zur Navigation springen

Eckernförder Zeitung

25. Juli 2016 | 08:11 Uhr

Die wandelnde Gildegeschichte

vom

Eckernförde | Mit dem letzten Blick auf den farbenfrohen "Papagoy" am Schießplatz am Strand vor der Stadthalle zog die Bürgerschützengilde von 1570 am Pfingstmontag zu den Klängen des Spielmannzugs Drums und Pipes zur Gildeversammlung ins Stadthallenrestaurant. Für die Zuschauer sind die prachtvollen Uniformen der Offiziere und die festlich gekleideten Gelben Westen ein Blickfang. Vorsitzender Jörg Czarnowski begrüßte in humoriger Art und Weise zahlreiche Mitglieder und Gäste, darunter eine Abordnung der Schützengilde Reutlingen von 1290. Krankheitsbedingt und sehr zum Bedauern der Gildebrüder konnte Majestät Günter "der Hilfreiche" Hudemann nicht teilnehmen.

Im Blickpunkt stand dann der Ehrenvorsitzende Peter Gustav Sellmer, in dessen Leben die Bürgerschützengilde seit 50 Jahren eine wichtige Rolle spielt. "Seit 1963 bist du mit Kopf und Herz Teil unserer Bruderschaft. Du verkörperst einen Schleswig-Holsteiner mit Ecken und Kanten, der beständig an sich selbst arbeitet, auf der Suche nach greifbaren Erkenntnissen zu sinnfälligen Fragen", fand der Vorsitzende besondere Worte für eine der markantesten Persönlichkeiten der Gelben Westengilde.

Hans-Peter Klinck pflegt seit 40 Jahren die Gildetradition. Er ist seit 1971 der Vogelmaler, in diesem Jahr bekamen sogar zwei Papagoyen ein buntes Federkeid aus seiner Hand. Czarnowski: "Inzwischen hast du 41 Papagoyen bemalt, man kann also schon von einer gilde-ornithologischen eigenen Art sprechen. Seit 1973 werden von dir auf der alten Königstafel die Namen unserer Gildekönige in goldenen Lettern eingetragen." Majestät Günter Hudemann wird seine Ehrung für 40 Jahre mit Rücksicht auf seine Gesundheit in einem späteren Rahmen erhalten. Ebenfalls auf eine lange Gildetradition blicken Massimiliano Sommariva Luciano Santus, Christian Molt, Friedrich Schenk (alle 30 Jahre), Ulfert Lauritzen (20 Jahre) sowie Joachim Bosse, Michael Gonell, Martin Reinmöller und Daniel Günther (zehn Jahre) zurück.

Oberst Lars Vondenhoff vereidigte die neu aufgenommenen Mitglieder: Wolfgang Ruhnke, Arne Wendt, Johannes Jacobsen und Heinrich Evers. Enrique Ruiz Hampel wurde zum Fahnenjunker vereidigt, bevor der Schützenverein Reutlingen die Ehrennadel seines Vereins an Heiner Petersen und Gunter Niemann überreichte.

Schützenmeister Kelvin Stapelfeldt gab die Ergebnisse der Gildemeisterschaft bekannt: Den ersten Platz mit 97 von 100 Ringen erlangte Wolfgang Ruhnke, den zweiten Platz erreichte Gildemeister Heiner Petersen und den dritten Platz belegte der Schützenmeister selbst. In der Halbauflage ging der Sieg ebenfalls an Wolfgang Ruhnke, die Vollauflage an Christopher Kanau jeweils mit vollen 50 erreichten Ringen. Im Freihandschießen zeigte André Marholz die beste Sicherheit.

Ein besonders humoriger Teil der Gildeversammlung ist die Gildelade (Gildegericht). Verfehlungen werden geahndet und mit Strafen von einer Tonne Bier (50 Euro), einer halben Tonne Bier (25 Euro), oder einem Gildetaler (fünf Euro) belegt. Eine endlos lange Liste der Anklagen wurde abgehandelt und ließ die Gildekasse klingen. Sehr gut verteidigte sich der Vorsitzende selbst, dem vorgeworfen wurde, die Trinksprüche zur Eröffnung der Versammlung verwechselt zu haben. Bei seiner Menge an Reden könne da leicht eine Bierbrauerei herauskommen, so seine Verteidigung. Das Urteil: Er muss eine halbe Tonne Bier zahlen.

zur Startseite

von
erstellt am 22.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen