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Eckernförder Zeitung

11. Dezember 2016 | 13:07 Uhr

Lebenshilfe Altenholz : Der Club, in dem Wünsche im Vordergrund stehen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Inklusionsclub der Lebenshilfe betreut Menschen mit Behinderung aus Altenholz, Schinkel und Dänischenhagen.

Altenholz | Sie gehen gerne schwimmen, musizieren und turnen gemeinsam. Aber es gibt auch größere Touren, wenn sich der Inklusionsclub der Lebenshilfe Altenholz trifft. Seit etwa 35 Jahren gibt esdieses Freizeitangebot für Menschen mit Behinderung – und für Tanja und André Delor gehört es fest zum Leben dazu.

Fast 25 Jahre ist Tanja Delor als Betreuerin bei der Lebenshilfe. Vor rund 16 Jahren überzeugte sie ihren heutigen Ehemann, dazu zu kommen – und auch André Delor ist geblieben. Rund 28 Clubmitglieder betreuen die beiden auf Minijob-Basis. „Mal mehr, mal weniger, der Club ist ein offenes Angebot“, berichtet Tanja Delor. Offen ist es auch in sofern, dass Menschen mit jeder Art von Behinderung dabei sind – von einer Lernbehinderung, psychischen Problemen bis hin zu schwereren körperlichen Beeinträchtigungen. Auch die Altersspanne ist groß: Von Anfang 20 bis Mitte 60 sind die Teilnehmer. Einige sind schon im Kindesalter zum ersten Mal gekommen und jetzt – mit Mitte 40 – immer noch dabei.

Bei größeren Unternehmungen gehen ihnen auch weitere ehrenamtliche Helfer zur Hand. „Helfer werden immer gebraucht, männliche werden besonders gern gesehen“, berichtet André Delor und lacht. Er und seine Frau investieren viel Zeit. Mit Freude. Sogar Hund Pelle, ein siebenjähriger Dänischer Bauernhund, der im vergangenen Jahr seine Ausbildung zum Therapiebegleithund abgeschlossen hat, ist nach Möglichkeit immer dabei. Bei den Delors laufen die Fäden zusammen: Sie sammeln die Vorschläge und Ideen der Clubmitglieder für die Unternehmungen und versuchen, soviel wie möglich davon umzusetzen. Alle Heuherbergen in der näheren Umgebung haben sie schon ausprobiert und die Sauna in Hohwacht hat ihnen gut gefallen. In diesem Jahr wurden sie zum ersten Mal zur Ostsee-Jumbo eingeladen, die die Eckernförder Lebenshilfe regelmäßig organisiert. „Ein tolles Erlebnis für die Mitglieder“, schwärmt das Paar.

Ein Höhepunkt im Jahr des Inklusionsclubs ist die Aufführung eines Theaterstücks zur Weihnachtsfeier. Dazu beginnt bereits nach den Osterferien die Ideensammlung. „Der König versteckt sich aus Angst vor dem Monsterhuhn. Es will das Gold des Königs, aber die Knechte bewachen es. Wenn dann auch noch der Sensenmann dazu kommt, kann das ein interessantes Stück werden“, verrät André Delor schon mal. Er ist derjenige, der aus diesen Vorstellungen ein Stück schreiben wird. Musik kommt auch noch dazu, dafür sorgt seit Jahren Elke Schmidt. Kirchenlieder, Schlager, „Liebeskummer lohnt sich nicht, my Darling“ – auch hier gibt es keine Beschränkungen. „Teilweise werden die Texte entsprechend umgedichtet, manchmal geht das Original“, sagt Delor. Im vergangenen Jahr waren Einflüsse aus Sister Act zu erkennen, in diesem Jahr könnte Mamma Mia eine Rolle spielen. Ein bisschen wild? Generell gilt im Inklusionsclub: „Wir machen keine Vorgaben, stellen keine Forderungen. Wir gehen auf die Bedürfnisse des Einzelnen ein. Bei uns dürfen sie einfach Mensch sein“, sagt Tanja Delor. Die Clubmitglieder dürfen ihre Individualität leben, sich nicht immer der Gruppe unterordnen.

Doris Bommes, Vorsitzende der Lebenshilfe Altenholz, ist begeistert von der Arbeit der Delors und ihrer Helfer. „Sie machen ihre Arbeit hervorragend und mit ungeheurem Engagement, besser gehts nicht.“ >Die Lebenshilfe finanziert sich in erster Linie aus Spendengeldern. Wer aktiv mithelfen oder etwas spenden möchte, informiert sich unter altenholz.lh-kv.de oder Tel. 0431/7  39  69  04.

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erstellt am 16.Aug.2016 | 06:15 Uhr

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