und massives Gebäude passt nicht an diese von der B76 aus weit sichtbare Stelle. Außerdem ist kein Ersatzgrundstück für die Skateranlage vorhanden". Größe, Architektur und Nutzung des Entwurfs Bahnhof müssten noch geklärt werden. Es stelle sich die Frage, ob dort zusätzliche Einzelhandelsflächen entstehen sollen, die CDU-Fraktion beurteilt das kritisch, "wenngleich eine Nutzung verschiedener Freizeitaktivitäten positiv gesehen wird", sagte Heldt. Die Umnutzung der Willers-Jessen-Schule in ein Kino habe Charme, jedoch sieht die CDU "ein finanzielles Risiko" für die Stadt, weil sie Eigentümerin bleiben und den Umbau bezahlen soll. "Hier müssen Kosten in Relation zur Pacht stehen, und auch das ist nicht ohne Risiko. Der Standort Willers-Jessen-Schule hat aber das Potenzial, ein Pendant zum Vorplatz der Bauschule zu werden - eine Erfolgsgeschichte mitten in der Stadt. Nun ist der Betreiber gefordert, neue Finanzierungsmodelle zu entwickeln".

SPD: Noch ein Pfeil im Köcher

Die SPD-Fraktion fand die Präsentation zur Willers-Jessen-Schule am besten und plausibelsten, sagte Fraktionsvorsitzender Martin Klimach-Dreger. "Wir halten diese Lösung für äußerst charmant, das finanzielle Risiko ist allerdings nicht zu leugnen." Die Bebauung Skaterpark komme für die SPD überhaupt nicht infrage, "da junge Menschen für uns keine Manövriermasse darstellen". Außerdem hätte das Projekt keine positiven Effekte für die Innenstadt. Die Bahnhofsvariante "scheint uns in Form und Volumina nicht ganz zu passen, übersteht aber die erste Runde". Weitere Gewerbeflächen an diesem Ort führten aber womöglich zu einem der Entwicklung im Bereich Kieler Straße abträglichen Entstehen eines kleinen Nebenzentrums. Die Entwicklung des Bahnhofsvorplatzes und der öffentlichen Flächen bedürften allerdings dringend einer Verbesserung. Die SPD wird mit dem Kinoprojekt Parkplatz Gartenstraße eine vierte Variante vorstellen. "Die Kino-Frage ist auch eine für Eckernförde äußerst wichtige Strukturfrage. Deswegen streben wir eine Lösung im breiten Konsens an", so Klimach-Dreger.

Grüne: Zwei Standorte möglich

"Eine Kombination aus Einkaufszentrum und Kino ist auf Grund der Dimension bedenklich. Somit sind das Projekt am Schulweg, aber auch das am Parkplatz Sky-Markt für uns keine Favoriten", erklärte Edgar Meyn, Vorsitzender der Ratsfraktion der Grünen. Im Fokus seien die Standorte Willers-Jessen-Schule und Bahnhof. Die Stadt müsste die Willers-Jessen-Schule für rund zwei Millionen Euro umbauen. "Es bleibt aber ein finanzielles Risiko für die Stadt, falls der Kinobetrieb nicht so gut läuft oder der Pächter seinen Verpflichtungen nicht nachkommen kann", so Meyn. Am Bahnhof könnte der Startschuss fallen für die Neugestaltung der Reeperbahn. "Doch wer sich auf die Bahn verlässt, der ist auch verlassen. Hier gibt es ein planerisches Risiko", erklärte Meyn. Das Projekt sei aber interessant. "Hier kann Kino und mehr entstehen", wie eine Indoor-Sportstätte, kombiniert mit anderen Freizeiteinrichtungen.

FDP: Tendenz Richtung Bahnhof

Bei der FDP zeichnet sich eine "grobe Linie" ab, sagte der Vorsitzende der FDP-Ratsfraktion, Oliver Fink. Der Standort Skaterbahn am Schulweg widerspreche der städtebaulichen Planung, und die Gebäude seien mit einer Höhe bis zu 17 Metern viel zu groß. Die FDP habe auch Bedenken hinsichtlich des Baum- und Naturschutzes sowie der Kleingartenanlagen. Die Standorte Willers-Jessen-Schule und Bahnhof bleiben im Rennen: "Unsere Bedenken einer dunklen Fassade bei der Willers-Jessen-Schule sind ausgeräumt. Eine Lösung an diesem Standort würde die Kieler Straße Süd beleben. Auch die Parkplatzproblematik erscheint uns lösbar. Größtes Hindernis sind die Vorleistungen der Stadt in Millionenhöhe", sagte Fink. Dieses Problem bestünde am Bahnhof nicht: "Hier sehen wir die Möglichkeit, den Bereich nachhaltig attraktiver zu gestalten und die Achse Bahnhof-Fördeplatz-Strand weiter voranzubringen." Das Problem sei nur, mit der Bahn eine belastbare Vereinbarung zu treffen. "Wir tendieren zurzeit in Richtung dieses Standorts - sofern sich eine solche Vereinbarung zeitnah realisieren lässt", sagte der Liberale.

SSW für Willers-Jessen-Schule

Die Bauausschusssitzung habe noch mal gezeigt, dass die Wahl für einen Standort nicht einfach sei, sagte die Vorsitzende der SSW-Fraktion, Jette Waldinger-Thiering. Nach der Gegenüberstellung aller Argumente "haben wir uns für die Willers-Jessen-Schule entschieden". Für diesen Standort spreche die kurze Bauzeit, die Innenstadtlage, die Belebung der Kieler Straße, das Gebäude bliebe in den Händen der Stadt. Negativ bewertet der SSW, dass die Stadt die Umbaukosten tragen soll. Der Cineplex-Bahnhof sei "etwas zu pompös, und wir sehen die Einigung mit der Bahn und die angepeilte Bauzeit sehr skeptisch". Das Projekt Schulweg würde den Jugendlichen durch die Verdrängung des Skaterparks nach dem Grünen Haus einen weiteren Treffpunkt nehmen.

Die Linke: Schnelle Lösung Schule

Rainer Beuthel, Vorsitzender der Fraktion "Die Linke", weist auf den Zeitdruck hin: "Wegen des Green-Screen-Festivals ist die Einrichtung eines neuen Kinos sehr dringlich. Die Standorte Schulweg und Bahnhof erscheinen uns fraglich. Kulturpolitisch erscheint uns der Standort Willers-Jessen-Schule gut geeignet, auch weil das Kino dort relativ rasch gebaut werden kann. Grundsätzlich halten wir die Übernahme von Umbaukosten durch die Stadt für denkbar, zumal diese durch Einkünfte wieder ausgeglichen werden. Die Stadt sollte jedoch in Verhandlungen mit dem Kino-Investor treten, um den eigenen Anteil an den Gesamtkosten zu verringern".

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von
erstellt am 28.Mär.2013 | 06:15 Uhr

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