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Eckernförder Zeitung

24. April 2017 | 07:23 Uhr

Spürnase : Der Schnüffler vom Zoll

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Zollhund „Sammy“ demonstriert seine Spürnase an der Isarnwohld-Schule.

Gettorf | Er arbeitet beim Zoll und ist ein wahrer Schnüffler: Ob Heroin, Kokain oder Haschisch – Sammy kann alle Drogen gut riechen. Jetzt war der Hund zu Gast an der Isarnwohld-Schule. Zusammen mit seinen Kollegen, den Zollbeamten Bernd Schaal und Tino Spitzler, hat er der NaWi-Klasse (Natur und Wissenschaft) im fünften Jahrgang gezeigt, wie die tägliche Arbeit eines Zollhundes aussieht.

Und das ging am besten durch eine eindrucksvolle Demonstration: Während der Labrador vor der Tür wartete, versteckten seine Kollegen eine kleine Menge Haschisch unter einem Stuhl. Kaum wurde Sammy wieder hereingelassen, rannte er wie von Sinnen durch das Klassenzimmer. Schon nach wenigen Sekunden hat er den richtigen Ort lokalisiert, schnupperte aber zur Sicherheit auch noch ein paar andere Ecken ab. Dann blieb er vor dem Stuhl sitzen und rührte sich nicht mehr vom Fleck. Gefunden. Es folgte kein Bellen, er blieb einfach sitzen und starrte abwechselnd den Stuhl und seinen Hundeführer an.

Der ist Tino Spitzner. Die beiden sind aber nicht nur Arbeitskollegen, Sammy ist gleichzeitig ein Mitglied von Spitzners Familie. Dennoch gehört er dem Zoll. „Die Hunde bleiben bis zu ihrem Lebensende bei ihren Hundeführern“, erklärt Bernd Schaal. Dabei sind die Tiere nur maximal zehn Jahre im Dienst, danach ist Schluss. Bei den Hundeführern genießen sie danach ihre Pension.

„Die Beziehung zwischen Hund und Führer ist sehr wichtig“, erklärt Schaal. Der Hund sei nur auf seinen Teamkollegen fixiert und lasse sich von nichts ablenken. Das haben die Schüler gemerkt – der Hund würdigte sie keines Blickes. „Je besser die Beziehung zwischen Hund und Führer, desto einfacher die Verständigung zwischen den beiden“, erklärte Schaal. Bei manchen Hunden reiche dann schon ein Blick und er wisse was zu tun sei.

Die Hunde sind Arbeitstiere, die beschäftigt werden wollen, keine Hunde zum Kuscheln und Streicheln. Das merkten die Schüler dem zehn Jahre alten Tier auch an. Eine ältere Dame hatte ihn damals ins Tierheim gegeben, weil er zu lebhaft war. Damals wusste Sammy noch nicht, dass er einmal Karriere beim Zoll machen wird. „Das Tierheim hat dann bei uns angerufen und wir haben ihn bei uns ausgebildet“, erklärte Spitzener.

An die Isarnwohld-Schule kam der Drogenprofi, weil die NaWi-Klasse zurzeit das Thema Hund behandelt und Lehrer Helge Perduns auf die Idee kam, die Zollbeamten einzuladen. Für sie gehört der Auftritt in Schulen schon zur Routine. Dementsprechend gab es auch noch weitere Informationen. Zum Beispiel, dass ein Hund 250 Millionen Geruchszellen hat, während der Mensch nur über 10 bis 30 Millionen verfügt.

Ob Sammy auch noch andere Tricks kann, wollte ein Schüler wissen. „Nein Sammy kann keine Tricks, denn der Hund hat einen Zweck, er soll Rauschgift erschnuppern und nichts anderes“, lautete die Antwort. Die Beamten erklärten, dass verschiedene Hunde für unterschiedliche Bereiche ausgebildet werden. Zum Beispiel gibt es auch Schutzhunde, die Menschen verfolgen und stellen. Sammy dagegen wird an Grenzen und Häfen eingesetzt. Der Spürhund ist mit seinen menschlichen Kollegen Spitzner und Schaal im Rauschgift- und Tabakbereich tätig.

Kaum hatte die Stunde begonnen, war sie auch schon wieder vorbei. Die Schüler hätten gern noch mehr von Sammys Können gesehen, doch der Hund musste sich nun erst einmal ausruhen, denn vor ihm lag noch ein langer Arbeitstag.

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erstellt am 06.Mär.2017 | 06:08 Uhr

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