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Eckernförder Zeitung

06. Dezember 2016 | 17:05 Uhr

Parkhaus ist in Bau : Der erste Schritt zur Nooröffnung

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Stadtwerke haben mit dem Bau des Parkhauses in der Noorstraße begonnen. Es entstehen 177 Stellplätze auf drei Ebenen. Nach der Fertigstellung im Mai 2017 wird die gegenüberliegende Parkpalette vor Aldi abgerissen.

Eckernförde | Es ist kein Parkhaus von der Stange, sondern eines mit preisgekrönter, lichter Fassade aus 4100 keramikummantelten Vierkanthohlstäben, drei hellen Parkdecks mit sechs versetzten Ebenen, einer Ladestation für sechs Elektroautos, einem Aufzug, eigener WC-Anlage, alles barrierefrei und behindertengerecht. Drei Millionen Euro investieren die Stadtwerke Eckernförde dafür, das sind bei 177 Stellplätzen knapp 17  000 Euro pro Platz und damit erheblich mehr als handelsüblich. Wie die Gegenfinanzierung durch die Parkgebühren aussieht, steht noch nicht fest. „Die Preise werden noch kalkuliert“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Dietmar Steffens. Spätestens kurz vor der geplanten Inbetriebnahme im Mai 2017 dürften die Gebühren feststehen. Fakt ist, dass ein Teil der 177 Stellplätze – ursprünglich geplant waren 60 mehr, die aber aufgrund der angeglichenen Höhe an die Umgebungsgebäude nicht realisiert werden – auch von Dauernutzern, beispielsweise Anwohnern, angemietet werden wird. „Das hängt von der Nachfrage ab“, so Steffens, „wer einen Stellplatz haben möchte, bekommt ihn.“ Die Stellplätze sind im Schnitt 2,60 Meter breit und damit gut 30 Zentimeter breiter als normal. Es gibt zwei besonders breite Parkplätze für Menschen mit Handicap, Parkplätze für Eltern mit Kindern sowie hell ausgeleuchtete Frauenparkplätze an der Glasfassade.

Das acht Meter hohe Parkhaus in der Noorstraße ist gleichsam der erste Hochbau im Zuge des Großprojekts Nooröffnung. Nach der Fertigstellung im Frühjahr 2017 wird die Parkpalette gegenüber abgerissen, die kostenfreien Parkraum für etwa 220 Pkw bietet. Ersatz dafür gibt es derzeit nicht. Eine schnelle Realisierung der bereits ins Auge gefasste Aufstockung des kostenfreien Parkplatzes am Schulweg ist nicht mehr möglich, weil die politische Mehrheit in der Ratsversammlung dem gesamten Bahnhofsareal und damit auch dem Parkplatz Schulweg eine übergreifende Planung verordnet hat, die zwar modulweise umgesetzt werden soll, aber eben erst dann, wenn es eine Gesamtplanung gibt. Und das kann sich bei dem großen Planungsgebiet vom Lornsenplatz bis zum Schulweg und den politischen Zerwürfnissen über Jahre hinziehen. Die Aufstockung der Parkplätze Fischerkoppel und Preußerstraße hatte die Verwaltung unlängst als nicht empfehlenswert eingestuft. Wenn es nicht gelingt, den Autofahrern schnellstmöglich kostenfreie Alternativen anzubieten, droht Eckernförde ab der Saison 2017 ein gewaltiges innerstädtisches Stellplatzproblem, das mit dem Bau eines kostenpflichtigen Parkhauses nicht zu lösen ist.

Während dieses Problem von der Ratsversammlung zu lösen ist, kümmern sich die Stadtwerke um ihr Projekt in der Noorstraße. Es bekommt nicht nur eine extravagante Fassade und ein besonderes Innenleben, sondern auch eine tiefe, zweispurige Zufahrt mit Platz für vier Pkw vor der Schranke. Dadurch soll einem Rückstau in die Noorstraße vorgebeugt werden. Von der B 76 kommend soll eine Linksabbiegerspur ins Parkhaus führen. Die einspurige Ausfahrt erfolgt separat. Fußläufig wird das Parkhaus über zwei transparente, kameraüberwachte Treppenhäuser erschlossen. Geplant ist ferner eine Fußgängerbrücke vom Parkhaus über die Noorstraße in Richtung Innenstadt, die allerdings erst später gebaut werden soll, wie Bürgermeister Jörg Sibbel auf EZ-Anfrage sagte.

Die Tiefbauarbeiten haben gerade begonnen. Erdreich wird abgetragen, Schächte eingerichtet, Bohrungen für die Fundament-Stahlträger vorbereitet, Leitungen verlegt, der hohe Grundwasserspiegel abgesenkt. In den kommenden Wochen kann es wegen der Arbeiten zu halbseitigen Sperrungen der Noorstraße kommen, sagte Steffens. Am Nachbarhaus Burgwall 3 haben die Stadtwerke nach dem Abriss ihrer eigenen Wohnhäuser nach dem Verursacherprinzip die Außenwand des Nachbarhauses neu aufgemauert und den Dachabschluss erneuert sowie auch die Schmutzwasserleitung neu verlegt – alles zusammen für 60  000 Euro. Außerdem verlegen die Stadtwerke ein städtisches Regenwasserpumpwerk auf eigene Kosten für 40  000 Euro. Zuvor musste bereits das Erdreich wegen der Cyanid-Belastung ausgetauscht werden (wir berichteten), die vom Betrieb des alten Gaswerks am Burgwall herrührt. Es werde weiterhin ständig beprobt, so Steffens, sollte die Konzentration zu hoch werden, werde das Schwermetall mit einer Aktivkohleanlage herausgefiltert.

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erstellt am 05.Aug.2016 | 06:39 Uhr

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