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Eckernförder Zeitung

29. April 2017 | 13:32 Uhr

„Die Hand ist das Thermometer“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Alte Fischräucherei startet mit Osterräuchern in die Saison / Bis Ende Oktober jeden Sonnabend von 10 bis 13 Uhr geöffnet

Eckernförde | Als die Räucherer um Hartmann Hesse die Ofentür öffnen und eine Rauchwolke aus dem Inneren nach außen dringt, hat sich hinter den Kisten, die den Besucherbereich vom Arbeitsbereich am Räucherofen trennt, schon eine Menschentraube gebildet. Dicht gedrängt stehen die Besucher des Osterräucherns nun nebeneinander und wollen einen Blick auf die noch warmen, kleinen Fische werfen, die durch Kiemen und Maul aufgespießt nebeneinander hängen. Vor dem Räuchern waren sie silbrig, jetzt – zwei Stunden später – haben sie ihre typische, goldene Farbe: die Sprotten.

Die noch warmen Sprotten können dann auch gleich von den zahlreichen Besuchern probiert werden. „Lecker“, urteilt Conny Funkenberg aus Bochum. Zusammen mit ihrem Mann Klaus besucht sie Verwandtschaft in Eckernförde und lässt es sich nicht nehmen, der Alten Fischräucherei ebenfalls einen Besuch abzustatten. Sprotten kannten sie vorher schon, „aber nicht so frisch“.

„Man merkt, dass viele auswärtige Gäste da sind“, sagt Katharina Mahrt, Vorsitzende des Vereins Alte Fischräucherei Eckernförde. „Viele haben Räuchern noch nie gesehen.“ Am Sonnabend konnten sich die Gäste auch das Grundstück ansehen. „Über Winter wurde der Hof gepflastert“, berichtet die Vorsitzende und fügt hinzu: „Es gibt immer wieder etwas Neues zu sehen.“ Als Nächstes stehe die Sanierung der ersten Etage und des Daches an.

Natürlich konnten die Gäste auch erfahren, wie Sprotten geräuchert werden. Wenn die Fische auf Spießen nebeneinander in den Räucherofen kommen, haben sie den Trocknungsvorgang bereits hinter sich: Mit Buchenholz werden sie über offener Flamme getrocknet. 18 Fische kommen auf einen Spieß, 300 bis 350 Sprotten kommen pro Durchgang in den Ofen und werden mit Erlenspänen geräuchert. „Das macht das Aroma“, sagt Räuchergeselle Ulf Ratje. Die Temperatur beträgt dabei 60 bis 70 Grad Celsius. Ein Thermometer sucht man an dem Ofen aber vergebens: „Die Hand ist das Thermometer.“ Die Räucherer können durch Auflegen der Hand an der Ofentür ertasten, ob die Temperatur richtig ist – die Erfahrung macht’s. Wenn die Sprotten ihre typische goldene Farbe haben, sind sie fertig und können von den Besuchern probiert werden.

„Frisch schmecken die Sprotten am besten“, hat Jutta Rödinger festgestellt. Die Eckernförderin war zum ersten Mal in der Alten Fischräucherei. Ihr hat vor allem die Führung gefallen: „Wir sind richtig aufgeklärt worden.“

Das Osterräuchern ist der Start in die Saison. Nun ist die Alte Fischräuchereiwieder bis Ende Oktober jeden Sonnabend von 10 bis 13 Uhr geöffnet.

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