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Eckernförder Zeitung

03. Dezember 2016 | 01:23 Uhr

Oldtimer-Trecker : Die Schlepperbande vom Südstrand

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

150 Schlepper waren am 1. Mai beim Oldtimer-Trecker-Treffen der Oldtimerfreunde rund um Eckernförde am Südstrand. Die weiteste Anreise hatte ein Norweger.

Eckernförde | Für Ernst Feuerhahn aus Kappeln stand fest: Es muss der Motor eines Mähdreschers in seinen Trecker passen. „Ein Sechszylinder hört sich doch gut an“, sagte er sich. Doch er passte nicht. Also verlängerte er seinen Basis Fordson Major aus dem Jahr 1954 kurzerhand um 65 Zentimeter. „Das ist was zum Spielen“, sagt der Mann, der genauso alt ist wie sein Trecker, „nur das Spielzeug wird halt größer“.

Typen wie ihn trafen die Besucher des Oldtimer-Trecker-Treffen der „Oldtimerfreunde rund um Eckernförde“ gestern auf dem Parkplatz am Südstrand. Darunter war auch Ole Bækkedal aus dem norwegischen Stange, der auf dem Weg zum Lanz-Bulldog-Treffen in Brokstedt mit seinem Case aus dem Jahr 1939 einen Stop in Eckernförde eingelegt hat. Der Schlepper verfügt über zwei Tanks, erklärte der 63-Jährige: „Gestartet wurde er mit Benzin, gefahren mit Petroleum. Das war damals billiger.“ Als Demonstration, dass der alte Trecker noch läuft, drehte der Norweger mit seinem Enkel Lucas auch gleich eine Runde auf dem Platz. 15 PS hat die alte Maschine und kann 15 km/h fahren. Ole Bækkedal führt in Norwegen ein großes Museum mit 200 alten Fahrzeugen und Maschinen. Seinen Case hat er aber geschont und auf einem Anhänger mitgebracht.

Das ist wiederum nichts für die Oldtimerfreunde aus Bad Oeynhausen in Nordrhein-Westfalen. Gleich mit 12 Treckern sind sie nach Eckernförde gekommen. „320 Kilometer sind wir an drei Tagen gefahren“, erklärt Dirk Starke, der mit seiner Truppe zum ersten Mal mit eigenen Fahrzeugen dabei ist. „Wir waren schon am Großglöckner und an der Mosel, da haben wir gesagt, dass wir auch mal ans Meer müssen.“ Geduld ist bei der Reise angesagt gewesen: „Unsere Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei 16 bis 18 km/h.“ Der älteste Trecker ist ein Allgaier von 1953 – gefahren von Iris Rüter. „In den ersten Stunden denkt man, dass es gar nicht voran geht“, erklärt Dirk Starke. „Doch dann macht es irgendwann Klick.“ Und er scherzt weiter: „Und wenn man an einem Fenster vorbeifährt, wo gerade eine Frau unter der Dusche steht, kann es einem gar nicht langsam genug gehen. Auch steht man nicht mehr im Stau, sondern fährt immer vorneweg.“

Für die „Oldtimerfreunde rund um Eckernförde“ ist ihr 9. Treffen erneut ein Erfolg gewesen. „150 Fahrzeuge sind hier“, sagt der Vereinsvorsitzende Kai-Dieter Bock. Der älteste sei ein 12er Lanz Bulldog aus den 1920er-Jahren. Und das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite. Warum sich der Verein um Kai-Dieter und Heiko Bock den Aufwand antut? „Weil wir alle Bock haben auf den alten Kram“, so Kai-Dieter Bock und sein Bruder ergänzt: „Es ist einfach schön, wie einfach die Technik damals war.“ Um die Erhaltung historischer Landtechnik geht es dem Verein.

Und um die Unterstützung karitativer Einrichtungen. So war als ein Höhepunkt an diesem Tag die mobile Kunstschmiede von Michael Göttsch aus Melsdorf dabei. Hier konnten Kinder ein Metallherz schmieden – der Erlös kommt der von Göttsch gegründeten Organisation „Association Sante Tout Humain (A.S.T.H.) in Togo zugute, die Schulkinder und ein Gesundheitsprojekt unterstützt. Aber es soll auch etwas in der Region bleiben, wie Kai-Dieter Bock sagt: „Wir werden aus dem Erlös des Treffens auch für Menschen in Not in der Region spenden.“

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erstellt am 02.Mai.2016 | 06:30 Uhr

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