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Eckernförder Zeitung

07. Dezember 2016 | 19:31 Uhr

Aktienkauf : Dörphof will Netz-Aktien kaufen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Finanzausschuss empfiehlt der Gemeinde den Kauf von Anteilen der Schleswig-Holstein Netz AG im Wert von 676 000 Euro

Dörphof | Geht es nach dem Finanzausschuss, wird die Gemeinde in diesem Jahr 676  000 Euro investieren, um sich an der Schleswig-Holstein Netz AG zu beteiligen. Die Mitglieder des Ausschusses empfahlen am Dienstag dem Gemeinderat, die maximal mögliche Anzahl von 144 Aktien des Netzbetreibers zu kaufen.

Die Entscheidung hatten sich die Mitglieder nicht leicht gemacht. 2010 hatte man sich noch gegen eine Beteiligung entschieden. Damals seien die Rücklagen der Gemeinde zu gering und die anstehenden Ausgaben, wie die Sanierung der K 63, zu hoch gewesen, so der stellvertretende Ausschussvorsitzende Frank Göbel (CDU). Für den Kauf nimmt die Gemeinde nun einen entsprechenden Kredit auf.

Zu Gast im Ausschuss war Helmut Andresen, Bürgermeister der Gemeinde Grödersby, die 2010 das Angebot der Netz AG angenommen hatte. „Wir sind fünf Jahre lang gut gefahren“, berichtete Andresen. „Nach meiner Auffassung ist dieses Angebot sicher.“ Auch das Land habe es geprüft und die Sicherheit bestätigt.

Ralf Loell, Kommunalbetreuer der Netz AG, sprach von einer Ausfallwahrscheinlichkeit, also der Möglichkeit, dass das investierte Geld verloren geht, von 0,01 Prozent. Er stellte auch das Angebot der Firma näher vor, die insgesamt 49,9 Prozent seiner Anteile an Gemeinden ausgeben will: Die Garantiedividende beträgt nach Steuern 128,03 Euro pro Aktie, was einer Verzinsung von 2,73 Prozent entspricht. Für die 144 Aktien macht dies rund 180  000 Euro. Laufen die Geschäfte gut, steigt die Dividende, die Gemeinde erhält mehr Geld.

Einige Gemeindevertreter befürchteten trotz der Versicherungen, das Angebot sei zu gut, um wahr zu sein. Gisela Kruse (SPD): „Ich habe Bauchweh damit, wenn wir Geld aufnehmen müssen. Mit großen Krediten habe ich meine Probleme.“ Sascha Werges (CDU): „Wir spielen mit Geld, das wir nicht haben.“ Göbel hielt dagegen: „Etwa 280 Gemeinden sind diesen Weg bisher gegangen. Unsere Steuereinnahmen sind mit die schlechtesten im Kreis. Deshalb sollten auch wir diesen Schritt gehen.“ Ausschussvorsitzender Günther Wöhlk (CDU) wies auf die derzeit niedrigen Zinsen für die Aufnahme von Krediten hin. Diese liegen für die zu leihende Summe derzeit bei etwa 0,2 Prozent. Schließlich entschied sich der Ausschuss mit drei Ja- und einer Gegenstimme für den Kauf. Vor einem endgültigen Beschluss muss die Entscheidung muss noch vom Gemeinderat bestätigt werden.

Neuigkeiten gab es auch zum Thema Fracking. Frank Göbel stellte ein Gesetzespaket vor, das ab dem 11. Februar bundesweit in Kraft tritt. Danach soll die umstrittene Öhlbortechnik eingeschränkt und teilweise ganz verboten sein. Fracking ist künftig nur noch nach einer Umweltverträglichkeitsprüfung möglich, die Öffentlichkeit muss beteiligt werden und die zuständigen Wasserbehörden müssen zustimmen. Entscheidend für den Naturpark Schlei ist das generelle Verbot in Naturschutzgebieten. „Das kann für uns nur positiv sein“, so Göbel. Denn somit habe sich die Frage, ob Fracking künftig im Naturpark Schlei eingesetzt werde, wohl mit „nein“ beantwortet.

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erstellt am 25.Aug.2016 | 06:00 Uhr

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