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Poetry Slam : Dichter und Poeten im Wettstreit

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Jung und alt messen sich im Vortragen von Gedichten / Die jüngste Slamerin Victoria Helene Bergemann setzt sich am Ende durch

Eckernförde | Am Sonnabend verwandelte sich der Kinosaal im Haus der Jugend für einen Abend zu einer Bühne der besonderen Art. Zum wiederholten Male wurde in dieser Kulturstätte ein Dichterwettstreit junger Poeten ausgetragen, oder kurz und bündig – ein Poetry Slam. Der Poetry Slam im Haus hat bereits Tradition. Seit 2012 finden sich jedes Jahr Teilnehmer, die so genannten Slamer, und ein tolles Publikum zusammen, um einen gemeinsamen Abend voller Lacher, Faszination und manchmal auch Tränen zu erleben.

Der Moderator des Abends ist der Kieler Björn Katzur. Er ist selbst Slamer, moderiert allerdings auch seit einiger Zeit Poetry Slams in ganz Schleswig-Holstein. Sogar den bekannten „Campus Slam“ an der Kieler Uni hat er bereits moderiert. „Jugendzentren, wie das Haus eignen sich wunderbar für eine Poetry Slam-Veranstaltung“, berichtet Björn Katzur.

Doch wie funktioniert ein Poetry Slam eigentlich? Auf einem Poetry Slam messen sich junge, wie alte Dichter im Vortragen von Texten und Gedichten. Diese können Begeistern, zum Lachen oder auch zum Weinen bringen. Alle Werke müssen vom auftretenden Poeten selbst verfasst worden sein. „Wenn sich hier jemand hinstellt und aus der Twilight-Saga vorliest, ist das nicht so toll“, erklärt Katzur dem gespannten Publikum lachend. Auch Verkleidungen und Requisiten sind Tabus im Poetry Slam. Im Gegensatz zu anderen Wettstreiten, liegt die Entscheidung über Sieg oder Niederlage allein beim Publikum. Sie bestimmen durch Lautstärke und Dauer des Applauses den jeweiligen Sieger einer Runde.

An diesem Abend kämpfen sieben Slamer aus Schleswig-Holstein in drei Vorrunden um den Einzug ins Finale. Die Jüngste unter ihnen ist die 19-jährige Victoria Helene Bergemann aus Reinbek. Trotz ihres Alters ist sie schon ein bekanntes Gesicht in der Poetry-Slam Szene und hat schon an zahlreichen Slams erfolgreich teilgenommen. Sie kam über einen Workshop mit dieser besonderen Form des Dichter-Wettstreits in Kontakt.

Einen krassen Kontrast zu Victoria bietet Jan Ladiges. „Vor vier Jahren stiefelte ich als Besucher auf meinen ersten Poetry Slam in Wedel. Ich hatte durch Zufall einen selbstgeschriebenen Text in der Tasche und wurde auf einmal gefragt, ob ich denn nicht mitmachen wolle. So fing alles an“, erzählt der 55-Jährige. Sein Stil ist besonders. „Eine Art Plattdeutsch-Rap“, sagt Jan. Für die sieben Künstler des Abends sind es vor allem die Reaktionen der Zuschauer, die sie immer wieder dazu motivieren an Poetry Slams teilzunehmen.

Diese Reaktionen bleibt das Publikum den Künstlern auch an diesem Abend nicht schuldig. Die Zuschauer sind bunt durchmischt. Der Poetry Slam scheint in Eckernförde Fans bei Jung und Alt zu haben. Die Stimmung ist von Anfang an bestens und es wird gespannt gelauscht, geklatscht und gejubelt. Die Slamer bieten den Zuschauern mit verrückten, brüllend komischen, aber auch nachdenklichen Texten eine große Abwechslung.

Und auch wenn kein Poet ohne einen lauten Applaus von der Bühne geht, besteht kein Zweifel, wer als Sieger des Abends hervorgeht. Die Reinbekerin Victoria Helene Bergemann setzt sich mit zwei Texten über Einsamkeit und Hass, die nicht nur lustig, sondern auch ein wenig nachdenklich sind, durch und nimmt den Hauptgewinn des Abends, eine große Flasche Sekt, mit nach Hause.

Wie es nicht der erste Poetry Slam im Haus der Jugend war, so wird es auch nicht der letzte gewesen sein. Der moderne Dichter-Wettstreit „Poetry Slam“ ist längst in Eckernförde angekommen.

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erstellt am 20.Mär.2017 | 06:49 Uhr

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