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Eckernförder Zeitung

27. Juli 2016 | 11:36 Uhr

1.FC Köln im Herzen : „De Bock“ – Fan seit 40 Jahren

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Holzdorfer Klaus Marten wird für 40-Jahre Vereinstreue zum 1. FC Köln in Köln geehrt

Einmal Fan, immer Fan, das gilt für Klaus Marten (64) aus Holzdorf auf jeden Fall, egal ob sein Lieblingsfußballclub absteigt oder als Meister oder DFB-Pokalsieger vom Platz geht. Seit 1962 ist er glühender Fan vom 1. FC Köln. Seit 1975 ist er mit der Nummer 613 eingetragenes Mitglied in dem Traditionsclub. Aus diesem Anlass wurde Marten im Dezember unter anderem von Toni Schumacher, Vizepräsident des Clubs, eingeladen, um ihn mit Urkunde, Kravattennadel und Jubiläumsfanschal für seine 40-jährige Mitgliedschaft zu ehren.

„Ist ein ganz normaler Typ, dieser Schumacher“, sagt Marten und denkt gerne an seinen Besuch in Köln zurück. Zusammen mit zahlreichen weiteren langjährigen Fans hatte der Club zu einem Festabend in die Business Lounge in Rheinernergiestadion eingeladen und würdigte mit einer Show die treuen Fans.

Und treu und nachsichtig mussten die Fans in den letzten Jahrzehnten wirklich sein. So hat Klaus Marten in seiner Fankarriere schon rund 35 Trainer kommen und gehen sehen und so manchen Abstieg in die Zweite Bundesliga aushalten müssen. Seiner Liebe zum FC Köln hat das nicht geschadet, sagt „de Bock“, wie ihn seine Freunde und Kollegen in Anspielung auf das Kölner Maskottchen, den Ziegenbock Hennes, rufen.


1. FC Köln- Fan seit 1962


Ein Schlüsselspiel war 1962 der Sieg des 1. FC Köln im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft in Berlin. Damals fanden die Endspiele immer dort statt. Zuhause vor dem Fernseher sei er als Elfjähriger einfach nur begeistert gewesen, wie die Kölner mit vier zu Null gewannen. „Seitdem bin ich Fan“, sagt Marten. Gut zehn mal reiste er zu Spielen seines Vereins nach Köln, musste allerdings oftmals ohne Erfolg und zerknirscht die Heimfahrt ins fast 600 Kilometer entfernte Holzdorf antreten. Sehr oft fuhr er aber auch mit Freunden und Tochter Imke (30), die seit 2002 ebenfalls Vereinsmitglied ist, zu Endspielen. Besonders in den 70- und 80-Jahren war er unterwegs. Dabei gewesen ist er 1977, als die Kölner in der ersten Runde des DFB-Pokals in Itzehoe (0:7) gewannen. Auch beim späteren Pokalsieg in Hannover gegen Hertha BSC (1:0) konnte Marten im Stadion mitfeiern. Gut in Erinnerung geblieben ist ihm die Fahrt 1986 nach Berlin. An der innerdeutschen Grenze wurde er gut zwei Stunden aufgehalten, weil dem Grenzer sein mit Schals und Flaggen des FC Köln dekoriertes Auto zu bunt war. „So dürfen sie nicht durch die Republik fahren“, erinnert sich Marten lebhaft an damals. Live dabei war Marten auch, als der 1. FC Köln 1978 im Volksparkstadion zuletzt Deutscher Meister wurde – gegen den FC St. Pauli. „Das waren große Zeiten“, erinnert er sich gerne.

Ende der 90-Jahre stiegen die Kölner erstmals 1998 ab, bevor sie kurz drauf wieder in die höchste Spielklasse aufstiegen. Ein Auf und Ab zwischen 1. und 2. Liga folgte: 2002 Abstieg, 2003 Aufstieg, 2004 Abstieg, 2005 Aufstieg, 2006 Abstieg, 2010 Aufsteig, 2012 Abstieg, seit 2014 wieder erstklassig. Er stehe zu dem Verein in guten wie schlechten Zeiten.


In guten wie schlechten Zeiten Fan bleiben


Auf gute Zeiten wird im Hause Marten immer gehofft, denn liegt der 1. FC Köln erstmal zurück, dann sinkt Martens Laune in den Keller. Dann wird das Radio mit der Übertragung oder der Fernsehen ausgemacht und er tigert nervös durchs Haus, berichtet seine Frau Astrid. Erst, wenn seine Jungs wieder den Ausgleich schaffen, taucht Marten wieder auf. „Das ist mir einfach zu spannend“, sagt er selbst. So ging er auch nicht ins Hamburger Stadion, als er mit Freunden und Kindern, sein Sohn Kim feuert den HSV an, mit einer Freikarte vor dem Stadion stand. „Gegen den HSV, das ging einfach nicht.“ Hat sein Club aber gewonnen, dann geht die 1. FC Köln Flagge vor seinem Haus hoch und die Welt ist in Ordnung.

Nach dem Erfolg der Kölner im letzten Spiel vor der Weihnachtspause und Platz neun in der aktuellen Tabelle, hofft Marten auf eine gute Rückrunde. „Das Team ist gut“, sagt er. Mit Leonard Bittencourt (Mittelfeld) und Torwart Timo Horn traf er zwei aus der Stammmannschaft beim Empfang in Köln. Und auch ein Besuch beim Training, nur drei Meter von den Profis entfernt, machte einen guten Eindruck. Aber sicher sei man nie, am Ende der Saison sehe man, wo man stehe, sagt Marten. An ihm soll es es nicht liegen, er bleibt dem Club treu und freut sich, dass seine Tochter Imke in seine Fußstapfen tritt. Wann er das nächste mal nach Köln fährt, weiß er noch nicht. In der Regel sei es so, dass die Kölner eher dann gewännen, wenn er nicht im Stadion sei, so seine Beobachtung über mehrere Jahrzehnte.

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erstellt am 03.Jan.2016 | 16:36 Uhr

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