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Eckernförder Zeitung

04. Dezember 2016 | 21:26 Uhr

Fund im Marinehafen : Delfin gesichtet – Schweinswal tot

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Toter Schweinswal aus Marinehafen geborgen: Einen Tag zuvor ist der Delfin dort gesichtet worden. Die Todesursache ist noch unklar.

Die Möwen haben schon ganze Arbeit geleistet und dem Kadaver zugesetzt. Gestern hat Seehundjäger Peter Klinke einen toten Schweinswal aus dem Kranzfelder-Hafen geborgen. Auf einem U-Boot stehend, zog er das Jungtier mit einer Leine aus dem Wasser. Woran das Tier starb, konnte er noch nicht sagen. Nur so viel: „Bei den letzten untersuchten Schweinswalen stellte sich heraus, dass wohl der Delfin, der seit einigen Monaten zwischen Eckernförde und Kiel herumschwimmt, der Übeltäter ist.“

Die Schweinswale hätten den Untersuchungen zufolge innere Verletzungen gehabt, die ein Delfin hervorrufe, „wenn er den Schweinswal als Nahrungskonkurrenten ansieht oder ganz einfach mit ihm spielt“. Bei Letzterem schätze der Delfin die Größenverhältnisse wohl falsch ein. „Sehen Sie sich den Größenunterschied mal an. Wenn ein 350 Kilogramm schwerer Delfin mit einem kleinen Schweinswal spielt, ist schnell mal eine Rippe gebrochen oder mehr.“

Tatsächlich ist der Delfin, der seit September in der Kieler Förde und seit Oktober auch immer wieder in der Eckernförder Bucht gesichtet wurde, am Dienstag wieder vor Eckernförde gesehen worden. Thorsten Peuster, Inhaber und Betreiber der Tauchschule „Tauchen & Meer“ im Jungfernstieg, hat ihn zwischen 15 und 17 Uhr selbst gesehen. „Er war im Kranzfelder-Hafen und auf Höhe des Yachtclubs Meteor“, berichtet er. Auch ein Wachmann am Marinehafen hat den Delfin gesehen – sogar in Begleitung von zwei Schweinswalen. „Von hier oben sah es so aus, als hätten sie miteinander gespielt“, berichtet er.

Den Todeszeitpunkt des Schweinswals von gestern Mittag macht Peter Klink allerdings schon einige Tage vorher fest. Es handelt sich dabei um ein ein Meter langes weibliches Jungtier, das noch kein Jahr alt ist.

Der Seehundjäger rät allen Menschen, die einen toten Schweinswal finden, die Finger von ihm zu lassen. „Die Tiere können hoch infektiöse Krankheiten übertragen, also am besten nicht anfassen. Und auch Hunde nicht daran schnüffeln lassen.“ Am besten sollte umgehend über die 110 die Polizei alarmiert werden. „Die weiß genau, was zu tun ist“, sagt Klink. „Ansonsten erfahren wir über 25 Ecken, wo ein Schweinswal liegen soll. Das ist dann wie stille Post: Der Wal liegt in Eckernförde, und wir werden nach Damp geschickt.“

Peter Klink ist zusammen mit Werner Witzger der zuständige Seehundjäger für die Eckernförder Bucht. Die Bezeichnung ist irreführend: Die beiden Männer jagen nämlich keine Seehunde, sondern kümmern sich um Totfunde, kranke und verletzte Tiere. „Man kann so einen Seehund aber nicht beim Arzt auf den Stuhl setzen und untersuchen“, so Klink. Deshalb gehe es bei seiner Tätigkeit unter anderem darum zu entscheiden, ob zum Beispiel ein krankes Tier noch eine Überlebenschance hat oder ob man es von seinen Qualen erlöst.

Den toten Schweinswal hat der Seehundjäger in einem Plastiksack verstaut und eingefroren. So gelangt er schließlich zum „Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung“ in Büsum, wo unter anderem die Todesursache untersucht wird.

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erstellt am 24.Nov.2016 | 06:41 Uhr

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