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Eckernförder Zeitung

04. Dezember 2016 | 21:33 Uhr

Wunde am Hals : Delfin am Hals verletzt

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Große Tümmler hat sich eine Verletzung in der Bucht zugezogen. Experten können beruhigen.

Eckernförde | Der Große Tümmler, der sich seit über einer Woche im Ostseebad aufhält, ist verletzt. Deutlich ist bei ihm eine Wunde am Hals zu erkennen. Thorsten Peuster, Inhaber der Tauchschule „Tauchen & Meer“, erklärte, er habe die Verletzung das erste Mal am Sonnabend gesehen, als er mit dem Meeressäuger zum wiederholten Mal schwimmen war. Einem anderen Taucher sei sie wohl schon einige Tage vorher aufgefallen.

Viele Delfinfreunde sind besorgt. Bei Peter Klink aus Altenhof steht seit Tagen das Telefon nicht mehr still. Die Anrufer erhoffen sich eine Einschätzung des Seehundjägers hinsichtlich der Verletzung des Meeressäugers. Ein Kontakt zur Fachärztin für Wildtiere (Certified Specialist in Wild Animals) am Institute for Terrestrial and Aquatic Wildlife Research (ITAW) der Tierärztlichen Hochschule Hannover, Prof. Prof. h.c. Dr. Ursula Siebert, gibt Anlass zur Beruhigung. Anhand der Unterwasserfotos, die Klink ihr geschickt hat, kommt die Expertin zu dem Schluss, dass die Wunde zwar durch die Haut und das Fettgewebe gehe, aber kein Loch in der Muskulatur zu sehen sei. „Die Ränder sind zum Teil etwas dicker, was darauf hindeutet, dass die Wunde zugranuliert, das heißt am Abheilen ist“, so die Ferndiagnose von Prof. Dr. Siebert. Ihr sei mitgeteilt worden, dass die Wunde schon einige Zeit bestehe – ihr Befund korrespondiere mit dieser Aussage. „Eine Wunde dieser Größe, oberflächlich gelegen, dürfte kein großes Problem für den Delfin sein“, so die Expertin. Über die Ursache der Verletzung macht sie keine Angaben.

Da sehen sich besorgte Delfinfans in der Pflicht. Nicht nur im Internet kursieren viele Vermutungen über die Ursache seiner Verletzung. Einer dieser Fans ist Barbara Nissen. Die Borbyerin beobachtet bei ihren vielen Spaziergängen an der Wasserkante seit Tagen den Delfin, den der Walexperte Dr. Andreas Pfander seit seinem ersten Auftauchen Ecki genannt hat.

Die 52-Jährige ist empört über den Umgang der Menschen mit dem Großen Tümmler: „Ich habe gesehen, dass vier Motorboote den Delfin regelrecht eingekreist haben.“ Zwischen Marinestützpunkt und WTD 71 hätten die Bootsführer ihn „regelrecht in die Mangel genommen“. Sie hat beobachtet, wie Taucher sogar in der Nacht mit einer Unterwassertaschenlampe ins Wasser gegangen seien, um den Delfin zu finden. „Natürlich ist der Delfin eine Sensation. Aber das geht einfach zu weit.“ Ihrer Meinung nach habe der Mensch im Lebensraum des Tümmlers nichts zu suchen. „Was geschieht mit dem Delfin, sollte einer der Taucher oder Schwimmer durch ihn zu Schaden kommen“, fragt Nissen sich. Ein kräftiger Schlag mit seiner Schwanzflosse reiche aus, um einen Menschen zu verletzen. Wie viele andere vermutet auch sie, dass ein Angelhaken der zahlreichen Angler auf der Hafenmole für die Verletzung verantwortlich sein könnte.

Walexperte Dr. Andreas Pfander beurteilt die Situation für den Meeressäuger gelassener. „Der Tümmler hat die weite Bucht. Wenn er Probleme damit hat, wird er verschwinden“, ist sich der Experte sicher. Gleichwohl erinnert er daran, dass man dem Wildtier stets mit Respekt begegnen solle.

In Bezug auf die Verletzung des Tümmlers gehörten alle Mutmaßungen über eventuelle Ursachen in den spekulativen Bereich, so Dr. Pfander. Wie Prof. Dr. Siebert ist auch er der Ansicht, dass die Verletzung schon einige Tage alt sein muss. An eine Verletzung durch eine Schiffsschraube glaube er nicht. Dann müsse man auf den Unterwasserfotos mehre Schnitte von drei bis fünf Zentimetern Länge parallel hintereinander auf dem Delfinhals erkennen können. Das sei nicht der Fall.

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erstellt am 10.Okt.2016 | 06:16 Uhr

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