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Eckernförder Zeitung

09. Dezember 2016 | 12:46 Uhr

Artothek Eckernförde : Die Sache mit dem roten Punkt oder: Kunst auf Zeit

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Ein Sammler hat dem Artothekenverband 90 Original-Grafiken geschenkt. Die Besucher der Eckernförder Artothek haben das erste Zugriffsrecht.

Eckernförde | Wer Kunst mag, diese gerne zu Hause an der Wand hätte, aber vielleicht nicht das nötige Kleingeld zum Kauf besitzt oder sich nicht auf Jahre hinaus festlegen möchte, für den ist der Gang in die Artothek genau die richtige Lösung. Für wenig Geld kann man sich dort mit zeitgenössischer Kunst eindecken, ähnlich wie Bücher aus der Leihbücherei zeitlich befristet ausleihen und seine eigenen vier Wände damit verschönern und aufwerten. So auch in der Galerie am Alten Bootshaus in Eckernförde, wo am vergangenen Sonnabend 90 Original-Grafiken und auch Fotografien eines Kieler Sammlers, der diese dem schleswig-holsteinischen Artothekenverband vermacht hat, zur Auswahl standen.

„Dem Verband sind zwölf Artotheken angeschlossen, strukturell kommen jedoch nur sechs in Frage, die jeweils 10 bis 15 der Werke erhalten werden“, erläutert Norbert Weber, Leiter der Eckernförder Artothek, das Prinzip. Die Auswahl, welche der 90 OriginalGrafiken in Eckernförde bleiben sollen, oblag dann der Entscheidung der rund zehn Artothekbesuchern, die ihre Auswahl mit einem roten Punkt versahen. Von Werken mit streng geometrischen Formen bis hin zu Exponaten, die durch ihre lebhafte Linienführung die Blicke des Betrachters auf sich ziehen. Wie die Kaltnadel–Ätzradierung des auf Island lebenden Schweizers Dieter Roth, dessen Grafik auch der persönliche Favorit von Norbert Weber ist.

Sein Bild der Wahl fand Dieter Rohde aus Weseby, der dieses auch gleich im Anschluss auf die Leihkarte setzte und mit nach Hause nahm. Vergleichend mit der Bibliothek begrüßt es Weber, „dass Menschen Bilder lesen und nicht haben wollen“. „Bei einem monatlichen Preis von 2,50 Euro bei vier Monaten oder 15 Euro pro Jahr würde sich ein Kauf auch nicht lohnen“, so Weber, der auch klarstellte, dass Artotheken-Bilder grundsätzlich unverkäuflich sind.

Freuen kann sich der Eckernförder Artothekenbetreiber und Galerist schon auf das nächste Jahr. Denn der Kieler Sammler, der ungenannt bleiben möchte, hat bereits in Aussicht gestellt, das es weitere Werke für den schleswig-holsteinischen Artothekenverband geben wird.

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