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Eckernförder Zeitung

05. Dezember 2016 | 09:34 Uhr

Der Spatz in der Hand und ein gutes Angebot

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Stadthalle bleibt dort, wo sie ist. Sie wird nicht abgerissen und woanders neu aufgebaut. Bis zuletzt haben Matthias Huber (Bürger-Forum) und Edgar Meyn (Die Grünen) dafür gekämpft, nicht noch mehr Geld in die ihrer Meinung nach marode Stadthalle zu investieren, sondern lieber irgendwo zwischen Lornsenplatz, Reeperbahn und Schulweg eine Stadthalle light ohne Bücherei, eigene Gastronomie, Touristik und Kegelbahn zu errichten. Möglicherweise mit einem angedockten Kino, schließlich ist das Sky-Kino trotz aller Bekundungen, es zu realisieren, noch keinesfalls beschlossene Sache. Die von der Verwaltung genannten 14 Millionen Euro für eine neue Stadthalle gleicher Prägung bräuchten es nicht zu sein, argumentierte Huber; abgespeckt wäre sie weitaus günstiger zu haben, hinzu käme noch der Verkaufserlös für das Stadthallengrundstück in 1a-Lage zwischen Ostsee und Innenstadt. Wo allerdings die Touristik und die Bücherei unterzubringen wären, konnte auch er nicht sagen.

Jetzt wird also saniert. Die Attika zwischen Dach und Fassade sowieso, dazu auch energetisch und innen. 3,35 Millionen Euro gibt die Stadt dafür aus und sichert damit den Bestand ihrer wichtigsten Kulturstätte. Das ist vernünftig, weil der Spatz in der Hand immer noch besser ist als die Taube auf dem Dach. Wer weiß denn, ob sich die nächste Ratsversammlung überhaupt auf einen Standort, die Funktion und die Bauweise einer neuen Stadthalle einigen würde. Nach den bisherigen Erfahrungen wohl kaum.

Und da ist ein wenig Verlässlichkeit, und sei sie auch im Falle der Stadthalle in die Jahre gekommen, gut.

5 Euro pro Quadratmeter für das 3. Gleis – das ist ein fairer Preis. Für 4148 Quadratmeter legt die Stadt der Bahn 20  740 Euro auf den Tisch. Hinzu kommen noch 50  000 Euro für die Verlegung eines Kabels – und wenn’s teurer wird, übernimmt die Bahn den Rest. Ein versöhnliches Angebot. So kommt Eckernförde günstig an ein strategisch wichtiges Fleckchen Erde, auf dem 90 zentrumsnahe Parkplätze entstehen sollen. Ein erster Schritt zur Neuordnung des Bahnhofsareals? Wäre schön. Der Bebauungsplan Nr. 69 ist ein verdammt dickes Paket, das klug gepackt und geschnürt werden will. Es wird nicht nur viel Zeit, sondern auch viel Geld kosten. Zunächst Planungskosten, später kommen Erschließungs- und Baukosten zum Beispiel für die Aufstockung des Parkplatzes Schulweg, die Verlegung des ZOB oder den Umbau rund um den Bahnhof hinzu. Schön wäre es, wenn dann auch gleich der Bahnhof und der Vorplatz neu gestaltet werden könnten. Alles eine Frage des Preises, der Nutzung und des richtigen Investors.

Die Stadt sollte beharrlich, aber unaufdringlich am Ball bleiben.

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erstellt am 23.Jul.2016 | 06:56 Uhr

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